Rubrik: Markt/Hintergrund

Datenspionage durch das Abhör- und Meldesystems Echelon ist nicht zu unterschätzen

E-Mail-Verschlüsselungsprodukte können Datenspionage verhindern

(11.07.06) - "Der Feind hört mit“ - diese These werfen Kritiker des automatisierten weltweiten Abhör- und Meldesystems Echelon ins Feld. Die Allianz aus fünf Sicherheitsdiensten hat zum Ziel, sämtliche E-Mail-, Fax- und Telefonkommunikation mitzuverfolgen. Ursprünglich als System entwickelt, um militärische und diplomatische Kommunikation abzuhören, und zur Suche nach terroristischen Verschwörungen, Aufdeckungen im Drogenhandel sowie als politischer und diplomatischer Nachrichtendienst, wird es von Kritikern als System zur Wirtschaftsspionage deklariert. Somit ist neben der privaten E-Mail-Kommunikation auch sämtlicher elektronischer Unternehmens-Datenverkehr einsehbar. Darauf weist Zertificon Soloutions hin und mahnt zum Einsatz von E-Mail-Verschlüsselungsprodukten.

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Echelon verfügt laut Berichten über 120 Landstationen und geostationäre Satelliten, denen es möglich sein soll, über 90 Prozent des Internetverkehrs mitzuverfolgen. Die Vorgehensweise wird als "strategische Fernmeldekontrolle“ bezeichnet: Mittels elektromagnetischer Wellen werden Nachrichten wahllos abgefangen und zur zentralen Auswertung, die nachträglich über Stimm-, Schlüsselwort- oder sonstige Filter erfolgt, weitergeleitet.

Bis 2004 befand sich eine Echelonbasis in Bad Aibling (Bayern), die weite Teile Deutschlands und sogar Europas abhören konnte. Ihre Schließung wurde im Anschluss an ein Verfahren der EU, bei dem festgestellt wurde, dass die Anlage nach dem Ende des Kalten Krieges mehrheitlich der Wirtschaftsspionage diente, beschlossen. Doch noch im Frühjahr 2004 wurde ein Nachfolger gefunden: Ein neuer Horchposten mit mindestens fünf Radomen steht heute auf dem ehemaligen August-Euler-Flughafen in Griesheim bei Darmstadt.

E-Mail-Verkehr vor Mitlesern schützen

Der wohl berühmteste Abhörangriff durch Echelon auf deutschem Boden betraf eine deutsche Firma. So hat der amerikanische Geheimdienst NSA seinerzeit den Windenergieanlagenhersteller Enercon GmbH abgehört und die Daten und Konferenzen, die zwischen dem Forschungslabor und der Fabrikationsanlage Enercons per Satellit und Telefonleitungen übertragen wurden, weiterge-reicht. Die erzielten Erkenntnisse verwendete die amerikanische Konkurrenzfirma Kenetech zur Anmeldung eines eigenen Patents und kam damit der Enercon zuvor, die auf Grund dessen eine Umsatzeinbuße in Höhe von 100 Millionen DM zu verzeichnen hatte. (Zertificon Solutions: ma)

 

 

 

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