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IT-Sicherheit in der hybriden Arbeitswelt neu angehen

Die Cyberabwehr muss sich für den Wechsel zwischen Büro und Homeoffice aufstellen

IT-Organisationen stehen beim Umstieg auf hybride Arbeitsumgebungen vor einer Fülle an Aufgaben, um die Sicherheit wieder neu zu garantieren



Von Daniel Clayton, VP of Global Services bei Bitdefender

In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben.

Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

Zahlreiche neue Probleme ergeben sich aus dem dezentralen Arbeiten für die IT-Sicherheit:

1. Risiken on the Road

Mitarbeiter, die nicht im Büro sind, arbeiten in der Regel in einem weniger sicheren Umfeld. Sie loggen sich über unbekannte und oft nicht geschützte Hotspots in Zügen und Cafés ein oder nutzen ihr Heimnetzwerk. Dieses ist oft über privat angeschaffte IoT-Geräte leicht angreifbar. IT-Administrationen im Unternehmen können diese Hardware zudem nur schwierig oder gar nicht überwachen, absichern und warten. Mobile Geräte gehen zudem häufiger verloren oder werden eher beschädigt als die am Schreibtisch vergleichsweise sicheren Desktops.

2. Der IT-Admin im Homeoffice

Auch die IT-Mitarbeiter selbst sind nun unterwegs – und den gleichen Risiken ausgesetzt. Im Homeoffice haben sie zudem Probleme, auf die physische Hardware, die sie verwalten sollen, zuzugreifen oder die wichtigen Telemetrie-Daten etwa zum Netzwerkverkehr abzurufen.

3. Neue Arbeitsmodelle – neue IT-Verhaltensweisen

Jahrelang haben IT-Administratoren gelernt, welche IT-Verhaltensweisen in einer Büroarbeitswelt normal und damit unverdächtig sind. Maschine-Learning-Modelle bewerten abweichendes Verhalten und blocken es. Der Zugriff von einer unbekannten IP ist nicht mehr unbedingt ein Alarmsignal für einen unerlaubten Zugriff. Viele bisher selbstverständliche Annahmen sind zu überprüfen. Daher ist es Zeit zum Umlernen. Eine flexible Arbeitswelt macht es schwieriger, unverdächtiges Verhalten zu definieren.

4. Nicht für unterwegs gebaut

Viele IT-Systeme wurden schlicht nicht für den Fernzugriff oder für dezentrales Arbeiten konzipiert. Dies kann direkt Risiken erzeugen, zum Beispiel wenn RDP-Dienste für das öffentliche Internet freigegeben werden. Oder indirekt, wenn Mitarbeiter Schutzmechanismen umgehen, um einfach schnell ihre Arbeit zu machen. Die Konsequenz ist dann oft, dass Dienste nicht mehr im schützenden Tunnel eines Virtual Private Network (VPN) ablaufen.

5. Neue hybride Organisationsmodelle

Wenn die IT-Systeme jedoch nicht für dezentrales, hybrides Arbeiten nutzbar sind, stellt dies den kompletten Stack für IT-Security-Technologie infrage. Das macht gravierende Umbauten und Neuinvestitionen erforderlich. Doch damit nicht genug: Viele Probleme werden durch grundlegende Geschäftsprozesse oder IT-Systeme verursacht, die mit hybriden Arbeitsmodellen schlicht nicht kompatibel sind. IT-Verantwortliche testen die neu entstehenden Angriffsflächen und Reaktionsstrategien, um sicherzustellen, dass sie in einer hybriden Arbeitswelt das Schutzniveau aufrechterhalten.

Neue alte Prioritäten für die IT-Sicherheit in der flexiblen Arbeitswelt

Was sind jedoch die wichtigsten Elemente einer Cyberabwehr, um diese neuen Probleme zu entschärfen? Es sind alte Aufgaben, die aber in der dezentralen Arbeit mit ihren "mobilisierten" Geräten wieder neu auf der Agenda stehen.

Die volle Sichtbarkeit über die genutzten Geräte ist neu zu gewährleisteten. Sichtbarkeit ist außerdem nötig, um Informationen sammeln. Gerade in der hybriden Arbeitswelt sammelt sich schnell eine Schatten-IT an. Aus der Sichtbarkeit ergibt sich der Zugriff auf die Systeme. Er ist Grundlage für jede Gefahrenabwehr. Nur so kann eine IT-Administration Hardware absichern, konfigurieren und kontinuierlich patchen und Abwehrmaßnahmen aus der Ferne durchzuführen – um etwa eine Infektion mit Malware aus der Ferne zu bereinigen.

Eine letzte Priorität ist die Einfachheit. Seine Aufgaben zu erledigen, sollte für den Angestellten zuhause so einfach wie möglich sein. Eine Hauptquelle für Risiken im Betrieb ist, wenn Mitarbeiter vorhandene Regeln umgehen, um ihre Arbeit produktiv zu erledigen.

Sicherheitstechnologien für die Welt da draußen

Mehrere Technologien und Sicherheitsdienste können Organisationen helfen, hybride Arbeitsmodelle besser abzusichern.

1. Identity & Access Management

Moderne Sicherheitsplattformen basieren auf starken Authentifikations- und Identitätsplattformen. Dazu gehört Single Sign On (SSO), das auf Plattformen wie Office365, GSuite oder Okta aufsetzt. Diese Plattformen, gepaart mit Multi-Faktor-Authentifikation und einem strengen Überwachen und Überprüfen der Logins, bieten leistungsstarke Sicherheitsfunktionen. Vorhandene IAM-Plattformen an die neue Arbeitswelt anzupassen, kann jedoch erhebliche Investitionen erfordern.

2. Geräte sicherer machen

Da sich Geräte in hybriden Arbeitswelten hauptsächlich außerhalb der sicheren Zone eines geschützten Unternehmensnetzwerks befinden, sind diese Geräte zusätzlich abzusichern. Dazu gehören sowohl Patching und Konfiguration als auch andere Schutzmechanismen wie BIOS-Passwörter und Geräteverschlüsselung.

3. Remote Work Enablement

Ein hybrides Arbeitsmodell wird traditionelle Zugriffsmethoden wie VPN in Frage stellen. Der Einsatz von Netzwerktechnologien wie Software Defined Perimeter und Network Function Virtualization kann die Reibungsverluste für Remote-Mitarbeiter reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit und Verfügbarkeit der Unternehmenssysteme erhöhen.

4. Remote Response / Forensik

IT-Teams müssen in der Lage sein, auf Vorfälle zu reagieren und sie zu analysieren - unabhängig davon, wo sie auftreten. Teams, die sich bisher auf den persönlichen Zugriff auf Geräte verlassen haben, passen daher ihre Tools und Prozesse an, um auch per Fernzugriff zu arbeiten.

5. Moderne Analyse

Wenn sich Geräte aus den Unternehmensnetzwerken ins Homeoffice begeben, werden sie anderen Angriffen ausgesetzt sein. Um diese zu erkennen und Geräte dagegen zu schützen, sind moderne Sicherheitsanalysen nötig, die diese Angriffe erkennen können.

6. Managed Detection and Response (MDR)

Es gibt viel zu tun und vieles neu zu bewerten. Zahlreiche Unternehmen haben aber nicht die Ressourcen, um sich schnell auf die hybride Arbeitswelt neu einzustellen. Notwendig wäre dafür ein eigenes Security Operations Center, um den neuen zahlreichen Alarmen ihrer Tools nachzugehen und die jetzt fälligen proaktiven Analysen durchzuführen. MDR-Dienste bieten die dringend nötige helfende Hand. MDR-Prozesse sind von Grund auf für den Umgang mit Remote-Geräten ausgelegt und können problemlos auf hybride Modelle umgestellt werden. Für ein MDR-Team sind alle Geräte von Natur aus Remote-Geräte.

Fazit: Mobile Sicherheit lernen

IT-Organisationen stehen beim Umstieg auf hybride Arbeitsumgebungen vor einer Fülle an Aufgaben, um die Sicherheit wieder neu zu garantieren. Im Kern geht es darum, in dezentralisierten Organisationen die volle Sichtbarkeit über die IT zu erlangen und die Kontrolle zu behalten. Zahlreiche Technologien können der IT dabei helfen: Identity- und Access-Management, Managed Detection and Response, moderne Analytik, ein Zero-Trust-Ansatz oder Remote Response und Forensik. Um diese Aufgaben zu bewältigen, schlägt die Stunde von Diensten und Dienstleistern.

Über den Autor:

Daniel Clayton ist Vice President of Global Services and Support bei Bitdefender. Zu seinen Aufgaben gehört die Verwaltung aller Aspekte der Sicherheitsumgebungen von Kunden vom Security Operation Center des Unternehmens aus. Clayton verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im technischen Betrieb und hat Sicherheitsteams für die National Security Agency und den britischen Geheimdienst geleitet.

(Bitdefender: ra)

eingetragen: 17.07.21
Newsletterlauf: 27.09.21

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Meldungen: Grundlagen

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen. Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Sicherheitsrisiko Geisterbüros

IT-Sicherheitsverantwortliche hatten in der Pandemie alle Hände voll zu tun, das Home Office sicher anzubinden. Aber auch in verlassenen Büros oder lange schon nicht mehr hochgefahrenen Arbeitsplatzrechner entstehen Risiken. Viele Angestellte wechselten zu Beginn der Pandemie fluchtartig ins Home Office – und sind dort bis heute geblieben. Sie ließen neben ihrem Schreibtisch IT-Anlagen und Netzwerke im Büro zurück. Die ungenutzten Gebäude kosten Geld und sind ein echtes Risiko. Konnte jemand während der Pandemie ein Schloss aufbrechen, eintreten und sich unbemerkt in das Unternehmensnetzwerk einklinken? Computer und andere Anlagen stehlen? Die Passwörter der Mitarbeiter auf Post-Its und in Notizbüchern neben ihren Computern ablesen? Welche anderen Gefahren gibt es? Und was sollten Sicherheitsprofis jetzt dagegen tun? Generell gibt es zwei Kategorien von möglichen Verwundbarkeiten, über die man bei längere Zeit ausgeschalteten Geräten nachdenken sollte. Erstens Probleme, die durch unbefugten Zugriff in die verwaisten Büros entstehen. Zweitens Probleme, die sich daraus ergeben, dass unter Umständen niemand Geräte über einen längeren Zeitraum verwaltet, gepatcht oder beaufsichtigt hat.

Problem: Vernetzte Geräte im industriellen Umfeld

Vernetzte Geräte für Endverbraucher und Industrie haben sich in rasantem Tempo weiterentwickelt. So rasant, dass die damit verbundenen Vorschriften nicht Schritt halten konnten. Gerätehersteller und Betreiber hinken den ständig neu aufkommenden und sich ebenfalls weiterentwickelnden Sicherheitsstandards und Vorschriften nicht selten hinterher. Das wiederum erschwert die Entwicklung neuer Technologien zusätzlich. Dazu kommt, dass die bestehenden Standards kompliziert sind und voneinander abweichen, je nachdem, in welchem Markt man sich bewegt. Wer also geografisch expandieren will oder in eine andere Branche, kann damit rechnen, dass die ohnehin schwierige Materie noch unübersichtlicher wird. An dieser Stelle wollen wir das Problem vernetzter Geräte im industriellen Umfeld skizzieren und ein Lösungsmodell anbieten.

Ein neues Paradigma für den sicheren Laptop

Nach über einem Jahr COVID-bezogener "Notunterkünfte” ist von zu Hause aus arbeiten unumgänglich geworden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben Anpassungen ihrer Arbeitsweise vorgenommen, um die Geschäftskontinuität während dieser beispiellosen Pandemie sicherzustellen. Es wird allgemein erwartet, dass die Arbeitgeber auch nach Abklingen der Pandemie ihren Mitarbeitern mehr Flexibilität bieten werden, um zumindest einen Teil der Arbeitswoche von zu Hause aus zu arbeiten. All diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Endpunktsicherheit und die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass Laptops, die von Mitarbeitern verwendet werden, sicher sind und das gleiche Maß an Schutz bieten wie Desktops, die sich traditionell innerhalb des Unternehmensperimeters befinden.

Innenverteidigung: Cybersecurity mit Blick nach innen

Organisationen verstärken aufgrund der Gefahrenlage ihre Abwehr gegen Cyberangriffe von außen. Dabei vergessen sie oft jedoch den Blick nach innen. Neue Technologien helfen dabei, Angreifer zu stoppen, die sich bereits im Netzwerk befinden. Für Cyberkriminelle bedeutet die Coronakrise und ihre Folgen eine Goldgräberstimmung – noch nie waren viele Unternehmen so verwundbar wie heute. Die IT-Sicherheit zieht jedoch langsam nach, um die durch die verteilten Mitarbeiter vergrößerte Angriffsfläche abzusichern – und erhöht die Sicherheitsmauern rund um das Unternehmen und seinen Mitarbeitern im Homeoffice. Dabei übersehen viele Organisationen, dass die eingesetzten Lösungen nur nach außen gerichtet sind und nicht nach innen – wo die mitunter größeren Gefahren lauern.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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