Rubrik: Markt/Hintergrund

Unternehmen werden mit Spam, Viren und E-Mails mit fehlerhaften Adressen überflutet

Im Durchschnitt sind nur etwa 20 Prozent der E-Mails für die Unternehmen brauchbar

(11.08.05) - Erschreckende Zahlen: Bis zu 95 Prozent des E-Mail-Aufkommens an Wochenenden und bis zu 88 Prozent an Wochentagen sind nach Hochrechnungen der Retarus GmbH "E-Müll". Dazu zählen Spam, virenbelastete und Phishing-Mails oder "Directory Harvest"-Angriffe.

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Dies stellt Unternehmen vor ernsthafte Probleme. Der Aufwand für die Abwehr von elektronischen Schädlingen und das Verarbeiten sinnloser Nachrichten steigt stetig, folglich erhöht sich die Belastung von Anwendern, Fachpersonal und IT-Infrastruktur. Die IT-Experten von Retarus haben diese erschreckenden Zahlen auf Basis des E-Mail-Verkehrs ermittelt, der von Kunden im Outsourcing über die Rechenzentren des Dienstleisters geleitet und dort vom "E-Müll" befreit wird.

"Das Ergebnis hat uns zunächst selbst geschockt: Die Abfangquote kann je nach Kunde Werte von knapp 95 Prozent erreichen. Die Spitzen liegen dabei an den Wochenenden. Umgekehrt heißt dies: Im Durchschnitt sind nur etwa 20 Prozent der E-Mails für die Unternehmen brauchbar, teilweise sogar nur knapp 5 Prozent“, erläutert Oliver Pannenbäcker, Leiter Electronic Services bei der retarus GmbH. Laut einer Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verursacht allein Spam einen volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe: So schätzt die EU-Kommission den Produktivitätsverlust bei Unternehmen in der EU auf 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen unnötige Kosten für die Infrastruktur der Internetprovider und Netzbetreiber.

Anders als viele Sicherheitsstudien basieren die Retarus-Zahlen jedoch nicht auf Umfragen bei IT-Verantwortlichen, sondern auf Auswertungen empirischer Daten aus den Retarus-Rechenzentren, in denen täglich mehrere Millionen von Nachrichten verarbeitet werden.

Neben Spam- und Viren-Mails an existierende Adressen stellen E-Mails an zufällig generierte Empfänger mittlerweile einen sehr großen Teil der täglichen E-Mail-Flut dar, die die eigene Infrastruktur beanspruchen. Hauptursache sind hier nicht die Tippfehler von Absendern: Immer häufiger sind es sogenannte "Directory Harvest"-Angriffe, mit denen Spammer versuchen, an gültige Adressen für ihre unerwünschten Werbebotschaften zu gelangen. (Retarus: ma)

 

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