Rubrik: Fachbeiträge/Grundlagen

E-Mail-Sicherheit: Reine E-Mail-Verschlüsselung verharrt in einem Nischendasein

Noch kein E-Mail-Service auf dem Markt, der Vertraulichkeit, Verbindlichkeit und Echtheit der elektronischen Post nutzergerecht sicherstellt

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(11.01.10) - Vor 25 Jahren traf an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail in Deutschland ein und leitete damit den Beginn der bahnbrechenden elektronischen Kommunikation via Internet ein. Während zu dieser Zeit noch kein Bedarf an Schutzmaßnahmen bestand, wird das Thema E-Mail-Sicherheit heute bei Unternehmen, Behörden und andere Organisationen heftig diskutiert. Denn heute ist E-Mail weltweit das zentrale Werkzeug zur geschäftlichen Kommunikation mit Kunden und Partnern. Unsere überaus erfolgreiche E-Mail-Version 1.0 benötigt daher dringend Zuwachs in Form einer breit akzeptierten Version 2.0.

Obwohl bekannt ist, dass jedermann unverschlüsselte E-Mail wie eine digitale Postkarte lesen oder sogar manipulieren kann, hat sich nach Ansicht des Autors bislang noch kein E-Mail-Service am Markt etablieren können, der Vertraulichkeit, Verbindlichkeit und Echtheit der elektronischen Post nutzergerecht sicherstellt. Hier sind die Anbieter gefordert, denn viele der am Markt verfügbaren "E-Mail 2.0-Kandidaten" erhöhen die Hemmschwelle der Nutzer durch komplizierte Handhabung, hohe Kosten oder fehlende Funktionen wie etwa die Bestätigung, dass eine versendete E-Mail auch empfangen wurde. Viele Unternehmen greifen daher notgedrungen noch immer auf den zeit- und kostenintensiven Post- und Faxversand zurück.

 

Von Kurt Kammerer, CEO und Mitgründer der regify AG, Hüfingen

 

Unternehmen wünschen sich eine leistungsfähige "E-Mail 2.0", damit die geschäftliche Kommuni-kation gesichert innerhalb festgelegter Richtlinien verläuft und jederzeit nachvollziehbar ist. Dieser Wunsch ergibt sich nicht nur aus gesetzlichen Verpflichtungen: Viele Unternehmen folgen zum eigenen Schutz ihren intern erarbeiteten Compliance-Regeln.

 

Lesen Sie zum Thema "Compliance" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

 

Verschiedene Lösungsansätze - Qual der Wahl

Analysten sprechen oft schon dann von einer sicheren E-Mail-Lösung, wenn diese eine verschlüsselte Kommunikation über E-Mail gewährleistet. Doch reine E-Mail-Verschlüsselung verharrt in einem Nischendasein, obwohl sich sowohl große Anbieter wie Cisco (Ironport), Symantec (Rpost) oder TrendMicro, als auch viele kleinere wie Echoworx, Voltage, Cryptzone, Datamotion oder ICC Internet Security dort tummeln. Als zukunftsweisend stuft die Gartner Group dagegen ganzheitliche Dienste ein, die als Software-as-a-Service (SaaS) in einem Multiprovider-Modell erbracht werden.

 

Lesen Sie zum Thema "Software-as-a-Service" auch: SaaS-Magazin.de (www.saasmagazin.de)

 

regify etwa ist mit ihrer dreistufigen Lösungsarchitektur (Anwender, regify-Provider, Clearing-Stelle) ein solch ganzheitlicher Dienst, der einfache Nutzung und hohe Sicherheit vereinen soll. Denn regify-Provider haben keinen Zugriff auf die Schlüssel und somit auch nicht auf den Inhalt der versendeten E-Mail-Daten. Die Clearing-Stelle wiederum verwaltet die Schlüssel, kennt aber weder die Nutzer, noch die Inhalte, und ist damit nur der Abwickler anonymer Clearing-Daten.

Der Markt entwickelt sich derzeit vom Nischen- zu einem Massenmarkt, denn die Notwendigkeit einer "E-Mail 2.0" in der geschäftlichen Kommunikation wird immer offensichtlicher. Selbst die Deutsche Post, die jahrelang den E-Mail-Markt ignorierte, wird jetzt mit einem eigenen Angebot aktiv, um Mindereinnahmen im traditionellen Briefverkehr aufzufangen: dem Online-Brief. Dazu kommt die von der privaten Wirtschaft unterstützte Regierungsinitiative DE-Mail. Diese beiden Initiativen befinden sich noch in einem Pilotstadium und sind nicht kurzfristig am Markt verfügbar. Doch sind sie ein Indikator für die Überzeugung, dass diesem Marktsegment eine große Zukunft bevorsteht.

Am Markt gewinnen werden die Lösungen, die anwenderfreundlich sind und gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau bieten. Wichtig wird sein, dass Externe wie etwa die beteiligten Provider oder die Clearing-Stelle nicht auf den Inhalt der vertraulichen Nachricht zugreifen können. Und selbstver-ständlich müssen internationale Standards eingehalten werden. Anbieter tun gut daran, sich vor Augen zu führen, warum die E-Mail in ihrer Version 1.0 so erfolgreich ist: Sie macht Kommunikation produktiver, nahezu jeder beherrscht die Technik, und sie ist kostengünstig. Genau das muss eine erfolgreiche "E-Mail 2.0" auch sein. Gefragt sind heute etwa Lösungen, die mit monatlichen Pauschalen arbeiten, die unter 5 EUR liegen.

Sichere E-Mail lohnt sich - Prozesse verbessern und Kosten senken

Auch in der mittelfristigen Zukunft wird E-Mail das zentrale digitale Medium für die Geschäfts-kommunikation bleiben. Eine sichere Form der E-Mail kann Kommunikations- und Geschäfts-prozesse verbessern, Kosten senken und nützt zusätzlich unserer Umwelt, wenn Papier und papiergebundene Vorgänge wie Postversand, Einscannen, Ausdrucken und Abheften teilweise wegfallen können. Zudem ergeben sich Chancen für einen besseren Kundenservice, da Firmen mit ihren Kunden mittels vertraulicher "E-Mail 2.0" wichtige, personalisierte Informationen schnell und papierlos austauschen können. (regify: ra)

 

 

 

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