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Rubrik: Fachbeiträge/Grundlagen Von Managed E-Mail-Services bis hin zum kompletten Outsourcing Der Nutzen von Hosted-Service-Modellen liegt vor allem darin, dass Unternehmen bewährte Technologien ohne Hardware-Investitionen nutzen können (01.04.10)
- Ein Pauschalrezept für "die richtige Sicherheitsstrategie" gibt
es nicht und doch findet sich auf dem Markt für jeden Anspruch die passende
Lösung. Ob eigene Appliances vor Ort, Managed Security Services (MSS)
oder die komplette Auslagerung in die "Cloud" - Sicherheits-spezialisten bieten inzwischen je nach individuellem Sicherheitsbedarf und bestehenden Ressourcen unterschiedlichste Modelle für jeden Kundengeschmack an. Von
Angelika Felsch (*) Über 90
Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs sind Spam.
In realen Zahlen ausgedrückt entspricht das 200 Milliarden Nachrichten pro
Tag. Das geht aus Untersuchungen des "Cisco Threat Operations Center"
(TOC) hervor. Die Institution des Sicherheitsanbieters überwacht und
analysiert etwa 30 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs. Besonders
geschäftliche E-Mail-Nutzer geraten dabei vermehrt ins Visier der Spammer. Auch
das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt die
starke Zunahme von Spam in seinem aktuellen Bericht
"Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland
2009". Laut einer BSI-Erhebung am Netzübergang der Bundesbehörden sind
von 100 empfangenen Mails im Durch-schnitt gerade
einmal 1,5 Mails gewollt. Dabei gibt die Behörde außerdem zu bedenken, dass Spam nicht nur lästig, sondern bei unzureichenden Filtermethoden auch gefährlich ist. So
können massenhaft versendete Spam-Mails
unvermittelt in einen Denial-of-Service-Angriff (DoS-Angriff) übergehen - ein bewusster Versuch, die
Verfügbarkeit eines IT-Systems zu stören. Im
Extremfall wird dadurch jegliche Nutzung über einen längeren Zeitraum hinweg
verhindert. Wie schwer der Schaden wiegt, hängt vom Einsatzzweck der
gestörten IT-Anwendung ab. Die Folgen reichen von
Produktionsausfall, Umsatzeinbußen und Reputationsverlust bis hin zu Versorgungs-engpässen bei Einzelpersonen oder Unternehmen. Das BSI
zeigt in seinem Lagebericht noch eine weitere Entwicklung auf: Um vor allem herkömm-liche Inhaltsfilter wirkungsvoller zu umgehen,
wird auf so genannte Container- oder Attachment-Spams
zurückgegriffen. Dabei versenden die Spammer eine
Bild-, MP3-, Excel- oder Zip-Datei im Anhang der
Mail. Der stärkste Trend bei dieser Methode ist der Versand von Dateien im PDF-Format. Auch
die Sicherheitsspezialisten von Cisco stellen bei
ihren Analysen fest, dass Spam zunehmend
personalisiert und glaubwürdiger gestaltet wird. So gewinnt etwa "Spearphishing" - also der gezielte Angriff auf ein
bestimmtes Unternehmen oder eine bestimmte Person - immer mehr an Relevanz.
Cyberkriminelle nutzen zudem immer häufiger echte E-Mail-Accounts
bei großen, vertrauens-würdigen Webmail-Providern,
um Spam zu verschicken. Der Hintergrund: Nachrichten mit einer seriösen Adresse sind schwerer zu erkennen und zu blocken. Sicherheitslücke Ressourcenmangel Obwohl
der Versand von Spam-Mails keine unbekannte Gefahr
mehr darstellt, werden viele Unternehmen immer noch von hohen Spam-Aufkommen geplagt. Die Gründe dafür sind in den
meisten Fällen in Personalengpässen der IT-Abteilung
oder unzureichenden Spamfilter-Systemen zu finden.
Einige Sicherheitsanbieter haben diese Herausforderung für die Unternehmen
erkannt und bieten neben wartungsarmen Lösungen inzwischen flexible E-Mail-Security-Services an: Angefangen von Managed Services vor Ort bis hin zum kompletten Outsourcen der Lösung. Die Marktanalysten von IDC prognostizieren Hosting-Modellen ein rasantes Wachstum bis 2011 Der
Nutzen von Hosted-Service-Modellen liegt vor allem
darin, dass Unternehmen bewährte Technologien ohne Hardware-Investitionen
nutzen können. Zudem müssen die IT-Verantwortlichen
intern kein Spezialwissen aufbauen und können sich auf die Kernkompetenzen
ihrer Firma konzentrieren. Nicht zuletzt aufgrund dieser Vorteile sagen
Marktforscher den Security-Services eine große
Zukunft voraus: Laut der Beratungsgesellschaft IDC soll der weltweite Markt
für Hosted-E-Mail-Security bis zum Jahr 2012 um 32 Prozent wachsen. Die
Anforderungen beim Thema IT-Sicherheit könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Einen wollen so viel Kontrolle wie möglich im Haus behalten, die Anderen wünschen sich einen Service, der alles abdeckt. Die nachfolgenden drei Varianten stehen für jeden Bedarf zur Auswahl: Managed E-Mail-Security Bei dieser Form der Auslagerung bleibt die gesamte Infrastruktur im Unternehmen bestehen. Der Service-Partner übernimmt jedoch einen Großteil oder auch die gesamte Verantwortung für Verwaltung und Instandhaltung der eingesetzten Lösungen. Gerade für Unternehmen oder Behörden, die an besonders strenge Sicherheitsvorschriften gebunden sind, ist dieser Service eine gute Alternative zum Eigenbetrieb. Die Service-Spezialisten können in der Regel auf Erfahrungen aus der Analyse und Bekämpfung von Millionen von Sicherheitsvorfällen zurückgreifen. Einige Anbieter rechnen die Kosten pro Anwender und Jahr ab, was die Planungssicherheit und die Transparenz erhöht. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten schlagen ausschließlich als variable Posten zu Buche. Hybrid Hosted E-Mail-Security Für
Unternehmen, die zwar von den Synergie-Effekten des Hosting profitieren, aber den ausgehen-den Datenverkehr selbst prüfen möchten, eignet sich eine Hybrid-Lösung. Sie kombiniert die Vorteile von Inhouse-
und Cloud-basierten Lösungen. Während die Filterung
des eingehenden Datenverkehrs über eine gehostete
Infrastruktur erfolgt, wird der ausgehende Verkehr durch eine Appliance vor Ort im Unternehmen geprüft. So wird werden
unerwünschte Spam-Mails bereits in der Cloud
gefiltert. Vorgänge wie Data Leakage
Prevention (DLP) - also das Scannen ausgehender Nachrichten auf sensible Daten wie Kreditkartennummern - oder deren Verschlüsselung - finden hingegen direkt im Unternehmen statt. Die IT-Verantwortlichen sollten bei dieser Variante darauf
achten, dass eine gemeinsame Management-Schnittstelle zwischen dem gehosteten Service und den Appliances
vor Ort besteht. Sie sorgt für ein einheitliches und zentrales Reporting und Message-Tracking. Um bei der Rechnung keine böse
Überraschung zu erleben, gilt es sicherzustellen, dass sowohl die gehostete als auch die Infrastruktur vor Ort ohne zusätzliche Kosten an Kapazitätsschwankungen angepasst wird. Am einfachsten ist es, wenn der Anbieter eine feste Pauschale pro Anwender und Jahr berechnet. Damit sind alle Kosten abgedeckt, beispielsweise für die Hardware-Infrastruktur vor Ort, die Software einschließlich Lizenzen oder auch die eventuell benötigten Kapazitätsanpassungen. Hosted E-Mail-Security Das Komplett-Hosting ist das Rundum-Sorglos-Paket
unter den Service-Modellen und umfasst sowohl Hardware, Software als auch
Support. Die Security-Infrastruktur wird hierbei im
Rechen-zentrum des Dienstleisters betrieben. Doch Vorsicht: Viele Anbieter nutzen ein und dieselbe E-Mail-Infrastruktur für mehrere Kunden. Das birgt ein hohes Risiko in punkto Datensicherheit sowie Auslastung und Verfügbarkeit der Systeme. Es empfiehlt sich daher, einen Service mit differenzier-barer Sicherheitsinfrastruktur auszuwählen. Nur so ist gewährleistet, dass jedem Kunden dedizierte Hardware zugeordnet ist. Auch
bei diesem Modell sollten die Verantwortlichen darauf achten, dass die Lösung
einen zusätzlichen Management-Zugang für Mitarbeiter des Unternehmens bietet,
um nicht komplett auf die Kontrolle ihrer Sicherheitssituation verzichten zu
müssen. Dieser Zugang sichert etwa den Zugriff auf Echtzeit-Reports oder Message-Tracking. Darüber hinaus ist es den
Administratoren möglich, Konfigurationsänderungen direkt vorzunehmen. Der Schutz ist schnell und einfach skalierbar, da er sich jederzeit an veränderte E-Mail-Volumen anpassen lässt. Das spart weitere Investitionen oder Kosten für ungenutzte Kapazitäten und gleichzeitig Aufwand für Strom oder Kühlung. Eigene Appliances für individuelle Ansprüche Wer
trotz der Vielfalt der Hosting-Modelle die
Sicherheit seiner E-Mail-Systeme selbst in die Hand nehmen will, sollte auf
wartungsarme Lösungen setzen, um sein IT-Team zu
entlasten. Angesichts vielfältiger Angriffsmethoden ist zudem ein
mehrschichtiges System von Vorteil, das mehrere Filter umfasst. (Cisco: ra) Autoreninfo (*) Angelika
Felsch ist IronPort
Marketing Manager für Zentral- und Osteuropa bei Cisco Cisco Systems GmbH, Am Söldnermoos 17, 85339 Hallbergmoos |