IT-Compliance ist unverzichtbar


Ob KMU oder Konzern: Hilfe gegen Datenklau von innen tut Not
Access-Governance-Lösungen verwalten und kontrollieren Vergabe von Zugriffsrechten und schließen Sicherheitslücken

Von Sabrina Ghebrehiwet, Business Development bei der G+H Netzwerk-Design (*)

(05.05.15) - Ob KMU oder Großkonzern: Heute besitzt jedes Unternehmen sensible Daten, die nicht in falsche Hände geraten sollten. Doch Datenklau geschieht nicht nur durch Angriffe von außen auch intern gibt es eine Schwachstelle: den Umgang mit den Zugriffsrechten. Access Governance geht also alle an, denn gerade hier entstehen Sicherheitslücken. Oft genug wird im Arbeitsalltag "vergessen", eine gegebene Zugriffsberechtigung zurückzunehmen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Kollege das Unternehmen verlässt oder ein Externer sein Projekt abgeschlossen hat. Diese vermeintliche "Kleinigkeit" kann im schlimmsten Fall fatale Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen.

Für die Finanzbranche oder Unternehmen, die in ähnlich sensiblen Bereichen agieren, gelten beim Thema Access Governance strenge Vorschriften, welche u. a. die BaFin vorgibt und kontrolliert. Hier soll jeder nur die Zugriffsberechtigungen besitzen, die aufgrund der Funktion im Unternehmen auch benötigt werden. In den MaRisk der BaFin heißt es z.B. "Prozesse sowie die damit verbundenen Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, Kontrollen sowie Kommunikationswege sind klar zu definieren und aufeinander abzustimmen." Die Vernachlässigung von MaRisk-Anforderungen kann aufsichtsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

So sollen z.B. auch Funktionstrennungen vermieden werden. Beispielsweise hat ein Mitarbeiter Zugriffsrechte im Debitorenbereich, so darf er nicht auch eine Berechtigung für den Kreditorenbereich besitzen, da einem möglichen Betrug sonst Tür und Tor geöffnet wäre. Doch sensible Daten gibt es nicht nur in Banken jedes Unternehmen besitzt sie. Ob komplette Kundensätze mit Bankverbindungen, technische Neuentwicklungen oder Zukunftspläne, eine neue Marktidee oder Verhandlungen mit einem Unternehmen, mit dem man sich zusammentun will. Darüber hinaus wachsen die IT-Umgebungen kontinuierlich und werden immer komplexer. IT-Compliance ist unverzichtbar.

Im Unternehmensalltag werden Zugriffsberechtigungen schnell vergeben, oft genug sammeln z. B. Azubis, die unterschiedliche Abteilungen durchlaufen, eine stattliche Zahl solcher Rechte an. Auch die Kollegen in Elternzeit und solche, die sich selbstständig gemacht haben, können oft noch lange auf Daten zugreifen. Immer öfter arbeiten zudem Externe in zeitlich begrenzten Projekten mit oder Kollegen wechseln Abteilungen und so Funktionen und damit auch ihre IT-Rollen. Der Überblick und die Kontrolle gehen so schnell verloren.

In vielen Firmen ist nach wie vor die IT-Abteilung für Access Governance zuständig und müsste kontinuierlich all die Regeln und Rollen überprüfen. Das ist zeitaufwendig und neben dem Tagesgeschäft kaum zu bewältigen. Ein weiterer wichtiger Grund, um die Rezertifizierung von der IT wegzulenken: Die fachliche Kompetenz zur Beurteilung von Rechtevergaben und Rollenzuweisungen in den einzelnen Abteilungen liegt nicht bei den IT-Kollegen, sondern beim jeweiligen Team- oder Abteilungsleiter. Er weiß, warum Kollege XY bestimmte Zugriffsrechte besitzt und Kollege YZ nicht, kann also kontinuierlich und fachlich begründet überprüfen, ob die hinterlegten Rollen (noch) korrekt sind.

Doch welche Hilfen für professionelles Access Governance gibt es auf dem Markt? Lösungen werden u. a. in Komplettpaketen mit integriertem Identity-Management-System angeboten. Für Unternehmen, die neben der Access Governance Lösung auch ein Identity Management zur vereinfachten Verwaltung von Identitäten benötigen, ist eine solche Lösung sehr sinnvoll. Für Unternehmen, die bereits ein Identity-Management-System nutzen, können modulare Lösungen, die sich jeder Infrastruktur anpassen, interessant sein.

Was kann eine Access-Governance-Lösung, die gezielt IT-Zugriffsrechte überprüft?
Access-Governance-Lösungen sind individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens anpassbar. Für dezentral organisierte Konzerne mit vielen Tochtergesellschaften und verschiedenen IT-Strukturen bringen AG-Lösungen Ordnung und Überblick in die Kontrolle der Berechtigungen oder achten z. B. auf die Vergabe bzw. Rücknahme der Berechtigungen externer Mitarbeiter. Das System benachrichtigt hier z. B. zum vorab festgelegten Austrittsdatum den Verantwortlichen Team- oder Abteilungsleiter darüber und stößt einen Workflow an. Der Zuständige überprüft nun, ob der Externe wie geplant den Zugriff nicht mehr benötigt oder das Projekt sich vielleicht doch zeitlich verlängert hat.

Viele Unternehmen benötigen ob für die externe Revision oder die interne eine lückenlose Historie der Zugriffsrechte und deren Genehmigungsprozess. Schon in KMU verliert man schnell den Überblick, wer welche Berechtigungen besitzt oder von wem diese vergeben wurden. Die Softwares liefern hier z. B. auf Knopfdruck eine lückenlose Historie, wer wann welche Rechte erhalten hat, warum und von wem. Das ist wichtig für Prüfungen von außen oder zur Erfüllung von Auflagen; übrigens verlangen immer mehr gesetzliche Regelungen (Sarbanes-Oxley Act, Bundesdatenschutzgesetz oder ISO 2700x) solche Rezertifizierungen mit lückenloser Historie.

Weiter kontrollieren AG-Systeme kontinuierlich alle vorgegebenen Rollen, melden Veränderungen, Rechteverletzungen oder informieren den dafür zuständigen Mitarbeiter, dass die Berechtigung eines ausgeschiedenen Kollegen zu einem vorgegebenen Datum zurückgenommen werden muss. Simpel gesagt: Die Software passt auf, dass alle Zugriffsrechte so vergeben wurden, wie es auch sein soll und keine Überberechtigungen entstehen.

Darüber hinaus wird der Arbeitsalltag durch AG-Lösungen nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler. Die Systeme liefern z. B. dynamisch generierte aktuelle Reports zu verschiedensten Fragestellungen, z. B., liefern sie auf einen Blick, wer von außen über eine VPN-Verbindung auf Unternehmenssysteme zugreifen kann oder listen auf Knopfdruck einen Bericht über aktuell vergebene Zugriffsberechtigungen auf. Alle internen Compliance-Regelungen des Unternehmens können hinterlegt werden und das System weißt auf Rechteverletzungen hin, sollte eine solche vorliegen.

Den Return on Investment erzielt das Unternehmen dabei übrigens oft in kürzester Zeit, denn diese Lösungen helfen sparen: ob bei den Kosten für Lizenzen, die nun nicht mehr außer Plan weiterlaufen, obwohl der ehemalige Nutzer sich schon seit drei Jahren im Ruhestand befindet, oder bei der deutlichen Einsparung von Arbeitszeit im IT-Bereich.

(*) Die Autorin
Sabrina Ghebrehiwet ist seit März 2012 im Bereich Business Development für das Produkt daccord bei der G+H Netzwerk-Design tätig. Sie ist verantwortlich den Geschäftsbereich daccord zu entwickeln, Partnerschaften auszubauen und Marketingkampagnen zu entwerfen und durchzuführen. Bevor Sabrina Ghebrehiwet zur G+H Netzwerk-Design kam, arbeitete sie in verschiedenen Positionen im Bereich Marketing, Vertrieb und Partnermanagement, darunter drei Jahre in New York bei der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer und zwei Jahre bei Novell in Deutschland. Sabrina Ghebrehiwet besitzt ein Diplom in Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und IT.
(G+H Netzwerk-Design Gesellschaft für IT Consulting: ra)

Lesen Sie auch den Schwerpunkt:
"IT-Sicherheit im Kontext von Compliance"

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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