Identitätsmanagement: Was ist das?


Identität als Umsatztreiber wie moderne Unternehmen den "Return on Identity" schaffen können
Moderne Identitätsverwaltungssysteme müssen mit den maßgeschneiderten Produkten und Diensten für den Kunden Schritt halten können

Von Markus Weber, Senior Product Marketing Manager bei ForgeRock

(22.04.16) - Eric Schmidt, ehemaliger Google-Chef, sieht zum Ende des Jahrzehnts jeden von uns digital vernetzt. Die digitale Transformation ist in vollem Gange, auch in den Unternehmen. Der Marktplatz wird zunehmend digital, seine Waren und Dienstleistungen sind fast sämtlich online zu haben. Laut einer Forrester Studie bestimmen die Kunden, wann, wo und wie sie Informationen aufnehmen. Nach personalisierten Empfehlungen einkaufen, Strategiespiele mit Gleichgesinnten weltweit, Video on Demand-Downloads oder die Erledigung von Behördengängen sind aus unserem digitalen Leben nicht mehr wegzudenken. Aber waren da nicht auch noch die Identitäten?

Unternehmen, die sich digital engagieren, müssen das Identitätsmanagement in den Mittelpunkt ihrer Strategie stellen. Aber was ist Identitätsmanagement überhaupt, worum geht es dabei?

In seiner einfachsten Form ist Identitätsmanagement (IM) die Erstellung und Verwaltung von Benutzern und Elementen sowie von Regeln für den Online-Nutzungsspielraum. Durch die Zahl der Anwendungen, Geräte und sonstigen Faktoren, die bei dieser Art von Entscheidungen berücksichtigt werden müssen, steigt jedoch die Komplexität. Dabei müssen für jede Anwendung (intern oder ausgelagert) die Identitätsmanagementfunktionen externalisiert werden, damit eine zentrale Verwaltung von Benutzern und Elementen sowie deren Anmelde- und Autorisierungsrichtlinien möglich ist. Bei bestimmten Unternehmen kann dies Hunderte oder Tausende von Apps mit Online- Interaktion umfassen, für die das Identitätsmanagement erforderlich ist.

Herkömmliche Identitätsmanagement-Systeme beruhen auf monolithischen Plattformen, die vornehmlich auf die Verwaltung von internen Mitarbeitern ausgelegt sind. Für die Entscheidungsfindung werden statische Regeln angewendet und die Integration weiterer Anwendungen wie auch die Erweiterung auf ein Vielfaches an Usern ist aufwändig. Die Möglichkeiten herkömmlicher IMs sind begrenzt und können langfristig den wachsenden Anforderungen nicht gerecht werden.

Die Identität ist also eine zentrale Anforderung für digitales Wachstum eines Unternehmens. Denn im Zeitalter von maßgeschneiderten Produkten und Diensten für den Kunden wachsen auch die Ansprüche an Identitätsverwaltungssysteme. Um mit Angeboten in den Bereichen Cloud Computing, mobilen Systemen und Internet der Dinge wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es, einer Vielzahl von Kunden eine nahtlose, personalisierte Nutzerfahrung über mehrere Produkte und Endgeräte hinweg zu bieten.

Die Verwaltung von Identitäten spielt hierfür eine tragende Rolle und ist somit ein wesentlicher Bestandteil des Wertversprechens eines Unternehmens. Dies fordert ein IM, das flexibel und beliebig skalierbar ist. Unternehmen müssen ihre Kunden identifizieren und auf relevante Art und Weise mit ihnen interagieren, unabhängig davon, ob sie über Laptop, Mobiltelefon, Tablet, von einem vernetzten Automobil oder von einem in der Kleidung integriertes, vernetztes medizinisches Gerät für die Nutzung zu Hause erfolgt.

Kundenzentriertes Identitätsmanagement:
Wer oder was interagiert? Welcher Nutzungsspielraum ist online möglich?

Der Ansatz des kundenzentrierten Identitätsmanagements (Identity Relationship Management, IRM) ist den Herausforderungen der Flexibilität, Skalierbarkeit und dem Internet der Dinge gewachsen. Oberstes Prinzip von IRM ist das Erfordernis eines unternehmensweit einheitlichen Identitätsmodells. Dies ermöglicht es, die Verwaltung von Identitäten auf wiederholbaren Prozessen zu gründen und gestattet die Skalierung der Identitätsverwaltungs-Plattform auf Millionen zeitgleich verbundene Benutzer und Geräte. Jedem Endbenutzer wird ein Kundenprofil zugeordnet, das unternehmensweit und abteilungsübergreifend sichtbar ist. Zudem nutzen IRM-Systeme für zugriffs- und sicherheitsrelevante Entscheidungen den Echtzeitkontext. Anhand von diesen dynamisch erfassten Daten werden Kundenprofile erstellt, die dem Unternehmen ein anschauliches Bild von den Nutzungsgewohnheiten des Kunden vermitteln.

Die Vorteile von IRM liegen dabei auf der Hand - es erlaubt ein besseres Kennenlernen des Kunden. Zudem werden die Kundendaten nicht mehr siloartig in verschiedenen Geschäftsbereichen verwaltet, sondern alle Geschäftszweige übergreifend in eine zentrale Ansicht überführt und aufbewahrt. Sämtliche Geschäftseinheiten können dadurch schneller, einheitlicher und im Rahmen einer engeren Zusammenarbeit auf sich wandelnde Kundenbedürfnisse reagieren. Die genaue Kenntnis der Nutzergewohnheiten ermöglicht es Unternehmen, ihr Angebot für jeden Kunden zielgerichtet und passgenau zu verbessern.

Wie lässt sich IRM in Unternehmen einsetzen?
Ein Anwendungsbeispiel dafür sind unter anderem Versicherungsunternehmen, bei denen Kunden jeweils mehrere Versicherungen abgeschlossen haben, z. B. eine Haftpflicht- und eine Lebensversicherung. Beide Produkte sind verschiedenen Geschäftsbereichen im Unternehmen angegliedert, für den Kunden bestehen verschiedene Policen und jeweils andere Sachbearbeiter. Die zentrale Identitätsverwaltung im Sinne von IRM bietet hierfür sowohl für die Versicherung als auch für den Kunden eine Erleichterung: Für den Kunden ist es einfacher, Änderungen, z.B. der Kontaktdaten, in all seinen Policen vornehmen zu lassen.

Dem Unternehmen wiederum bietet sich ein umfassendes Bild des Kunden und es kann auf Grundlage der hinterlegten Daten z. B. Wohnort, Art der Policen und Versicherungswerte - besser verstehen, wie es ihn unterstützen kann. Die Versicherung erhält dadurch die Möglichkeit, dem Kunden weitere Produkte anzubieten, die diesen möglicherweise interessieren. Dieser erhöhte Nutzen durch personalisierte Angebote steigert die Zufriedenheit und stärkt die Kundenbindung. Dieses Prinzip funktioniert auch im Rahmen von Connected Cars: Das Auto kann persönliche Daten aufzeichnen, speichern und so nutzen, dass den Bedürfnissen des Kunden entsprochen wird. Durch IRM können die gespeicherten Einstellungen des Kunden auch für das nächste Fahrzeug, das dieser bei dem Hersteller kauft, übertragen werden. Der Kunde wird also für seine Treue durch ein Produkt belohnt, das alle seine Vorlieben kennt.

Datenschutz und Sicherheit mit IRM
Auch im Hinblick auf Sicherheit und Datenschutz bietet IRM Vorteile für den Kunden: Da es auf eine dynamische Entscheidungsfindung ausgelegt ist, bestimmen kontextbasierte Parameter, ob und in welchem Umfang Zugriff gewährt wird. Beispielsweise können die Zugangsdaten des Nutzers also Benutzername und Passwort korrekt sein, doch erfolgt der Login über eine unbekannte IP-Adresse zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, setzt das System weitere Verifizierungsmechanismen in Gang, um zu ermitteln, ob es sich bei dem Benutzer auch um die hinterlegte Identität handelt.

IRM unterstützt außerdem Standards wie OAuth2, OpenID Connect und SCIM sowie insbesondere User-Managed Access (UMA). Zweck von UMA ist es, die Kontrolle der Autorisierung von Online-Apps und -Diensten, Daten der jeweiligen Person weiterzugeben. Nutzer können dadurch selbst Autorisierungsrichtlinien definieren und die Art des Zugriffs bestimmen. Hier zeigt sich deutlich, dass im Kontext von IRM der Sicherheitsbegriff mehr umfasst, als "nur" den Schutz der Kundendaten: Er ist ein besonderer Bestandteil des Wertversprechens eines Unternehmens.

IRM kann die Markteinführungszeit beschleunigen
Nicht nur eine verbesserte Sicherheit kann Unternehmen dazu verhelfen, sich von den Mitbewerbern abzuheben. IRM erleichtert auch den Rollout neuer Produkte entsprechend der sich immer mehr verkürzenden Entwicklungs- und Produktzyklen. Durch Ausrichtung auf reproduzierbare Prozesse und die Möglichkeit, sämtliche Geräte anzubinden, ist die Implementierung neuer Identitäten schnell und einfach umsetzbar. Dies sollten sich Unternehmen frühestmöglich zu Nutze machen, um dem Mitbewerb einen großen Schritt voraus zu eilen.

IRM als Unternehmensstrategie
Unternehmen, die jederzeit und von jedem Ort, Gerät oder Element benutzerfreundliche Kundenanforderungen schaffen können, erfüllen deren Bedürfnisse und gewinnen rasch Neukunden hinzu. Voraussetzung dafür ist jedoch, der gestiegenen Bedeutung des Identitätsbegriffs Rechnung zu tragen und bei der Verwaltung von Identitäten den Kunden ins Zentrum zu rücken. Denn so kann es gelingen, neue Maßstäbe in der Kundenansprache zu setzen, geschäftliche Bedürfnisse abzustimmen und langfristig den Geschäftswert des Unternehmens zu steigern. Ziel ist der "Return on Identity".

Über Markus Weber
Markus Weber ist Senior Product Marketing Manager bei ForgeRock und lebt in San Francisco. Er hat 17 Jahre Erfahrung im technischen Produkt Marketing und hat für Firmen wie Sun Microsystems und Oracle gearbeitet.
(ForgeRock: ra)

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Meldungen: Grundlagen

Schwerwiegende Folge von Identitätsdiebstahl

Erst kürzlich hat eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Bilendi & Respondi gezeigt, dass mehr als die Hälfte der deutschen Internetnutzer Identitätsklau im Internet fürchten. Die größte Angst: Einkäufe und Vertragsabschlüsse im eigenen Namen. Diese Sorgen sind laut einem Bericht von Sift Digital Trust durchaus berechtigt.

IT-Sicherheit in Zeiten des Ukrainekrieges

Noch ist unklar, ob zum analogen Ukraine-Krieg ein regelrechter Cyberkonflikt dazu kommt – wenn sich ein solcher denn überhaupt exakt definieren lässt. Die aktuelle kriegerische Auseinandersetzung stellt aber in jedem Fall ein Risiko für die IT von Unternehmen dar, auch wenn abzuwarten bleibt, wie sich die weitere Gefahrenlage entwickelt. Um sich wirksam zu schützen, sollten Unternehmen zum einen aktuelle Gefahren im Blick haben und zum anderen Sicherheitsstandards noch strenger befolgen.

Mehr als ein sicherer Datentresor

Die fortschreitende Digitalisierung bringt Unternehmen in puncto Produktivität und Kosteneffizienz viele Vorteile. Sie erhöht aber zugleich ihre Abhängigkeit von den eingesetzten Technologien und setzt damit ihre technologische und Informationssouveränität auf Spiel. Selbstbestimmtes und unabhängiges Agieren bildet jedoch für Unternehmen die wesentliche Basis, um innovativ und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.

Blockchain-Ansatz der falsche Weg?

Blockchain ist eine faszinierende Innovationstechnologie. Doch nicht überall, wo ihr Einsatz möglich ist, ist er auch sinnvoll – das zeigt die kürzlich entbrannte Debatte rund um digitale Zeugnisse. Peter Amrhyn, CTO von Swisscom Trust Services, nimmt Möglichkeiten und Grenzen sowie Alternativen von Blockchain-Infrastrukturen unter die Lupe.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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