Rubrik: Markt/Hintergrund

"Interest Security Scanner" verstößt nicht gegen GPL

Unabhängiges Gutachten widerlegt Vorwürfe - Software wieder am Markt erhältlich

(13.09.06) - Interest, ein Geschäftsbereich des Fachinformationsanbieters Weka Media GmbH & Co. KG, vertreibt ab sofort wieder die Software "Interest Security Scanner“, ein Programm zur professionellen Sicherheitsanalyse von Netzwerken. Interest gab zu dieser Entscheidung folgende Erklärung heraus:

Ein unabhängiges Expertengutachten bestätigt jetzt die wiederholte Feststellung des Verlages, dass es sich bei dem Produkt um eine eigenständige Entwicklung des Herausgebers Peter Feil handelt. Weka Media hatte das Produkt im Juli 2006 sicherheitshalber vom Markt genommen, nachdem der Programmierer Marc Ruef öffentlich vehemente Vorwürfe erhoben hatte, das Programm enthalte nach den Regeln der General Public License (GLP) urheberrechtlich geschützte Bestandteile der von ihm entwickelten Software "Attack Tool Kit“ (ATK).

Ein von Weka Media beauftragter unabhängiger Sachverständiger kommt in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem "Interest Security Scanner“ um eine eigenständige Pro-grammentwicklung von Peter Feil handelt, bei der keine Programmteile der Software ATK kopiert und verwendet wurden. Beide Programme verwenden eine unterschiedliche Programmiersprache, unterschiedliche Bildschirmmasken und unterschiedliche Bezeichnungen bei wesentlichen Begriffen und Informationen. Die beiden Programme weisen zwar ähnliche Informationen und Logiken auf, was aber nicht von kritischem Belang ist, da es sich bei beiden Produkten um Security-Software handelt. Die Vorwürfe von Marc Ruef, der bereits vor mehreren Jahren mit Peter Feil in Kontakt stand, werden zudem durch die Tatsache entkräftet, dass er das Programm unter Open Source angeboten hat und im ATK-Tool an keiner Stelle Hinweise auf die GPL zu finden sind. Somit sind Ruefs Vorwürfe hinsichtlich eines GPL-Verstoßes durch Interest hinfällig.

Der Programmierer des "Interest Security Scanners“ Peter Feil ist BSI-Grundschutzauditor (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und hat dem Verlag bei Vertragsabschluss schriftlich zugesichert, dass es sich bei der Software um eine eigenständige Entwicklung handelt und frei von Rechten Dritter ist.

Marc Ruef hat in der Zwischenzeit auf seiner Homepage Abstand von seiner Androhung genommen, rechtlich gegen Weka Media vorzugehen, da er die Aussicht auf Erfolg mittlerweile selbst als gering einschätzt. Weka Media sieht zum jetzigen Zeitpunkt trotz des entstandenen Imageschadens und der Umsatzeinbußen davon ab, rechtliche Schritte gegen Ruef einzuleiten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Ruef künftig seine unberechtigten Vorwürfe und damit verbundenen unwahren Tatsachenbehauptungen nicht wiederholt. (Weka: Interest: ra)

 

 

 

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