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Missmanagement der Musikindustrie begünstigt Internet-Piraterie Filmbranche größter Leidtragender (13.12.05) - Die Musikindustrie trägt eine große Mitschuld an der ausufernden Entwicklung der Piraterie im Internet. Das erklärte die Wirtschaftsinitiative "no abuse in internet" (naiin) anlässlich der Verleihungen des Bambi und des Europäischen Filmpreises in Berlin. Fatale Versäumnisse der großen Musik-Labels hätten die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Musiktitel im weltweiten Datennetz geradewegs angekurbelt.
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"Die Musikbranche hat es schlichtweg verschlafen, sich rechtzeitig und mit geeigneten Mitteln gegen Piraterie im Internet zu schützen. Erst ein großer Computer-Konzern musste den Markt-herren zeigen, wie man legale Musicstores etabliert und ökonomisch managt", sagte naiin-Präsident Arthur Wetzel. Anders hingegen stellt sich die Situation für die Filmbranche dar. Sie ist laut naiin am schwersten von der Internet-Piraterie getroffen. Grund: Ihre Handlungsmöglichkeiten sind im Vergleich zur Musikbranche nur sehr eingeschränkt. "Der Musikwirtschaft wäre es jederzeit möglich gewesen, legale Alternativen zu illegalen Download-Plattformen wie zum Beispiel Tauschbörsen zu schaffen. Die Filmindustrie kann dies im Hinblick auf Kinofilme oder andere Produktionen nicht", erläutert Wetzel. Der Zeitraum zwischen dem Start eines Kinofilms bis zur Veröffentlichung der entsprechenden DVD ist klar reglementiert und entspricht den traditionellen Regeln der Verwertungskette in dieser Branche; er ist mit mindestens sechs Monaten viel größer als der zwischen der Erstveröffentlichung eines Songs und dessen Verkauf auf einer CD. Die Entwicklung der Online-Tauschbörsen zu illegalen Download-Plattformen urheberrechtlich geschützten Materials samt entsprechendem Nutzer-Zustrom war Jahre vor der Existenz des ersten legalen Alternativ-Angebots absehbar. Aber selbst heute, wo das Problem erkannt ist, sind die legalen Angebote laut Untersuchungen des europäischen Verbraucherverbandes BEUC noch unzureichend. iTunes, MusicLoad & Co weisen noch ein zu einseitiges und schmales Musikange-bot auf. Viele tausend Titel stehen im Internet schlichtweg nur illegal zum Erwerb. Doch auch die Filmbranche scheint nicht aus den Fehlern der Musikbranche zu lernen. Sie scheint sie vielmehr zu wiederholen. Zwar wird in Kino-Trailern mit einigem Erfolg auf die strafrechtliche Relevanz von Raubkopien hingewiesen, im Internet wird die Verbreitung aber noch immer als Kavaliersdelikt angesehen. "Von Tausenden Hinweisen auf illegale Internet-Inhalte, die jährlich bei naiin eingehen, bezieht sich keine einzige auf Filmpiraterie. Die Problematik ist der breiten Masse einfach nicht im Bewusstsein“, schlussfolgerte Wetzel. Hintergrund: Filmpiraterie Die illegale Vervielfältigung von Filmen ist ein
Massenphänomen. Allein in Deutschland entsteht durch Filmpiraterie jährlich
ein Gesamtschaden in Höhe von 350 Millionen Euro. Der Schaden weltweit
beläuft sich laut dem US-Filmverband Motion Picture Association of America
(MPAA) auf mehr als 3,5 Milliarden Dollar. 53 Prozent aller US-Filme stehen
bereits vor ihrem Kinostart als illegaler Download im Internet zur Verfügung.
Interpol zufolge soll sich selbst das Terror-Netzwerk Al-Qaida durch
DVD-Raubkopien finanziert haben. (naiin: ra) |
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