Rubrik: Markt/Hintergrund

Diskussion über Cyberbanden auf Einkaufstour

CeBIT 2010: G Data fragte, ob Onlinekriminelle nicht mehr zu stoppen sind

(10.03.10) - Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph diskutierten mit ihren Gästen auf der CeBIT über Cyberbanden, die in immer größerem Stil mit illegal erlangten Daten ahnungsloser Internetnutzer auf Online-Einkaufstour gehen. Zahlreiche Beispiele aus den letzten Monaten zeigen, dass es sich dabei längst nicht mehr um kleine Gaunereien vereinsamter Teenager handelt, sondern um schwere Online-Kriminalität mit Millionenumsätzen, die strikt verfolgt und bestraft werden muss.

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Die Frage: Sind Onlinekriminelle nicht mehr zu stoppen? Was sind die Hehlerwaren?

Mirko Manske, BKA, sagte: "Phishing nach Online-Banking-Zugangsdaten war gestern, heute interessiert die gesamte digitale Identität."

Kai Laufen, SWR, wies darauf hin: "Das Bewusstsein für die Probleme steigt, aber wir haben ein unausgewogenes Verhältnis zwischen den Erkenntnissen der IT-Sicherheitsbranche, die sehr viel über die kriminellen Strukturen wissen und den Möglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden solche Erkenntnisse auszuwerten und die Täter tatsächlich festzusetzen."

Frank Ackermann, Rechtsanwalt, meinte: "Der Nutzer muss weiter aufgeklärt werden, dass im Internet kaum etwas umsonst ist, was ihn nicht zugleich auch gefährden kann. Man muss beim Nutzer das richtige präventive und reaktive Handeln hervorrufen und falls es zur Infektion kam, diese Fälle auch melden. Im Zweifel seinem Zugangsanbieter und der Polizei."

Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs, weiß: "In der kriminellen Schattenwirtschaft wird mehr Geld umgesetzt, als im Drogenhandel. Moderne Malware versteckt sich auf dem System und wird vom Nutzer nicht bemerkt. Leidensdruck entsteht erst, wenn der Kontoauszug Überweisungen an unbekannte Empfänger enthält."

Wolfgang Back: "Das Internet hat, wie wir alle wissen, die Welt und die Gesellschaft stark verändert. So werden heute bereits Jugendliche kriminell, weil sie nicht wie früher ihr Haus verlassen müssen, um einen Einbruch zu begehen. Sie können alles von zuhause mit ihrem Rechner machen. So gibt es bereits 13-, 14jährige, die Geld aus dem Internet scheffeln. Für die Polizei ist diese Art der Kriminalität neu. Es müssten Spezialisten heran gezogen werden, die den unkundigen Bürgern helfen können." (G Data: ma)

 

 

 

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