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PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen


Das Internet der Dinge identifizieren - Gerät für Gerät
Kern einer PKI-basierten Infrastruktur ist eine vertrauenswürdige Instanz, eine Zertifizierungsstelle (CA)



Von Nisarg Desai, Product Manager IoT Solutions bei GlobalSign

Um ein IoT-Ökosystem sicher aufzubauen und zu entwickeln, braucht man zwingend Tools und Architekturen, um IoT-Geräte zu identifizieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Dieser Prozess beginnt mit dem Festlegen einer starken Identität für jedes IoT-Gerät. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit einigen der Möglichkeiten, wie man die Authentizität von IoT-Geräten verifizieren kann, bevor man sie integriert.

Die IoT-Entwicklung durchdringt mittlerweile alle Facetten unseres Lebens. Entsprechend rasant ist das Innovationstempo in diesem Bereich. Es existieren viele Anwendungen, die klug und ausgereift sind, aber leider auch solche, die das genaue Gegenteil davon sind.

Dessen ungeachtet sind die weitaus meisten Anwendungen sehr wirkungsvoll etwa in der Landwirtschaft oder im Gesundheitswesen. Das IoT ist also nicht mehr weg zu denken. Trotzdem mutet die Entwicklung bisweilen so an, als versuche jemand zu rennen bevor er noch überhaupt laufen gelernt hat. Übersetzt heißt das, IoT-Entwickler vernachlässigen eine Kernkomponente unserer vernetzten Welt, die Sicherheit.

Derzeit existieren nur wenige Standards für die IoT-Sicherheit. Das gilt gleichermaßen für die physische Sicherheit wie für die Cybersicherheit. Deswegen versucht man bestehende IT-Standards zu modifizieren oder gleich für Referenzarchitekturen und Best Practices in der IoT-Sicherheit heranzuziehen. Allen Rahmenwerken ist gemeinsam, dass sie eine starke, eindeutige und unveränderliche Identität für jedes IoT-Gerät brauchen.

Hier gelangt man auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel. Allerdings sind sich Branchenanalysten, große Cloud-Plattform-Anbieter, Vordenker und Early Adopters einig, dass Public Key Infrastruktur (PKI) jetzt und in Zukunft der Mechanismus der Wahl ist.

PKI hat sich über die Jahre weiter entwickelt und ist inzwischen deutlich breiter akzeptiert. Die Palette der Anwendungsfelder ist größer geworden. Kurz: PKI ist im 21. Jahrhundert angekommen.

Kern einer PKI-basierten Infrastruktur ist eine vertrauenswürdige Instanz, eine Zertifizierungsstelle (CA). CAs existieren seit Jahrzehnten und stellen heute öffentliche (oder private) vertrauenswürdige Berechtigungsnachweise für Entitäten aus, die ihre Identität nachweisen müssen. Ein von einer CA ausgestelltes digitales Zertifikat dient auf den meisten digitalen Plattformen als allgemein akzeptierter Berechtigungsnachweis der Identität.

Eine wichtige Funktion einer CA ist der Akt der "Registrierung", der üblicherweise von der Registrierungsstelle (RA) durchgeführt wird. Die RA sitzt zwischen der Entität, die eine Identität anfordert, und der CA. Die Registrierungsstelle zieht im Wesentlichen eine Kontroll- und Verwaltungsebene zur Identitätsüberprüfung ein, und zwar vor dem Ausstellen des Berechtigungsnachweises. Sie ist dafür verantwortlich, zu prüfen, ob ein bestimmter öffentlicher Schlüssel zu der Entität gehört, die das Zertifikat dafür anfordert.

Aufbau einer Registrierungsstelle für das IoT

Wie baut man eine Registrierungsstelle für das IoT auf?
Zunächst muss es darum gehen Endnutzern eine richtlinienbasierte Kontrolle anzubieten, um festzulegen wie sich ein Gerät verhalten muss, um es als authentisch anzusehen. Zweitens muss sich dieser Mechanismus auf Unmengen von Geräten anwenden lassen und das in unterschiedlichsten Bereitstellungsumgebungen.

Man muss dabei sowohl die Neuregistrierung (neue Geräte oder solche, die noch hergestellt werden) berücksichtigen als auch die erneute Registrierung (Geräte, die bereits eingesetzt wurden oder noch im Einsatz sind). Schließlich müssen wir zusätzliche Ebenen, wie eine Konfigurations- und Regel-Engine, Gruppierung und Klassifizierung von Geräten und so weiter hinzufügen. Dazu dient eine lokale Registrierungsstelle (oder LRA)oder spezifische LRAs für bestimmte Umgebungen, in denen sie eingesetzt werden.

Wie kann man ein Gerät authentifizieren?

1. Ein vorinstallierter Vertrauensanker (ROT)
Viele IoT-Geräte verfügen über eine vorinstallierte Kennung, die während der Herstellung in einem sicheren Prozess injiziert wurde. Daskann einfach ein Pre-shared Secret (PSS) sein, wie ein Schlüssel, eine eindeutige Seriennummer oder ein anderes Zertifikat, das auch als "Geburts"-Zertifikat bezeichnet wird. Ein Hardware Secure Element, das in dasGeräteingebettet ist- ein Trusted Platform Module (TPM) oder eine hardwarebasierte Physically Unclonable Function (PUF) erfüllen dieselbe Funktion.

2. Eine Geräte-Whitelist
Man kann eine Liste von häufigen Kennungen hochladen, zum Beispiel eine MAC-Adresse, und so eine Whitelist von zulässigen Geräten erstellen, die dann auf die RA hochgeladen wird. Die RA würde dann vor der Ausstellung die Identität gegen diese Whitelist durchführen.

3. Challenge/Response
Die RA könnte eine Challenge/Response Überprüfung des IoT-Geräts durchführen. Zum Beispiel erzeugt das Gerät einen öffentlichen Schlüssel. Ist dieser öffentliche Schlüssel auf einer im Voraus genehmigten Whitelist eingetragen, würde die RA das Gerät auffordern, nachzuweisen, dass es im Besitz des zugehörigen privaten Schlüssels ist. Eine erfolgreiche Überprüfung führt dazu, dass das Gerät registriert und ihm ein Zertifikat ausgestellt wird.

4. Verhaltenssignatur
Für IoT-Geräte, die über keine zuvor eingebettete ROTverfügen, kann man auf weniger sichere Methoden zur Verifizierung der Authentizität ausweichen. Zum Beispiel lassen sich die Verhaltensmerkmale des Geräts verwenden um ein bestimmtes Gerät oder eine Klasse von Geräten zu identifizieren. Man kann beispielsweise einen Hash der ausgewählten Dateien im Filesystem erzeugen und diesen mit vorher berechneten Hashes aus einem Golden Image vergleichen - eine Art Fingerabdruck des Geräts.

5. Überprüfen der Umgebung
Hat man beim Verifizieren der Authentizität noch weniger Optionen bleiben noch die spezifischen Merkmale der Umgebung in denen ein Gerät eingesetzt wird. Zum Beispiel eine IP-Adresse zu verwenden um die geografische Quelle einer eingehenden Anfrage (an die RA) zu lokalisieren. Diese lässt sich mit einem Zeitfenster kombinieren, in dem die Geräte sich wahrscheinlich aufgrund von vorprogrammierten Zeitplänen verbinden. Das ist zwar kein vollkommen sicherer Ansatz, aber ein durchaus zufrieden stellender.

6. Einmaliges Vertrauensereignis
Schließlich kann man noch auf ein sogenanntes One-time Trust Event beim Authentizitätsnachweis zurückgreifen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass ein Gerät echt und authentisch ist, um eine Geräteregistrierung durchzuführen und ihm einen Initial Device Identifier oder ROT bereitzustellen. Je näher dieser Prozess der Produktionsstufe ist, beziehungsweise je früherer innerhalb der Lieferkette passiert desto besser. Das funktioniert aber nur für Geräte in einer sicheren Umgebung. Um Risiken zu minimieren, kann man sogar einen temporären oder einmaligen Verwendungsschlüssel bereitstellen. Verlässt das Gerät die Umgebung und/oder das System und kehrt wieder zurück, kann dieser Schlüssel nicht nochmals verwendet werden.

Es gibt also eine ganze Reihe von Optionen, mit denen Sie Ihren eigenen Geräte-RA-Dienst und die Richtlinien zu erstellen. Beide lassen sich so konfigurieren, dass ein Gerät automatisch als authentisch angenommen oder abgelehnt wird. Jede Art der Verifizierung unterscheidet sich von der anderen. Und normalerweise garantiert erst eine Kombination aus mehreren Faktoren, dass ein Gerät dasjenige ist, für das es sich ausgibt. Je nach Gültigkeit des Berechtigungsnachweises oder der Richtlinie muss man die Registrierung regelmäßig durchführen.

Ältere IT-Standards wie IEEE 802.1AR spezifizieren, dass langlebige Gerätezertifikate sogenannte Initial Device Identifier (IDevID), die praktisch nie ablaufen - für das Industrial Internet of Things (IIoT) adaptiert und übernommen werden. Auch dabei handelt es sich einfach um "Geburts"-Zertifikate, die nur zur Identitätsüberprüfung verwendet werden. Man benutzt sie um für das Einsatzökosystem spezifischere Berechtigungsnachweise zu bootstrappen. Solche Locally Significant Device Identifier (LDevID) dienen zur Authentifizierung, Autorisierung und dazu, die Kommunikation abzusichern. LDevID-Zertifikate sind in der Regel kurzlebiger.

Auswirkungen für das IIoT
Das Industrielle Internet der Dinge hat sehr spezifische Herausforderungen, die sich über eine Geräte-RA (DRA) oder IoT-spezifische RA lösen lassen.

Die große Bandbreite von Anwendungsfällen und physischen Umgebungen, in denen ein IIoT-System eingesetzt wird, macht es sehr schwierig, einen universellen Identitätsmechanismus für sämtliche der verbundenen Geräte zu nutzen. Zudem gibt es Maschinen, die seit vielen Jahren in einer Umgebung eingesetzt und vermutlich noch über weitere Jahrzehnte hinweg Bestand haben werden. Und die neuen Geräte mit denen wir es jetzt zu tun haben unterscheiden sich ganz erheblich von ihren älteren Pendants, sind aber Bestandteil ein und desselben Ökosystems. Wir haben es also mit einer Mischung aus alten und neuen Geräten zu tun.

Deshalb muss man Systeme und Lösungen aufbauen, die mit vorhandenen Technologie- und Management-Plattformen zusammenarbeiten. Und sie müssen Optionen bieten, mit denen man ältere Geräte elegant in neuere IoT-Plattformen einbinden kann. Schließlich gilt es noch IT- und OT-Systeme zu einer Einheit verschmelzen. Für die IT sind PKI-basierte Identitäten nichts Neues. Für die OT braucht man allerdings zusätzlich einen ausreichenden Kontext und Mehrwert um diese Lösung herum.

Betrachten wir beispielsweiseintelligente Stromnetze (Smart Electric Grid) und die Arbeit der Wireless Smart Ubiquitous Networks (Wi-SUN) Alliance und ihrer Field Area Network (FAN) Spezifikation. Dabei handelt es sich um eine drahtlose Mesh-Netzarchitektur, die es intelligenten Stromzählern (Smart Meter) ermöglicht, unabhängig voneinander sowie mit Head-End-Controllern zu kommunizieren (einfach ausgedrückt).

Das führt zu einem widerstandsfähigen und hoch verfügbaren Netzwerk, das den Verkehr, bei Fehlern an kritischen Knoten, dynamisch umleitet. Neuere Geräte schleusen sich automatisch in ein bestimmtes Netzwerk ein oder aus. Das passiert völlig autonom. Deshalb ist es wichtig, dass Geräte direkt miteinander kommunizieren und sich gegenseitig authentifizieren können, ohne dass dazu ein Dritter nötig ist. Ein lokaler, gerätespezifischer RA-Dienst ist für ein solches Szenario die beste Lösung.

PKI entwickelt sich ganz offensichtlich weiter. Einige der Kernthemen innerhalb der Cybersicherheit, die Teil einer PKI sind, wenden wir jetzt auf IoT-Anwendungsfälle an. Man muss das Rad ganz offensichtlich nicht neu erfinden. Vielmehr geht es darum neue Möglichkeiten zu schaffen es einzusetzen. Das Internet der Dinge ist immer noch das Internet. Sicherheitsprinzipien, die Netzwerke seit Jahrzehnten schützen, eignen sich auch für dieses "neue" Internet. (GlobalSign: ra)

eingetragen: 09.09.18
Newsletterlauf: 02.10.18

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Meldungen: Grundlagen

IT-Sicherheit in der hybriden Arbeitswelt neu angehen

In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben. Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

Kryptowährung und Cyberkriminalität

Kryptowährung ist eine Art von Währung, die nur in digitaler Form verfügbar ist. Aufgrund ihrer dezentralen Natur und fehlender Regulierung ist sie zu einem bevorzugten Zahlungsmittel für Cyberkriminelle geworden. Traditionell wird sie für Erpressungs- und Ransomware-Angriffe verwendet, aber Hacker haben nun auch begonnen, sie für Spear-Phishing-, Impersonation- und Business-Email-Compromise-(BEC)-Angriffe einzusetzen. Der folgende Artikel beleuchtet das Vorgehen der Cyberkriminellen und erläutert Strategien zum Schutz. Da der Preis von Bitcoin tendenziell stark steigt und das öffentliche Interesse an Kryptowährungen zunimmt, nutzen auch Cyberkriminelle die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, um ihre Gewinnaussichten zu steigern. Bei einer Barracuda-Analyse von Phishing-Impersonation- und BEC-Angriffe, die zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 versendet wurden, zeigte sich, dass das Volumen von Angriffen im Zusammenhang mit Kryptowährungen eng mit dem wachsenden Preis von Bitcoin einhergeht. Der Preis von Bitcoin stieg zwischen Oktober 2020 und April 2021 um fast 400 Prozent. Die Impersonation-Angriffe nahmen im gleichen Zeitraum um 192 Prozent zu.

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen. Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Sicherheitsrisiko Geisterbüros

IT-Sicherheitsverantwortliche hatten in der Pandemie alle Hände voll zu tun, das Home Office sicher anzubinden. Aber auch in verlassenen Büros oder lange schon nicht mehr hochgefahrenen Arbeitsplatzrechner entstehen Risiken. Viele Angestellte wechselten zu Beginn der Pandemie fluchtartig ins Home Office – und sind dort bis heute geblieben. Sie ließen neben ihrem Schreibtisch IT-Anlagen und Netzwerke im Büro zurück. Die ungenutzten Gebäude kosten Geld und sind ein echtes Risiko. Konnte jemand während der Pandemie ein Schloss aufbrechen, eintreten und sich unbemerkt in das Unternehmensnetzwerk einklinken? Computer und andere Anlagen stehlen? Die Passwörter der Mitarbeiter auf Post-Its und in Notizbüchern neben ihren Computern ablesen? Welche anderen Gefahren gibt es? Und was sollten Sicherheitsprofis jetzt dagegen tun? Generell gibt es zwei Kategorien von möglichen Verwundbarkeiten, über die man bei längere Zeit ausgeschalteten Geräten nachdenken sollte. Erstens Probleme, die durch unbefugten Zugriff in die verwaisten Büros entstehen. Zweitens Probleme, die sich daraus ergeben, dass unter Umständen niemand Geräte über einen längeren Zeitraum verwaltet, gepatcht oder beaufsichtigt hat.

Problem: Vernetzte Geräte im industriellen Umfeld

Vernetzte Geräte für Endverbraucher und Industrie haben sich in rasantem Tempo weiterentwickelt. So rasant, dass die damit verbundenen Vorschriften nicht Schritt halten konnten. Gerätehersteller und Betreiber hinken den ständig neu aufkommenden und sich ebenfalls weiterentwickelnden Sicherheitsstandards und Vorschriften nicht selten hinterher. Das wiederum erschwert die Entwicklung neuer Technologien zusätzlich. Dazu kommt, dass die bestehenden Standards kompliziert sind und voneinander abweichen, je nachdem, in welchem Markt man sich bewegt. Wer also geografisch expandieren will oder in eine andere Branche, kann damit rechnen, dass die ohnehin schwierige Materie noch unübersichtlicher wird. An dieser Stelle wollen wir das Problem vernetzter Geräte im industriellen Umfeld skizzieren und ein Lösungsmodell anbieten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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