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Große Zahl ungesicherter IoT-Geräte


Unsichere IoT-Geräte, eine Einladung zu DDoS-Angriffen
Sogenannte Amplification-Technologien, die sich auf Millionen von Geräten in einer immensen Dichte erstrecken, wie etwa Überwachungskameras, sind geeignet, die Dimensionen von DDoS-Angriffen noch weiter in die Höhe zu schrauben



DDoS-Angriffe haben sich in den letzten sechs Monaten nahezu verdoppelt. Laut einer Studie von Corero Network Security entspricht das einem monatlichen Mittel von 237 Angriffsversuchen. Einer der Gründe für den Anstieg liegt in der hohen Zahl einfach zu übernehmenden IoT-Geräten, die zumeist nur unzureichend geschützt sind. Diese "smarten" Geräte eignen sich dann ganz vorzüglich um zu einem Teil eines riesigen Botnets zu werden. Dieses Problem wird sich weiter verschärfen. Dazu muss man nur an die unzähligen Gadgets für Endverbraucher denken, die etwa in der Weihnachtszeit über die physischen und virtuellen Ladentische gewandert sind. Diese Geräte sind eines der vordringlichen Ziele für die Übernahme durch Hacker.

Neben den Bedenken, die man im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und vertraulicher Daten hegen kann gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren ernsthaften Gefahren, die mit diesen Geräten verbunden sind. Hacker machen sich unsichere IoT-Geräte zunutze um riesige Bot-Netze aufzubauen und DDoS-Attacken zu lancieren. Unsichere IoT-Devices waren in einigen der größten DDoS-Angriffe auf Online-Plattformen innerhalb der letzten Jahre beteiligt. Es spielt bei DDoS-Angriffen keine Rolle, wie groß ein Unternehmen ist. Gefährdet sind alle. Und sollten entsprechend Sorge tragen, was die Sicherheit ihrer Geräte, Daten und Netzwerke anbelangt.

Die Entwicklung der Bot-Netze
Bot-Netze haben die DDoS-Landschaft verändert. Smarte Geräte sind für Hacker zu einem wichtigen Einfallstor in ein Zielnetzwerk geworden, und ganz offensichtlich vergrößern solche Geräte die Angriffsfläche für Cyberattacken und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Datenschutzverletzung. Eine der größten und schwerwiegenden Angriffe dieser Art war der Mirai Bot-Netz-Virus, der zehntausende von schlecht gesicherten IoT-Geräten zu einem Bot-Netz vereint hat. Letzteres wurde dann anschließend genutzt um massive DDoS-Angriffe gegen unterschiedliche, teils sehr prominente Ziele zu fahren.

Wenn man sich prognostizierte Entwicklung des IoT ansieht wird die Zahl von schlecht bis gar nicht gesicherten Geräten wohl eher zu- als abnehmen. Man kann also getrost davon ausgehen, dass Größe und Bandbreite von DDoS-Attacken, die auf Basis solcher Bot-Netze lanciert werden, kaum eine Grenze nach oben haben.

Sogenannte Amplification-Technologien, die sich auf Millionen von Geräten in einer immensen Dichte erstrecken, wie etwa Überwachungskameras, sind geeignet, die Dimensionen von DDoS-Angriffen noch weiter in die Höhe zu schrauben. Angriffe im Terabit-Bereich sind potenziell geeignet wenn nicht das Internet als Ganzes so doch riesige Bereiche lahm zu legen. Wir gehen davon aus, dass das schon in nicht allzu ferner Zukunft passieren wird. Attacken dieser Größenordnung können praktisch jedes Unternehmen handlungsunfähig machen.

Aber Größe und die Fähigkeit zu skalieren sind nicht die einzigen Eigenschaften von Bot-Netzen, die sich weiter entwickelt haben. Bot-Netze werden auch zunehmend komplexer, was die Technologien anbelangt, die sie benutzen. Reaper oder IoTroop richten sich gezielt gegen schlecht gesicherte IoT-Geräte um daraus ganze Armeen zusammenzustellen. Reaper hat schon unter Beweis gestellt, das es mehr kann als herkömmliche. Es wird als besonders gefährlich eingestuft, weil es in der Lage ist bekannte Schwachstellen im Code solcher unsicherer Geräte für sich auszunutzen. Ist ihm das gelungen verhält es sich praktisch wie ein Wurm, der von einem infizierten Gerät aus sich rasant über andere Geräte hinweg verbreitet.

Allerdings sollten sich Unternehmen nicht nur auf Angriffe mit spektakulär gigantischen Ausmaßen konzentrieren. Bevor Bot-Netze zum Einsatz kommen, testen Hacker in aller Regel, ob ihre Techniken tatsächlich funktionieren. Das tun sie üblicherweise mit kurzen Angriffen, die nur sehr wenig Bandbreite für sich in Anspruch nehmen und deshalb von IT-Abteilungen oftmals gar nicht als DDoS-Angriffe wahrgenommen werden. Aufgrund ihrer geringen Größe sind solche Angriffe in der Lage traditionelle Maßnahmen zur Abwehr von DDoS-Angriffen zu umgehen, die meist mit einem bestimmten Schwellenwert operieren. Und die solche Angriffe deshalb gerne "übersehen".

Die Folge sind deshalb so weitreichend, weil diese Angriffe meist weit schwerwiegendere im Schlepptau haben. Organisierte Hackergruppen testen nicht selten über solche Angriffsvektoren wie weit sie ungefährdet gehen können. Würde man solche Techniken mit einer der eingangs beschriebenen gigantischen Attacken paaren wären die Folgeschäden kaum abzusehen.

DDoS-Trends 2017
Neben einer wachsenden Zahl von ungesicherten IoT-Geräten haben die Analysten von Corero auch noch einen weiteren Trend ausgemacht. Nämlich einen steigenden Trend DDoS-Angriffe auch noch auf andere Art und Weise zu kommerzialisieren, als DDoS-for-Hire-Services. Hier kann, wem das nötige Programmier-Know-how fehlt für vergleichsweise kleines Geld eine DDoS-Attacke einfach mieten. Wie einfach das ist, zeigt eine schnelle Google-Suche. Praktisch jeder kann für einen Betrag von um die 50 US-Dollar eine DDoS-Kampagne mieten. DDoS-Angriffe sind damit einfacher und kosteneffizienter geworden als jemals zuvor.

Parallel dazu nutzen Hacker aber auch sehr ausgefeilte Angriffe, mit unterschiedlichen Vektoren, die wie eine Kettenreaktion oder auch quasi simultan ablaufen. Die Angreifer kombinieren verschiedene Techniken in der Hoffnung, dass es mithilfe einer oder auch mehrerer von ihnen gelingt das anvisierte Netzwerk zu infiltrieren. Manche dieser Attacken werden ganz gezielt als Ablenkungstaktik für die IT-Abteilung gefahren. Sie vernebeln sozusagen ihre eigentliche Absicht. Währenddessen richtet sich der eigentliche Angriffe etwa gegen Unternehmensdatenbanken, die nach sensiblen Daten wie Kreditkartennummern oder E-Mail-Adressen durchforstet werden.

Ein weiterer Trend, der sich gerade im dritten Quartal dieses Jahres gezeigt hat ist die Rückkehr von Ransom Denial of Service. Bei einer RDoS-Attacke wird dem Opfer damit gedroht eine DDoS-Attacke gegen das Unternehmen zu fahren, wenn nicht der geforderte Lösegeldbetrag bis zu einem Stichdatum gezahlt wird. Eine Technik der sich in diesem Jahr beispielsweise eine Hacker-Gruppierung unter dem Namen Phantom Squad bedient hat, um Unterthemen in Europa, den USA und Asien anzugreifen. RDoS ist definitiv auf dem Vormarsch und richtet sich gegen eine ganze Reihe von verschiedenen Branchen. Dazu zählen Banken und Finanzinstitute, Hosting Provider, aber auch Anbieter von Onlinespiele-Plattformen und SaaS-Anbieter.

Jeder Trend ist für sich betrachtet schon erschreckend genug. Aber unzureichend gesicherte IoT-Geräte vergrößern diese Probleme in einem bisher unbekannten Ausmaß.

Sichere IoT-Geräte und wie Firmen sich gegen die wachsende DDoS-Bedrohung am besten wappnen
Will man verhindern, dass Angreifer IoT-Geräte zu einem Teil eines Bot-Netzes machen, sollten Firmen sehr genau auf die Geräteeinstellungen achten. Wo immer es möglich ist, sollte man diese Geräte vom Internetzugriff trennen und das Vernetzen mit anderen Devices unterbinden. Hilfreich ist es auch die IoT-Geräte in die Anlageninventur mit einzubeziehen und grundlegende Sicherheitsempfehlungen zu beherzigen. Dazu gehört es auf jeden Fall die Standardeinstellungen dieser Geräte zu ändern und die WiFi-Passwörter regelmäßig zu ändern.

Um mit den Veränderungen in der DDoS-Landschaft Schritt zu halten, brauchen Unternehmen eine umfassende Transparenz über das, was in ihrem Netzwerk vor sich geht. Nur dann ist es möglich auf Bedrohungen zu reagieren, wenn sie auftauchen. Die schiere Zahl der Geräte allein stellt schon ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar. Jedes Gerät mit einer Verbindung zum Internet und einem Prozessor kann letzten Endes auch angegriffen und Schwachstellen ausgenutzt werden.

Angesichts dieser Entwicklung muss eine effektive DDoS-Abwehr Angriffe in Echtzeit erkennen und blockieren, aber darüber hinaus auch langfristige Trends analysieren. Nur so kann man überhaupt mit den Veränderungen Schritt halten. (Corero Network Security: ra)

eingetragen: 08.02.18
Newsletterlauf: 15.02.18


Corero Network Security: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Grundlagen

Auswirkungen auf das OT-Netzwerk

Der Ransomware-Angriff auf Colonial Pipelines hat Auswirkungen weit über die betroffenen Regionen und Einrichtungen hinaus: Weltweit sehen sich kritische Infrastrukturen steigenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein Angriff wie in den USA kann jederzeit auch bei uns stattfinden – mit ähnlich verheerenden Folgen. Ransomware-Attacken sind zumeist opportunistisch. Das heißt, Cyberkriminelle wollen möglichst schnell und einfach möglichst viel Gewinn erzielen. Sie greifen also vor allem solche Ziele an, von denen sie vermuten, dass sie hohe Lösegeldforderungen zahlen können und werden. Der eigene Aufwand lässt sich zudem durch Ransomware-as-a-Service-Angebote noch weiter reduzieren, indem Know-how und kriminelle Dienstleistungen "gebucht" werden. Durch die zunehmende Konvergenz von IT- und OT-Netzwerken, also Informationstechnologie und Betriebstechnik, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden ehemals getrennten Bereichen. Entsprechend können Angriffe von der einen auf die andere Infrastruktur "überspringen". Bislang haben wir keine Beispiele für Ransomware gesehen, die speziell auf OT-Komponenten abzielt, und dies gilt auch für Colonial Pipeline: Die Ransomware infiltrierte das IT-Netzwerk und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie direkte Auswirkungen auf das OT-Netzwerk hatte. Als Vorsichtsmaßnahme schaltete Colonial jedoch die OT-Seite des Netzwerks ab und verhinderte so die weitere Ausbreitung. Dieser Schritt erschien vor allem deshalb notwendig, da der Pipelinebetreiber offensichtlich über eine mangelnde Transparenz dieser Infrastruktur verfügte, so das Ausmaß der Gefährdung nicht beurteilen konnte und sich nicht in der Lage sah, die potenziellen Auswirkungen auf das OT-Netzwerk abzumildern und zu begrenzen.

IT-Sicherheit in der hybriden Arbeitswelt neu angehen

In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben. Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

Kryptowährung und Cyberkriminalität

Kryptowährung ist eine Art von Währung, die nur in digitaler Form verfügbar ist. Aufgrund ihrer dezentralen Natur und fehlender Regulierung ist sie zu einem bevorzugten Zahlungsmittel für Cyberkriminelle geworden. Traditionell wird sie für Erpressungs- und Ransomware-Angriffe verwendet, aber Hacker haben nun auch begonnen, sie für Spear-Phishing-, Impersonation- und Business-Email-Compromise-(BEC)-Angriffe einzusetzen. Der folgende Artikel beleuchtet das Vorgehen der Cyberkriminellen und erläutert Strategien zum Schutz. Da der Preis von Bitcoin tendenziell stark steigt und das öffentliche Interesse an Kryptowährungen zunimmt, nutzen auch Cyberkriminelle die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, um ihre Gewinnaussichten zu steigern. Bei einer Barracuda-Analyse von Phishing-Impersonation- und BEC-Angriffe, die zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 versendet wurden, zeigte sich, dass das Volumen von Angriffen im Zusammenhang mit Kryptowährungen eng mit dem wachsenden Preis von Bitcoin einhergeht. Der Preis von Bitcoin stieg zwischen Oktober 2020 und April 2021 um fast 400 Prozent. Die Impersonation-Angriffe nahmen im gleichen Zeitraum um 192 Prozent zu.

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen. Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Sicherheitsrisiko Geisterbüros

IT-Sicherheitsverantwortliche hatten in der Pandemie alle Hände voll zu tun, das Home Office sicher anzubinden. Aber auch in verlassenen Büros oder lange schon nicht mehr hochgefahrenen Arbeitsplatzrechner entstehen Risiken. Viele Angestellte wechselten zu Beginn der Pandemie fluchtartig ins Home Office – und sind dort bis heute geblieben. Sie ließen neben ihrem Schreibtisch IT-Anlagen und Netzwerke im Büro zurück. Die ungenutzten Gebäude kosten Geld und sind ein echtes Risiko. Konnte jemand während der Pandemie ein Schloss aufbrechen, eintreten und sich unbemerkt in das Unternehmensnetzwerk einklinken? Computer und andere Anlagen stehlen? Die Passwörter der Mitarbeiter auf Post-Its und in Notizbüchern neben ihren Computern ablesen? Welche anderen Gefahren gibt es? Und was sollten Sicherheitsprofis jetzt dagegen tun? Generell gibt es zwei Kategorien von möglichen Verwundbarkeiten, über die man bei längere Zeit ausgeschalteten Geräten nachdenken sollte. Erstens Probleme, die durch unbefugten Zugriff in die verwaisten Büros entstehen. Zweitens Probleme, die sich daraus ergeben, dass unter Umständen niemand Geräte über einen längeren Zeitraum verwaltet, gepatcht oder beaufsichtigt hat.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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