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Sicherheitsvorfälle vermeiden


Kenne Deinen Feind Gängige Bedrohungsszenarien im Rechtswesen
Mehr Cybersicherheit für Anwaltskanzleien: Die wichtigsten Tipps



Autorin: GMO GlobalSign

Anwaltskanzleien haben mit höchst privaten und persönlichen Informationen ihrer Klienten zu tun. Informationen, von denen Kunden erwarten (dürfen), dass sie dementsprechend geschützt werden. Leider ist das in einem besorgniserregenden Maß nicht der Fall. Es fehlt an Budget, ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen und Schulungen. Nicht selten riskieren Kanzleien dadurch eine ganze Menge, denn die Informationen ihrer Klienten sind in diesem Augenblick nicht sicher.

Die Daten der Klienten sind wichtig für beide: Kunden und Kanzlei. Erst die Geheimhaltung und Integrität dieser Daten stellt sicher, dass Klienten einer Kanzlei weiterhin vertrauen. Gehen Daten verloren oder werden gestohlen, ist das nicht gerade eine vertrauensbildende Maßnahme, die Kunden bindet. Eher im Gegenteil. Kanzleien muss daran gelegen sein, Cybersicherheit genauso wichtig zu nehmen, wie die zur Verfügung gestellten Kernkompetenzen.

Lesen Sie zum Thema Rechtswesen auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Kenne Deinen Feind Gängige Bedrohungsszenarien im Rechtswesen
Cyberangriffe sind vielfältig und es gibt eine ganze Reihe möglicher Bedrohungsszenarien:

>> Ransomware Angreifer übernehmen die Kontrolle über Systeme und Dateien, bis Sie ein Lösegeld zahlen, um die Kontrolle über die Daten (hoffentlich) wieder zu erlangen.
>> DDoS-Angriff - Ihre Systeme werden durch Überlastung stillgelegt.
>> Datendiebstahl Angreifer haben Zugang zu Kundendaten und verkaufen diese anschließend online.
>> Man-in-the-Middle-Angriff Ein Hacker verändert die Kommunikation zwischen zwei Parteien, ohne dass die Beteiligten davon Kenntnis haben.
>> Phishing Ein Angreifer gibt sich als jemand vertrauenswürdigen aus, um sensible Daten, wie beispielsweise Benutzernamen oder Bankdaten, zu erbeuten.
>> Passwortangriff Das Passwort wurde kompromittiert und ein Angreifer kann auf Ihre Konten zugreifen.
>> Viren, Würmer und Bots Hierbei handelt es sich um kleine Codeausschnitte, die in Ihre Systeme eingebettet und dort für bösartige Zwecke verwendet werden, wie z.B. um ein System zu beschädigen, Daten zu stehlen oder Malware zu verbreiten.

Was dabei wirklich beunruhigend ist, ist nicht nur die Vielfalt der Cyberangriffe als solche, sondern die Tatsache, dass die meisten Cyberangriffe stattfinden, ohne dass Sie es selbst mitbekommen. Es geht also nicht nur um Prävention, sondern auch darum, einen Angriff zu erkennen, wenn er stattfindet. Es gibt einige Taktiken, die eine Anwaltskanzlei heutzutage in ihre Cybersicherheitsstrategie einbetten sollte.

Mitarbeiter schulen
Wir beginnen mit einem der wichtigsten Schritte zur Cybersicherheit in JEDEM Unternehmen: Der Mitarbeiterschulung. Es mag unlogisch erscheinen, sich dem Thema Cybersicherheit nicht von der IT-Abteilung aus gesehen zu nähern, aber das schwächste Glied in der Kette sind in der Tat die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die International Legal Technology Association (ILTA) führte eine Studie durch, die ergab, dass 60,9 Prozent der Angestellten von Anwaltskanzleien glauben, dass in menschlichem Versagen die größte Gefahr für die Cybersicherheit ihrer Kanzlei liegt.

Wir empfehlen, Mitarbeiter im Hinblick auf die folgenden Risiken zu schulen:
>> Umgang mit Phishing-Mails
>> Umgang mit Kundendaten
>> Senden von sensiblen Daten per E-Mail
>> Umgang mit Passwörtern

Dazu gehört auch, dass Sie eine Mitarbeiterrichtlinie rund um Cybersicherheit definiert haben und dafür sorgen, dass wirklich jederan der betreffenden Schulung teilnimmt.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
Passwörter sind berüchtigt für ihre Unzuverlässigkeit. Sie können mittels Brute-Force-Angriffen geknackt werden, aber auch die Trägheit von Angestellten gefährdet ihre Sicherheit (dazu gehören das Wiederverwenden von Passwörtern, das Verwenden von leicht zu erratenden Passwörtern, das Aufschreiben, Verlieren und Vergessen von Passwörtern und vieles mehr). Stellen Sie sich vor, ein Hacker stiehlt oder knackt das Passwort eines Mitarbeiters und hackt sich dann in das Backend Ihrer Systeme. Er verfügt jetzt über eine umfassende Kontrolle und kann auf alles zugreifen, auf das der betreffende Mitarbeiter zugreifen kann. Um das zu verhindern, eignen sich stärkere Authentifizierungsmethoden, wie z.B. einen zweiten Faktor hinzuzufügen.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie man das im Einzelnen bewerkstelligen kann. Aber alle Möglichkeiten fallen unter den Begriff der "Zwei-Faktor-Authentifizierung". Sie fügt nach der Eingabe Ihres Passwortes einen weiteren Schritt ein.

Dieser weitere Schritt kann sein:
>> Hinzufügen Ihres Fingerabdrucks.
>> Einführen einer Smartcard oder eines Tokens in Ihren Computer, die eine Identitätsanmeldeinformation enthalten.
>> Einen Code oder eine Push-Benachrichtigung zu erhalten, die an Ihr Handy gesendet werden. Beide werden gemeinhin als Einmalpasswort (OTP) bezeichnet.
>> Verifizierung Ihrer Identität mit einem digitalen Zertifikat, auch bekannt als Client-Authentifizierung".

Über die Art der Authentifizierung, die am besten zu einem Unternehmen passt, sollte man von Fall-zu-Fall entscheiden.

Sicherstellen, dass Ihre Software auf dem neuesten Stand ist
Jedes IT-System in Ihrem Unternehmen, unabhängig davon ob Sie verschiedene Internet-Browser, Desktop-Anwendungen oder Betriebssysteme verwenden, hat potenzielle Sicherheitslücken. Täglich werden neue gefunden und die einzige Möglichkeit, nicht in den Strudel gezogen zu werden, ist es, Ihre Software auf dem neuesten Stand zu halten.

Dies hilft Ihrer IT-Abteilung alle Computer von einem zentralen System aus zu kontrollieren (möglicherweise in der Cloud), sodass Updates gleichzeitig an alle Computer geschickt werden, statt dass sich IT-Teams jeden Computer einzeln vornehmen müssen.

Leider müssen bei dieser Art von Updates die Unternehmen selbst die Updates freigeben und ihre Sicherheitslücken patchen. Daher ist die beste Strategie, dass die jeweilige IT-Abteilung über mögliche Sicherheitslücken auf dem Laufenden ist.

Ihre Server-Sicherheitsoptionen kennen
Stellen Sie sich vor, dass alle Ihre virtuellen Unternehmensdaten irgendwo in einem Schloss eingesperrt sind und von einem Drachen bewacht werde das wäre ein Bild für den Einsatz von einem Server. Ihre Server managen viele Anwendungen und Programme, die eine Kanzlei jeden Tag verwendet. Ohne diese Dienste würde eine Kanzlei online nicht funktionieren.

Davon abgesehen hat diese Maschine, von der Sie wahrscheinlich mehr als eine in Ihrer IT-Abteilung haben, ein sehr eigenes technisches Bedürfnis nach Sicherheit. Verschiedene Arten von Servern haben verschiedene Sets von Konfigurationen und Regeln, die sie befolgen müssen, um sicher zu sein.

Dies sind die Grundlagen:
>> Verschlüsselung
Ihr Server sollte ebenfalls über ein digitales Zertifikat verfügen. Sie wollen sicherstellen, dass der Server sich selbst als vertrauenswürdiges Gerät identifizieren kann, sodass die Daten auf Serverebene verschlüsselt und entschlüsselt werden, wenn Sie oder Programme/Dienste sich mit diesem Server verbinden.

>> VPNs und private Netzwerke Private Netzwerke sind eine Möglichkeit, Verbindungen zwischen entfernten Rechnern oder Servern abzusichern. Die Ersteinrichtung eines VPN ist ein wenig arbeitsaufwendig, aber es lohnt sich wegen des höheren Sicherheitslevels.
>> Dienstüberprüfung Regelmäßige Prüfungen sollten Bestandteil jedes Servermanagements sein. Das Verfahren beinhaltet die Überprüfung, welche Dienste in Ihrer Infrastruktur ausgeführt werden. Damit können Sie Ihre Firewall genauer neu konfigurieren. Denn Sie kennen den Dienst, der ausgeführt wird, wissen welchen Port er für die Kommunikation verwendet und welche Protokolle sie akzeptieren. Je mehr Dienste beim Hochfahren ausgeführt werden desto größer ist die Angriffsfläche.

>> Angriffserkennung/Firewalls Durch Dateiüberwachung und Angriffserkennung (eine Software, die überwacht, was in Ihre lokalen Netzwerke herein und heraus geht) können Sie plötzliche Änderungen im System überprüfen, die verdächtig erscheinen und gleichzeitig Updates an der Firewall vornehmen, die kontrolliert, welche Dienste zugelassen sind.

>> Isolierte Ausführungsumgebung Um einen Server sicher zu halten, ist es hilfreich, Ausführungsumgebungen zu isolieren. Diese Trennung erzwingt einen klaren Kommunikationsweg, den Sie auf mehreren Einzelkomponenten überwachen können. Damit sorgen Sie dafür, dass der Zugang für einen Eindringling oder Angreifer eingeschränkt ist.

SSL/TLS für öffentliche Websites verwenden
Wenn Sie Datenübermittlungen auf Ihrer Webseite erfassen (z.B. ein Portal, in das sich Klienten einloggen, ein Kontaktformular, alle Arten von Zahlungserfassungen), müssen Sie diese Kommunikation mit einem SSL-/TLS-Zertifikat verschlüsseln. Die Verwendung von SSL/TLS schützt Informationen vor Lauschangriffen und bei ihrer Übertragung vom Browser Ihres Klienten auf Ihren Server.

SSL/TLS bietet neben der Verschlüsselung aber auch weitere Vorteile, sodass, selbst wenn Sie keine Daten auf Ihrer Website erfassen die Methode hilfreich ist:

>> Überzeugen Sie Besucher Ihrer Website, dass der Server/die Site mit der sie verbunden sind, tatsächlich Ihre Website und nicht die eines Betrügers ist - das wird am häufigsten mit Phishing-Versuchen assoziiert (z.B. betrügerische Banking-Websites bitten um Kontodaten), gilt aber für alle Inhaltsanbieter und Websites im allgemeinen (z.B. Nachrichten-Sites, Wikipedia). Ohne ein SSL-/TLS-Zertifikat, das Ihre Website identifiziert, gibt es keine Möglichkeit Ihre Website zu legitimieren.

>> Stellen Sie sicher, dass die Daten, die abgerufen oder abgesendet wurden, genau die sind, die tatsächlich angekommen sind. Unverschlüsselter Datenverkehr kann abgefangen werden, um normale Abrufe (z.B. Software-Downloads, Videoaufrufe) durch Schaddateien zu ersetzen.

S/MIME zur E-Mail-Sicherheit
Verschlüsselung ist nicht nur für Server wichtig. Sie können auch Ihre E-Mail-Kommunikation verschlüsseln. Den Unterschied zwischen beiden haben wir in einem früheren Blog 'E-Mails versus Mail-Server verschlüsseln Worin besteht der Unterschied?' thematisiert. E-Mails mit S/MIME zu verschlüsseln gewährleistet, dass nur bestimmungsgemäße Empfänger Zugang zu den Inhalten haben. Das bedeutet, selbst wenn Hacker die E-Mail bei der Übertragung abgefangen haben sollte, oder sich Zugang zum Mail-Server verschafft hat, kann er den Inhalt der E-Mail immer noch nicht lesen.

Mit S/MIME können Sie E-Mails zusätzlich digital signieren. Das kann hilfreich sein, der wachsenden Gefahr von Phishing-Angriffen und der Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails entgegenzuwirken. Denn die Nachrichtenherkunft wird verifiziert und es fällt leichter, gefälschte E-Mails als solche zu erkennen.

Incident Response Plan
Zu guter Letzt, der alles entscheidende Incident Response-Plan, wie Sie am besten auf Sicherheitsvorfälle reagieren. Fakt ist, egal was Sie unternehmen, um die Risiken einer Cyberattacke zu senken, es besteht immer noch eine Chance, dass Hacker dennoch ein Schlupfloch finden.

Ein Incident-Response-Plan ist ein Leitfaden für die Mitarbeiter des Unternehmens (vor allem die IT-Abteilung), wie auf einen Angriff zu reagieren ist. Das erspart viel Zeit, Geld und Ressourcen, denn jeder weiß, was er zu tun hat, um die Auswirkungen des Angriffs zu minimieren.

Cybersicherheit, keine einfache Sache
Wenn Sie es hierher geschafft haben, ist Ihnen schon klar, dass Cybersicherheit zu gewährleisten keine leichte Aufgabe ist. Aber sie muss eine der vorrangigen Prioritäten sein für Unternehmen, die sensible Kunden- oder Klientendaten speichern.

Ein Weg, diese komplexe Aufgabe für Ihre IT-Abteilung leichter zu machen, sind PKI-basierte Lösungen. Sie decken viele der oben diskutierten Bereiche ab - E-Mails, interne Server, öffentliche Websites, mobile Geräte und so weiter. Management-Tools und Automatisierungstechnologien vereinfachen die Bereitstellung und Verwaltung, sodass die Lösungen effizienter funktionieren und die IT-Abteilung sich wieder anderen Aufgaben zuwenden kann.
(GMO GlobalSign: ra)

eingetragen: 20.08.16
Home & Newsletterlauf: 22.09.16


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Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Grundlagen

Auswirkungen auf das OT-Netzwerk

Der Ransomware-Angriff auf Colonial Pipelines hat Auswirkungen weit über die betroffenen Regionen und Einrichtungen hinaus: Weltweit sehen sich kritische Infrastrukturen steigenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein Angriff wie in den USA kann jederzeit auch bei uns stattfinden – mit ähnlich verheerenden Folgen. Ransomware-Attacken sind zumeist opportunistisch. Das heißt, Cyberkriminelle wollen möglichst schnell und einfach möglichst viel Gewinn erzielen. Sie greifen also vor allem solche Ziele an, von denen sie vermuten, dass sie hohe Lösegeldforderungen zahlen können und werden. Der eigene Aufwand lässt sich zudem durch Ransomware-as-a-Service-Angebote noch weiter reduzieren, indem Know-how und kriminelle Dienstleistungen "gebucht" werden. Durch die zunehmende Konvergenz von IT- und OT-Netzwerken, also Informationstechnologie und Betriebstechnik, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden ehemals getrennten Bereichen. Entsprechend können Angriffe von der einen auf die andere Infrastruktur "überspringen". Bislang haben wir keine Beispiele für Ransomware gesehen, die speziell auf OT-Komponenten abzielt, und dies gilt auch für Colonial Pipeline: Die Ransomware infiltrierte das IT-Netzwerk und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie direkte Auswirkungen auf das OT-Netzwerk hatte. Als Vorsichtsmaßnahme schaltete Colonial jedoch die OT-Seite des Netzwerks ab und verhinderte so die weitere Ausbreitung. Dieser Schritt erschien vor allem deshalb notwendig, da der Pipelinebetreiber offensichtlich über eine mangelnde Transparenz dieser Infrastruktur verfügte, so das Ausmaß der Gefährdung nicht beurteilen konnte und sich nicht in der Lage sah, die potenziellen Auswirkungen auf das OT-Netzwerk abzumildern und zu begrenzen.

IT-Sicherheit in der hybriden Arbeitswelt neu angehen

In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben. Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

Kryptowährung und Cyberkriminalität

Kryptowährung ist eine Art von Währung, die nur in digitaler Form verfügbar ist. Aufgrund ihrer dezentralen Natur und fehlender Regulierung ist sie zu einem bevorzugten Zahlungsmittel für Cyberkriminelle geworden. Traditionell wird sie für Erpressungs- und Ransomware-Angriffe verwendet, aber Hacker haben nun auch begonnen, sie für Spear-Phishing-, Impersonation- und Business-Email-Compromise-(BEC)-Angriffe einzusetzen. Der folgende Artikel beleuchtet das Vorgehen der Cyberkriminellen und erläutert Strategien zum Schutz. Da der Preis von Bitcoin tendenziell stark steigt und das öffentliche Interesse an Kryptowährungen zunimmt, nutzen auch Cyberkriminelle die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, um ihre Gewinnaussichten zu steigern. Bei einer Barracuda-Analyse von Phishing-Impersonation- und BEC-Angriffe, die zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 versendet wurden, zeigte sich, dass das Volumen von Angriffen im Zusammenhang mit Kryptowährungen eng mit dem wachsenden Preis von Bitcoin einhergeht. Der Preis von Bitcoin stieg zwischen Oktober 2020 und April 2021 um fast 400 Prozent. Die Impersonation-Angriffe nahmen im gleichen Zeitraum um 192 Prozent zu.

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen. Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Sicherheitsrisiko Geisterbüros

IT-Sicherheitsverantwortliche hatten in der Pandemie alle Hände voll zu tun, das Home Office sicher anzubinden. Aber auch in verlassenen Büros oder lange schon nicht mehr hochgefahrenen Arbeitsplatzrechner entstehen Risiken. Viele Angestellte wechselten zu Beginn der Pandemie fluchtartig ins Home Office – und sind dort bis heute geblieben. Sie ließen neben ihrem Schreibtisch IT-Anlagen und Netzwerke im Büro zurück. Die ungenutzten Gebäude kosten Geld und sind ein echtes Risiko. Konnte jemand während der Pandemie ein Schloss aufbrechen, eintreten und sich unbemerkt in das Unternehmensnetzwerk einklinken? Computer und andere Anlagen stehlen? Die Passwörter der Mitarbeiter auf Post-Its und in Notizbüchern neben ihren Computern ablesen? Welche anderen Gefahren gibt es? Und was sollten Sicherheitsprofis jetzt dagegen tun? Generell gibt es zwei Kategorien von möglichen Verwundbarkeiten, über die man bei längere Zeit ausgeschalteten Geräten nachdenken sollte. Erstens Probleme, die durch unbefugten Zugriff in die verwaisten Büros entstehen. Zweitens Probleme, die sich daraus ergeben, dass unter Umständen niemand Geräte über einen längeren Zeitraum verwaltet, gepatcht oder beaufsichtigt hat.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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