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Datenschutz auf höchstem Niveau


Warum Zero-Knowledge der neue Verschlüsselungsstandard werden muss
Zero-Knowledge schützt die Daten, sobald sie das Endgerät in Richtung Cloud verlassen, Nutzer müssen ihr Passwort und das Gerät trotzdem zusätzlich sichern



Von Istvan Lam, CEO Tresorit

Die Enthüllungen zum Ausmaß der Überwachung durch die NSA sorgten in den letzten Jahren für ein großes Umdenken im Umgang mit digitalen Medien. Inzwischen sorgen sich 92 Prozent der Deutschen um die Privatsphäre ihrer Onlinedaten. Mit der voranschreitenden Digitalisierung der Unternehmen liegen auch immer mehr sensible geschäftliche Informationen auf Servern von Cloud-Anbietern. Im Falle einer Datenpanne drohen sowohl rechtliche Schritte von Kunden, empfindliche Vertragsstrafen als auch Industriespionage. Trotzdem verschlüsseln bisher nur 42 Prozent der Firmen ihre Cloud-Daten, obwohl die Mehrheit die Verschlüsselung von Daten für wichtig hält.

Ein Grund für die Zurückhaltung in der praktischen Umsetzung könnte die Unsicherheit darüber sein, welche Art der Verschlüsselung überhaupt den geeigneten Schutz bietet. Die Stichwörter "End-to-End-Verschlüsselung" und "Zero-Knowledge" fallen in diesem Zusammenhang immer häufiger - doch was steht hinter diesen Begriffen?

Transparente Zahlen zur Häufigkeit staatlicher Datenabfragen und Hackerangriffen gibt es kaum. Hacks müssen den Nutzern abhängig von der Rechtslage des jeweiligen Landes nicht zwingend mitgeteilt werden. Und staatliche Eingriffe dürfen den betroffenen Nutzern nicht immer kommuniziert werden. Dienste wie beispielsweise Twitter und Microsoft klagten deswegen gegen die US-Regierung. Die IT-Industrie reagiert inzwischen auf die komplizierte Rechtssituation mit End-to-End-Verschlüsselung, jüngst sogar WhatsApp und bald auch Facebook. Ein Schritt in die richtige Richtung, doch um optimalen Datenschutz zu gewährleisten, muss noch weitergedacht werden.

End-to-End-Verschlüsselung stellt sicher, dass Dateien oder Nachrichten auf dem eigenen Computer oder Smartphone verschlüsselt werden und den Server nur in verschlüsselter Form erreicht. Wird ein starker AES256-Algorithmus verwendet, ist solch eine Verschlüsselung mit den heute verfügbaren Rechenkapazitäten nicht zu knacken. Gleichzeitig wird jedoch bei vielen Anbietern eine Kopie des Verschlüsselungspassworts auf denselben Servern hinterlegt, was die Instandhaltung des Angebots für den Anbieter erleichtert, allerdings auf Kosten der Sicherheit gehen kann. Vergleichbar ist diese Anstrengung mit der Investition in aufwändige Sicherheitsschlösser in einem Hotel, in welchem allerdings an der Rezeption stets ein Ersatzschlüssel für die Mitarbeiter bereitliegt.

Hier kommt Zero-Knowledge ins Spiel. Wird das End-to-End-Verfahren nach dem Zero-Knowledge-Standard konsequent zu Ende gedacht, gibt es keine Schlüsselkopie, nur der Hotelgast beziehungsweise der Nutzer kann das Schloss öffnen. So kann der Anbieter sicherstellen, dass Mitarbeiterfehler ausgeschlossen und Diebstähle die Privatsphäre des Kunden nicht gefährden können. Die Schwierigkeit für Onlineservices ist es nun, dieses einfache Praxis-Beispiel auf wesentlich komplexere IT-Systeme zu übertragen und damit Zero-Knowledge zu gewährleisten.

Der Kunde muss sich ins System einloggen können, ohne dass der verifizierende Anbieter das Passwort kennt. Dafür wird das "private" Passwort des Kunden mathematisch an das "public" Passwort des Prüfers gekoppelt. Aus dem privaten Passwort lässt sich leicht das öffentliche Passwort generieren, aber nicht umgekehrt. Auf diese Weise weiß der Anbieter das private Passwort des Nutzers nicht und kann trotzdem die Nutzungsberechtigung verifizieren. Der Serviceanbieter hat damit "Null Wissen" über das private Passwort, was es auch Dritten enorm erschwert, Zugang zu vertraulichen Informationen zu erhalten.

Doppelt hält besser: Weitere Maßnahmen für eine sichere, digitale Privatsphäre
Solch ein umständliches Zero-Knowledge-Verfahren ist besonders für Branchen, die sich aufgrund ihrer sensiblen Daten keine Fehler leisten können, wichtig. Etwa Gesundheits- und Finanzdienstleister, Juristen, Journalisten und Menschenrechtsorganisationen tragen große Verantwortung für streng vertrauliche Informationen. Und auch Privatnutzer müssen ihre eigenen Daten sicher verwalten. Zero-Knowledge schützt die Daten, sobald sie das Endgerät in Richtung Cloud verlassen, Nutzer müssen ihr Passwort und das Gerät trotzdem zusätzlich sichern. Ähnlich wie beim Auto, wo neben dem ABS-System auch Airbags und Sitzgurte nötig sind, sollten Virenschutzprogramme, starke Passwörter, Zwei-Stufen-Verifizierung und Festplattenverschlüsselung eine Selbstverständlichkeit für jeden Nutzer sein.

Fazit: Mit Zero-Knowledge rechtliche Unsicherheit technisch lösen
Im Zeitalter von Big Data haben Nutzer kaum noch Kontrolle über ihre eigenen Daten. Neben Werbetreibenden und Forschern schöpfen auch Hacker und Massenüberwachung in diesem riesigen Datenpool aus dem Vollen. Trotz Privacy Shield und Fortschritten mit der EU-Datenschutzgrundverordnung ist ein international einheitliches und nutzerorientiertes Datenschutzrecht derzeit kaum absehbar. Verschlüsselung ist daher die beste Möglichkeit, der komplizierten Situation schon jetzt technisch Herr zu werden und die Datenhoheit an den Nutzer zurückzugeben. Zero-Knowledge ist die konsequenteste Art, dies umzusetzen. In der wachsenden Nachfrage nach Zero-Knowledge-Lösungen steckt daher großes Potential für die Zukunft der digitalen Privatsphäre.

Über den Autor:
Bereits während des Studiums war der Kryptografie-Experte Istvan Lam so unzufrieden mit der Sicherheit zahlreicher Cloud-Speicher-Lösungen, dass er mit der Entwicklung seiner eigenen Verschlüsselungstechnologie begann und das Unternehmen Tresorit gründete. Inzwischen gilt Tresorit dank End-to-End-Verschlüsselung und Schweizer Datenschutz als einer der sichersten Anbieter am Markt, um Dateien online zu speichern und gemeinsam zu bearbeiten. Tresorit-CEO Istvan Lam wurde daher vor kurzem vom Forbes-Magazin als europäisches Technologietalent auf die Liste der "30 under 30" aufgenommen.
(Tresorit: ra)

eingetragen: 20.08.16
Home & Newsletterlauf: 23.09.16


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Meldungen: Grundlagen

IT-Sicherheit in der hybriden Arbeitswelt neu angehen

In den Zeiten des Homeoffice verbirgt sich hinter der Anmeldung auf ein System abends von einer ungewöhnlichen IP-Adresse nicht mehr unbedingt ein Angriff – sondern vielleicht der Mitarbeiter im Zweitwohnsitz. Hybrides, dezentrales Arbeiten verlangt aber nicht nur für das Bewerten von auffälligem Verhalten einen Lernprozess: Die IT-Sicherheit insgesamt muss sich neu aufstellen und die Probleme angehen, die sich aus dem Wechsel zwischen Büro und Heimarbeit ergeben. Aktuell akzeptieren Unternehmen hybrides, dezentrales Arbeiten immer mehr. Doch die Pandemie hat offengelegt, dass die meisten Organisationen technologisch auf diese veränderte Situation nicht vorbereitet waren. Die Folgen des schnellen Exodus ins Home-Office zeigen, dass nicht nur die Sicherheitsteams, sondern die gesamte IT vor immensen Aufgaben stehen. Denn der Wechsel auf ein hybrides, dezentrales Arbeiten verändert in Sachen IT-Abwehr viele bisher selbstverständlich geltende Konstanten und Erkenntnisse. Sämtliche Sicherheitsprozesse müssen an die neue hybride Welt angepasst werden.

Kryptowährung und Cyberkriminalität

Kryptowährung ist eine Art von Währung, die nur in digitaler Form verfügbar ist. Aufgrund ihrer dezentralen Natur und fehlender Regulierung ist sie zu einem bevorzugten Zahlungsmittel für Cyberkriminelle geworden. Traditionell wird sie für Erpressungs- und Ransomware-Angriffe verwendet, aber Hacker haben nun auch begonnen, sie für Spear-Phishing-, Impersonation- und Business-Email-Compromise-(BEC)-Angriffe einzusetzen. Der folgende Artikel beleuchtet das Vorgehen der Cyberkriminellen und erläutert Strategien zum Schutz. Da der Preis von Bitcoin tendenziell stark steigt und das öffentliche Interesse an Kryptowährungen zunimmt, nutzen auch Cyberkriminelle die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, um ihre Gewinnaussichten zu steigern. Bei einer Barracuda-Analyse von Phishing-Impersonation- und BEC-Angriffe, die zwischen Oktober 2020 und Mai 2021 versendet wurden, zeigte sich, dass das Volumen von Angriffen im Zusammenhang mit Kryptowährungen eng mit dem wachsenden Preis von Bitcoin einhergeht. Der Preis von Bitcoin stieg zwischen Oktober 2020 und April 2021 um fast 400 Prozent. Die Impersonation-Angriffe nahmen im gleichen Zeitraum um 192 Prozent zu.

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen. Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Sicherheitsrisiko Geisterbüros

IT-Sicherheitsverantwortliche hatten in der Pandemie alle Hände voll zu tun, das Home Office sicher anzubinden. Aber auch in verlassenen Büros oder lange schon nicht mehr hochgefahrenen Arbeitsplatzrechner entstehen Risiken. Viele Angestellte wechselten zu Beginn der Pandemie fluchtartig ins Home Office – und sind dort bis heute geblieben. Sie ließen neben ihrem Schreibtisch IT-Anlagen und Netzwerke im Büro zurück. Die ungenutzten Gebäude kosten Geld und sind ein echtes Risiko. Konnte jemand während der Pandemie ein Schloss aufbrechen, eintreten und sich unbemerkt in das Unternehmensnetzwerk einklinken? Computer und andere Anlagen stehlen? Die Passwörter der Mitarbeiter auf Post-Its und in Notizbüchern neben ihren Computern ablesen? Welche anderen Gefahren gibt es? Und was sollten Sicherheitsprofis jetzt dagegen tun? Generell gibt es zwei Kategorien von möglichen Verwundbarkeiten, über die man bei längere Zeit ausgeschalteten Geräten nachdenken sollte. Erstens Probleme, die durch unbefugten Zugriff in die verwaisten Büros entstehen. Zweitens Probleme, die sich daraus ergeben, dass unter Umständen niemand Geräte über einen längeren Zeitraum verwaltet, gepatcht oder beaufsichtigt hat.

Problem: Vernetzte Geräte im industriellen Umfeld

Vernetzte Geräte für Endverbraucher und Industrie haben sich in rasantem Tempo weiterentwickelt. So rasant, dass die damit verbundenen Vorschriften nicht Schritt halten konnten. Gerätehersteller und Betreiber hinken den ständig neu aufkommenden und sich ebenfalls weiterentwickelnden Sicherheitsstandards und Vorschriften nicht selten hinterher. Das wiederum erschwert die Entwicklung neuer Technologien zusätzlich. Dazu kommt, dass die bestehenden Standards kompliziert sind und voneinander abweichen, je nachdem, in welchem Markt man sich bewegt. Wer also geografisch expandieren will oder in eine andere Branche, kann damit rechnen, dass die ohnehin schwierige Materie noch unübersichtlicher wird. An dieser Stelle wollen wir das Problem vernetzter Geräte im industriellen Umfeld skizzieren und ein Lösungsmodell anbieten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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