Rubrik: Markt/Hintergrund

Viele Mitglieder sozialer Netzwerke geben private Daten arglos an Unbekannte weiter

Persönliche Angaben auf Social Network Websites erleichtern Cyberkriminellen die Arbeit

(20.08.07) - Sophos warnt vor dem leichtfertigen Umgang mit persönlichen Daten in Online-Netzwerken. Social Networks gehören zu den meist genutzten Web 2.0-Angeboten. Auf Online-Plattformen, wie Stayfriends, Lokalisten oder Wer-kennt-wen, sind mittlerweile Millionen von Internet-Nutzern weltweit registriert. Ein Experiment von Sophos zeigt: Die Mitglieder geben dort auf Anfrage unüberlegt persönliche Daten, wie E-Mail-Adresse, Geburtstag oder Telefonnummer, preis, ohne die Identität des Absenders zu kennen.

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Für Cyberkriminelle ist es ein Leichtes, auf diese Weise potenzielle Opfer auszuspionieren und gezielt zu attackieren. Sophos rät daher zu erhöhter Vorsicht in sozialen Netzwerken und einem sensiblen Umgang mit vertraulichen Daten im Internet.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos: "Millionen von Internet-Nutzern registrieren sich heute in Online-Communities, um alte Schulkameraden zu finden, neue Freundschaften zu schließen oder berufliche Kontakte zu knüpfen. Dafür wirft so mancher Nutzer jegliches Misstrauen über Bord und offenbart Wildfremden vertrauliche Informationen. Dass sich hinter dem viel versprechenden neuen Geschäftspartner auch ein krimineller Hacker oder Spammer verstecken kann, scheinen die wenigsten zu bedenken. Eine kurze Anfrage per Mail genügt und viele Nutzer geben bereitwillig Auskunft."

Das Facebook-Experiment

Unter dem frei erfundenen Namen "Freddi Staur" registrierte sich Sophos im populären englisch-sprachigen Online-Netzwerk Facebook und hinterlegte im Profil lediglich das Foto eines kleinen, grünen Frosches sowie einige wenige persönliche Daten. Um zu erfahren, wie viele Mitglieder auf die Anfrage eines unbekannten Absenders antworten, sendete Sophos daraufhin Anfragen an 200 willkürlich ausgewählte Facebook-Nutzer.

Das Ergebnis:

41 Prozent antworten auf die Kontaktaufnahme und gewährten Freddi den Zugriff auf ihre in Facebook hinterlegten persönlichen Informationen. In vielen Fällen wurde ihm dabei der Zugriff auf eine oder gar mehrere E-Mail-Adressen, das Geburtsdatum, die Adresse und Telefonnummer sowie häufig auch auf private Fotos von Freunden und Angehörigen erlaubt. Viele der Kontakte nannten darüber hinaus persönliche Vorlieben und Abneigungen, Hobbies wie auch berufliche Details.

Die Ergebnisse des Tests im Überblick

·         87 der 200 von 'Freddie Staur' kontaktierten Facebook-Nutzer antworteten auf die Anfrage.

·         Insgesamt gaben 41 Prozent der kontaktierten Mitglieder den Zugriff auf persönliche Informationen frei.

·         72 Prozent derer, die auf die Anfrage geantwortet hatten, gaben mindestens eine E-Mail-Adresse preis.

·         84 Prozent gaben ihre vollständigen Geburtsdaten an.

·         87 Prozent stellten detaillierte Informationen zu ihrer Ausbildung und ihrem Arbeitsplatz bereit.

·         78 Prozent gaben Auskunft über ihre aktuelle Adresse oder den derzeitigen Wohnort.

·         23 Prozent gaben ihre Telefonnummer an.

·         26 Prozent teilten ihren Instant Messaging-Anzeigenamen mit.

(Sophos: ra)

 

 

 

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