Rubrik: Markt/Hintergrund

Detecon warnt vor Gefahren für Kfz-Teile- und Zubehörgeschäft

RFID-gestütztes Ersatzteilmanagement stärkt Händler

(03.07.06) - Die Management-Beratung Detecon International zeigt Automobilherstellern Wege, ihr margenstarkes Ersatzteilgeschäft vor der drohenden Erosion zu bewahren und gleichzeitig Markenhändler und Kunden fester an sich zu binden. RFID (Radio Frequency Identication) als Schlüssel hierzu ist weit mehr als nur eine ausgezeichnete Logistik-Technologie. Sie ermöglicht auch Anreizsysteme zum Einsatz von Originalersatzteilen und neue Kundenbindungskonzepte, bei denen Käufer etwa verlängerte Garantien erhalten, wenn sie ihre Autos ausschließlich durch Markenwerkstätten und mit RFID-markierten Originalteilen warten lassen.

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Detecon International sieht Gefahren für das Ersatzteilgeschäft der Autohersteller (OEM). Händler bestellen Kfz-Ersatzteile immer häufiger direkt beim Teilehersteller. Durch die 2004 europaweit eingeführte Gruppenfreistellungsverordnung müssen sogar fabrikatgebundene Händler Ersatzteile nicht mehr ausschließlich beim Automobilhersteller beziehen. „Selbst Markenhändler gehen daher verstärkt dazu über, direkt beim Teilehersteller oder über den freien Teilehandel zu bestellen", erläutert Detecon-Berater Jochen Hornung. Auch Produktpiraterie und der steigende Anteil von minderwertigen Nachbauten schmälerten den Gewinn der OEM zusätzlich.

Da der Markt für Ersatzteile wächst, wirkt sich der Verlust von Anteilen in diesem Geschäft umso gravierender aus. So ist das Durchschnittsalter des Pkw-Bestandes seit 1995 von 6,8 auf heute bereits fast 12 Jahre gestiegen und wird den Absatz von Austauschteilen weiter zunehmen lassen. Gleichzeitig steigt auch der Wert der einzelnen Teile z.B. durch ihren höheren Elektronikanteil.

RFID ermöglicht neue Gewährleistungsmodelle

Um die originären Vertriebswege wieder zu stärken, bedarf es laut Hornung effektiver Anreiz-systeme für den Einsatz von Originalersatzteilen. "Versehen die OEM ihre Originalteile mit RFID-Transpondern, entstehen auch für die Händler mehrere wirtschaftliche Vorteile: Die lückenlose Verfolgbarkeit der Originalteile auf ihren Vertriebswegen schafft Transparenz: Sicherheitslagerbestände lassen sich daher auf das optimale Maß verringern, was wiederum die Kapitalbindungskosten senkt. Die erhöhte Verfügbarkeit ermöglicht zudem Just-in-time-Konzepte", erklärt Detecon-Berater Hornung. Dies alles verschaffe den Händlern und Werkstätten klare Vorteile und binde sie fester an den Automobilhersteller.

Die Automobilhersteller müssen nach Ansicht von Detecon zudem das Markenbewusstsein der Endkunden wieder steigern. "Oft merken Fahrzeughalter erst im Garantiefall, dass sie ein gefälschtes Produkt erworben haben und der Hersteller nicht für den Schaden haftet", so Hornung. Wenn RFID-gekennzeichnete OEM-Teile Fälschungssicherheit garantieren, lassen sich Fahrzeug-halter stärker an ihre Marken und Vertragswerkstätten binden. Mögliche Konzepte hierzu sind erweiterte Gewährleistungsfristen und Garantiezusagen für ausschließlich originalteilbestückte Autos. Auch Club-Konzepte bieten einen Zusatznutzen, wenn OEM markentreuen Kunden zum Beispiel Fahrertrainings anbieten. (Detecon: ra)

 

 

 

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