Rubrik: Markt/Hintergrund

Internet-Report: Eltern nicht immer über Aktivitäten der Kinder informiert

Online-Gefahren unterschätzt: Einer von drei Internetnutzern wurde bereits zum Opfer von Hacker-Angriffen

(19.03.09) - Das Internet ist gut für die Beziehungspflege: Sieben von zehn Erwachsenen sind der Meinung, dass die Möglichkeiten des Internets ihre sozialen und familiären Kontakte erheblich fördern. Das ist eines der Ergebnisse des jährlichen "Norton Online Living Reports" von Symantec, der zum zweiten Mal in Folge erscheint. Jedoch gibt es in dieser scheinbar heilen Welt auch einige Wermutstropfen: Die ewige Frage, die sich Eltern stellen - was macht mein Kind wohl gerade? - bleibt im Hinblick auf dessen Treiben im Internet teilweise unbeantwortet. Zum Beispiel wissen viele Eltern nicht, dass sich ihr Nachwuchs zum Teil doppelt so lange im Internet herumtreibt wie angenommen.

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Wie der Report zeigt, geben 99 Prozent aller Erwachsenen weltweit an, ihre persönlichen Daten im Internet zu schützen. Dennoch sind ungesichertes Surfen, riskantes Verhalten und gehackte Computer nach wie vor keineswegs die Ausnahme. Die Hälfte derer, die regelmäßig online gehen, besucht auch unsichere Webseiten, macht kein Daten-Backup und verwendet unsichere Passwörter. Einer von drei Internetnutzern wurde bereits zum Opfer von Hacker-Angriffen.

Das Internet als Treff- und Kontaktbörse?

Sieben von zehn Erwachsenen haben eigenen Angaben zufolge dank des Internets ein aktiveres Sozialleben. Kein Wunder: Im Durchschnitt hat jeder etwa 41 Online-Freunde. Knapp die Hälfte hat ein eigenes Profil auf einer Social Networking-Seite und ein Viertel verrät online auch schon mal ein Geheimnis. Zweifellos ist das Internet inzwischen zu einem solch zentralen Medium für alle Arten zwischenmenschlicher Beziehung geworden, dass sechs von zehn Erwachsenen nicht mehr "ohne" leben möchten.

Was treibt der Nachwuchs im Netz?

Bereits der letzte Report hatte zu Tage gebracht, dass eines von fünf Kindern online Dinge tut, die seine Eltern nicht gutheißen würden. Der Effekt blieb nicht aus: Laut dem diesjährigen Norton Online Living Report musste eines von fünf Kindern für genau dieses Verhalten eine elterliche Rüge einstecken.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: 90 Prozent der Eltern sehen ihre Verantwortung gegenüber den Kindern deutlich und bemühen sich um einen entsprechenden Dialog - das sind 20 Prozent mehr als im letzten Jahr. Einige Kinder kommen ihren Eltern sogar ein (virtuelles) Stück entgegen und akzeptieren sie online als "Freunde". Zudem nutzen 14 Prozent Optionen wie Instant Messaging oder Social Networking Seiten, um den Kontakt zu ihren Großeltern zu intensivieren.

Keine Probleme mit der Sicherheit?

Obwohl fast alle Erwachsenen angeben, etwas für ihre Online-Sicherheit zu tun, zeigt der Report, dass viele Internet-Nutzer beim Kontakten, Flirten und Datenaustausch noch nicht ausreichend geschützt sind. Zwar ist der Durchschnitt durchaus darüber informiert, was für einen umfassenden Schutz erforderlich ist, jedoch nutzen viele ihren Virenscanner nur sporadisch oder verlassen sich auf Sicherheitssysteme, die längst nicht mehr aktuell sind. Noch beunruhigender: Zwei von zehn Erwachsenen weltweit verwenden gar keine Sicherheitssoftware. Fast die Hälfte hat bereits unangenehme Erfahrungen wie einen Festplattenabsturz gemacht; ein Drittel hat zudem schon wertvolle Daten wie Musik, Videos und finanzrelevante Informationen verloren. Abschreckend im Hinblick auf die Internet-Nutzung wirkt es jedoch nicht: Neun von zehn der befragten Erwachsenen und Kinder finden, dass die Vorteile des Internets die Risiken mehr als aufwiegen.

"Digitale Medien gehören zu unserem Alltag und bieten zahllose Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen, Kontakte zu halten oder auszubauen: Vom 'Webcaming' mit der Großmutter, über das SMS-en unter Teenagern bis hin zum Aufspüren der Jugendliebe mithilfe des Internets. Bei all dem Spaß und Komfort, die das Netz bietet, vergisst man schon mal die Risiken, die es birgt. Dabei geht es sowohl um Online-Gefahren von Schadprogrammen über Datenklau bis hin zum Cyber-Mobbing, aber auch darum, virtuelle und unmittelbare Kommunikation in Balance zu halten - vor allem im Hinblick auf Eltern und ihre Kinder", erklärt Janice Chaffin, Group President von Symantecs Consumer Business Unit.

Zusätzlich beinhaltet der Report u. a. folgende Themenkomplexe:

Worauf könnten die Menschen im Zweifelsfall noch am ehesten verzichten: das Internet, ihr Auto oder ihr Mobiltelefon?

·         Wie beeinflusst das Internet die kindliche Bildung?

·         Reden Eltern lieber über Sexualität oder das Internet mit ihren Kindern?

·         Wie bewahren sich Erwachsene und Kinder ihre guten Manieren im Zeitalter des Internets?

·         Was ist das Erfolgsgeheimnis der vernetzten, sogenannten "E-Familie"?

Über die Studie

Der Norton Online Living Report wurde in zwölf Ländern online durchgeführt (USA, Kanada, UK, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, China, Japan, Indien, Australien und Brasilien). Realisiert wurde die Studie von Harris Interactive im Auftrag von Symantec im Zeitraum zwischen dem 13. Oktober und dem 15. Dezember 2008. Insgesamt 6.427 Erwachsene (18 Jahre und älter), darunter 1.297 Eltern von Kindern zwischen acht und 17 Jahren sowie 2.614 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren, die eigenen Angaben zufolge eine oder mehrere Stunden monatlich online sind, nahmen daran teil. Die Ergebnisse wurden so ermittelt, dass sie als repräsentativ für die "Online-Bevölkerung" jedes einzelnen Landes gelten können. (Symantec: ra)

 

 

 

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