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Rubrik: Fachbeiträge/Grundlagen In Krisenzeiten gilt Outsourcing als Kostensenker Outsourcing ist individuell verschieden ( Von Gernot Keckeis,
Director Identity & Security bei Novell, und
Michael Junk, IT-Security
& Compliance Manager bei Novell Zahlreiche gesetzliche
Vorschriften und der zunehmende Druck von Finanzmärkten stellen IT-Entscheider vor neue Herausforderungen, denn die IT-Systeme und Geschäftsprozesse in den Unternehmen
müssen den komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Zudem machen
neue Anforderungen an Corporate Governance und Compliance auch um Outsourcing-Dienstleistungen
keinen Bogen. Die ideale Form des Outsourcing ist individuell verschieden, aber durch die Orientierung an Fragen nach den gesetzlichen Regelungen und Richtlinien, deren praktischer Umsetzung, den Standards und Zertifikaten, die sich im Markt durchgesetzt haben sowie an Referenzmodellen lässt sich das jeweils ideale Modell besser eingrenzen. Auslöser für eine Entscheidung
zum Outsourcing bilden oft kurzfristige Kapazitätsengpässe oder Kostenprobleme. Das greift jedoch zu kurz: Informationstechnische und unternehmerische Aspekte wie zum Beispiel Stabilität, Sicherheit, Funktionalität, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität oder Pflege von Informationssystemen und Daten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Weitere potenzielle Risiken wie Umweltbedrohungen, der Ausfall von Mitarbeitern, externe Abhängigkeiten und andere Gefahren von innen (Netzausfälle) und außen (Anschläge, Diebstähle) müssen bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Daher ist es unerlässlich, die
kritischen Bereiche im Sicherheitsprozess genau unter die Lupe zu nehmen und
zu dokumentieren. Denn auch nach dem Outsourcing
muss das Unternehmen als Ganzes noch funktionieren und in der Lage sein, für das
Thema Ausfall und Datenschutz die Anforderungen seitens des Gesetzgebers zu
erfüllen. Auch das Thema IT-Compliance und die
Einhaltung von gesetzlichen Regelungen sollten beim Outsourcing nicht zu kurz kommen. Generell sind die Schwachstellen der IT Sicherheit heute eher in der stark vernetzten Leistungserbringungs-kette zu suchen, als in nicht funktionsfähigen Firewalls. Um den enormen
Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, ist es empfehlenswert, nach dem
Ansatz "Plan, Do, Check and Act"
vorzugehen. Unter "Plan" fallen dabei Aspekte, wie die Definition
des Geltungsbereiches, Definition und Auswahl der
Informationssicherheitspolitik (IS-Politik) sowie die Definition eines
systematischen Ansatzes für den Umgang mit Risiken. Außerdem erfolgt in
dieser Phase die Übernahme der Restrisiken durch das Management sowie die
Freigabe der Einführung und des Betriebs des ISMS (Information Security Management System). Die Umsetzung ("Do")
beginnt idealerweise mit der Definition und Implementierung eines Risiko-behandlungsplans, der Aktionen, Verantwortungen, Rollen und Prioritäten in Bezug auf IS-Risiken beschreibt. Dann folgt die praktische Umsetzung der ausgewählten IS-Maßnahmen sowie der Trainings- und Awareness-Programme. Außerdem werden Verfahren eingeführt, um auf sicherheits-relevante Vorfälle möglichst schnell reagieren zu können. In der Check-Phase folgt die
Ausführung der Überwachungsverfahren und -maßnahmen. Hinzu kommen regelmäßige
Sicherheitsaudits, die Überprüfung des Niveaus von
Restrisiken und tragbaren Risiken sowie die Durchführung interner ISMS-Audits und Management-Reviews. Außerdem werden sicherheitsrelevante Aktivitäten und Ereignisse aufgezeichnet. In der vierten Phase "Act" folgt die Definition, Implementierung und
Überwachung von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen. Erkenntnisse aus
Sicherheitsvorfällen der eigenen oder fremden Organisationen werden angewandt
und die ISMS-Aktivitäten und - Ergebnisse werden im regel-mäßigen Austausch mit allen Beteiligten kommuniziert. IT-Sicherheit und
Managementsystem für das Outsourcing Das zeigt: Die Implementierung eines funktionsfähigen Sicherheits- und Risikomanagement-systems geht mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess einher. Die Implementierung eines Regelkreislaufes ist notwendig, um heute die notwendige IT-Sicherheit
und ein dem Risiko angemessenes Managementsystem für das Outsourcing aufzusetzen. Zu beachten ist auch, dass die
Qualität der ausgelagerten Prozesse nur indirekt durch den Auftraggeber
beeinflusst werden kann. Die sorgfältige Auswahl des Dienstleisters sollte daher hohe Priorität haben. Je nach dem welche Prozesse ausgelagert werden, kann nicht nur die weitere Arbeit im Unternehmen, sondern auch das Image nach außen betroffen sein. Sicher der wichtigste Punkt während eines Auslagerungsprozesses ist die zeitnahe und offene Kommunikation mit den betroffenen Mitarbeitern. Werden diese nicht umfassend und zeitnah informiert, kann dies zu Gerüchten und Szenarien führen, welche die Umsetzung des Vorhabens erschweren oder gar gefährden können. Change Management und interne Kommunikation müssen also gut geplant und umgesetzt werden. Hält ein Unternehmen bei der
Umsetzung diese Regeln ein, so hat Outsourcing
folgende Vorteile: Die Konzentration auf die Kernkompetenzen ist wieder
möglich und Geschäftsprozesse werden rationeller. Die Gesamtbetriebskosten
sinken und lassen sich besser kalkulieren. Auslagerungen können Unternehmen
zudem flexibler und mobiler machen, da sie schneller auf Veränderungen
reagieren und wachsen können. Außerdem werden keine Mittel durch
Investitionen gebunden und das Kredit-Rating verbessert sich. Aber auch die Nachteile einer
Auslagerung müssen klar sein: Vor allem das Outsourcing
von Schlüsselprozessen birgt Risiken durch entstehende Abhängigkeiten, wenn
beispielsweise ein externer Zulieferer sich als unzuverlässig herausstellt.
Wichtiges Know-how kann verloren gehen. Auch die Abgrenzung vom Mitbewerber,
der auf denselben Dienstleister zurückgreifen kann,
wird schwieriger. Die erwarteten Kostenvorteile treffen zudem mittel- und
langfristig nicht immer ein. (Novell: ra) Novell GmbH, Nördlicher Zubringer 9-11, 40470 Düsseldorf |