Ausblick auf die IT-Sicherheitstrends 2024

NIS2: Cybersecurity-Investitionsdruck auf Unternehmen steigt

Politik und Wirtschaft reagieren mit rechtlichen Vorschriften und verpflichtenden Sicherheitsstandards



Von Dr. Sebastian Schmerl, Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf

Arctic Wolf gibt einen Ausblick auf IT-Sicherheitstrends für 2024, die CIOs und IT-Verantwortliche auf dem Schirm haben sollten.

1) Geopolitische Lage spitzt sich zu: Cybersicherheit von kritischen Infrastrukturen und Supply Chain so wichtig wie nie

Der Russland-Ukraine-Krieg, die Spannungen im Nahen Osten, der Taiwan-Konflikt und China in seiner Doppelrolle als wichtiger Handelspartner und systemischer Rivale des Westens: Die geopolitische Situation ist angespannt, gleichzeitig verschärft sich die Cyberbedrohungslage. Wir beobachten vermehrt Angriffe auf Länder und kritische Infrastrukturen, wobei Technologie vermehrt als politische und kriegerische Waffe eingesetzt wird. Zum anderen sind privatwirtschaftliche Unternehmen in der globalisierten Welt hochvernetzt, und Lieferketten reichen über mehrere Ländergrenzen hinweg.

Das macht sie für Cyberbedrohungsakteure besonders angreifbar. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich die geopolitische Lage in naher Zukunft beruhigen wird, können sich weder Unternehmen noch Länder eine Verschnaufpause in puncto Sicherheit erlauben. Regierungen, Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen sollten daher ihre Cyber-Resilienz stärken und ihre Angriffsfläche jederzeit aufmerksam überwachen, um Schwachstellen schnellstmöglich zu schließen und im Angriffsfall schnell reagieren zu können. Mit gesetzlichen Regelungen wie dem Cyber Resilience Act (CRA) der Europäischen Kommission versuchen Gesetzgeber zudem, die Sicherheit von Hardware- und Softwareprodukten zu stärken.

2) NIS2 kommt: Cybersecurity-Investitionsdruck auf Unternehmen steigt

Dass Cybersicherheit eine Herausforderung von wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und politischem Ausmaß ist, ist in den letzten Jahren verstärkt ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Die oben genannte Zuspitzung der geopolitischen Lage ist dabei ein maßgeblicher Treiber. Politik und Wirtschaft reagieren mit rechtlichen Vorschriften und verpflichtenden Sicherheitsstandards. So müssen zum Beispiel die EU-Mitgliedsstaaten die NIS2-Richtlinie zum Schutz kritischer Infrastrukturen bis Oktober 2024 in nationales Recht umsetzen. Ziel ist es, durch die deutliche Ausweitung des Geltungsbereichs der Richtlinie kritische Infrastrukturen, aber auch Liefer- und Wertschöpfungsketten europaweit widerstandsfähiger zu machen.

Die Ausweitung des Gültigkeitsbereichs ist ein richtiger Schritt, denn in unseren hochverteilten und spezialisierten Wertschöpfungsketten kann schnell der Ausfall eines einzelnen Glieds durch einen Cyberangriff in der Lieferkette zu großen wirtschaftlichen Schäden führen. Dadurch steigt der Druck auf Unternehmen, ihre Investitionen in die IT-Sicherheit zu erhöhen, um die Anforderungen zu erfüllen. Eine Studie von PwC zeigt schon jetzt, dass ein Investitionsschub im Bereich Cyber-Sicherheit zu erwarten ist: 84 Prozent der Unternehmen wollen in Zukunft ihr Budget erhöhen.

3) Professionalisierung der Cyberkriminalität: Auch die Verteidigerseite muss aufrüsten

Cyberkriminelle werden immer raffinierter in ihrem Vorgehen und organisieren sich zunehmend als professionelle Organisationen. Laut Bitkom wurde so innerhalb eines Jahres jedes zweite Unternehmen mit Ransomware attackiert. Professionelle Banden geben auch technisch weniger erfahrenen Angreifern z. B. mit Ransomware-as-a-Service die nötigen Werkzeuge an die Hand, um breit angelegt Angriffe durchzuführen. Dabei geraten Unternehmen aller Größen und Branchen ins Visier der Kriminellen – auch KMU. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, sich der Gefahr von Angriffen bewusst zu werden, in Sachen IT-Sicherheit aufzurüsten und sich zu professionalisieren. Lösungen wie Zero Trust und SASE werden in Zukunft zum neuen Standard und die herkömmlichen VPN-Verbindungen ersetzen. Firewalls und Virenscanner sind seit langem nicht mehr ausreichend für einen State-of-the-Art-Schutz. Außerdem braucht es ein konsequentes 24/7 Monitoring der IT-Landschaft und reaktionsschnelle Detection-and-Response-Lösungen. Wenn Unternehmen nicht die Expertise und Ressourcen für eine solche interne Professionalisierung haben, sollten sie mit externen Sicherheitspartnern zusammenarbeiten, die das nötige Know-how und die Technologie mitbringen, denn nichts zu tun, ist keine Option.

4) KI als Komplize der Bedrohungsakteure: Zunahme von Phishing Mails und Deep Fakes

Kriminelle sind erfahrungsgemäß immer die ersten, die sich eine neue Technologie zunutze machen. So auch im Cyberraum. Sie adaptieren generative KI in ihrer Angriffskette, und die Vorgehensweise wird immer raffinierter. Das Versenden von Phishing-E-Mails, z. B. beim Business-E-Mail-Compromise (BEC), gehört zu den bewährten Betrugsmethoden. Nach Angaben von Bitkom steht Phishing derzeit mit 31 Prozent an der Spitze der häufigsten Cyberattacken auf deutsche Unternehmen. 2022 waren es noch 25 Prozent. Dass KI-Tools wie ChatGPT immer leistungsfähiger werden, spielt den Cyberangreifern zudem in die Hände. Durch die perfektionierte Erstellung von individuell zugeschnittenen und personalisierten E-Mails in der Muttersprache der Opfer erscheinen Phishing-Mails noch echter. Auch die Einbettung von Deep Fakes in der Videotelefonie oder bei Betrugsanrufen ist auf dem Vormarsch und wird in Zukunft immer stärker und flächendeckender zum Einsatz kommen. Unternehmen dürfen hier nicht den Anschluss verlieren und müssen bei KI-Technologien am Ball bleiben.

5) Fachkräftemangel und fehlende Inhouse-Expertise: Security-Outsourcing im Aufwind

Steigende Fallzahlen an Cyberangriffen und verschärfte gesetzliche Anforderungen führen dazu, dass Unternehmen zunehmend auf präventive und reaktive Aufrüstung ihrer Cybersicherheit setzen. Doch es gibt Herausforderungen: Die Implementierung von Lösungen ist komplex, die Investitionskosten sind hoch und es fehlt an Know-how. Da angesichts des Fachkräftemangels qualifizierte Mitarbeitende fehlen oder sehr teuer sind, wird das Outsourcing der IT-Sicherheit zum Schlüsselfaktor, um das Cyberrisiko zu senken und Angriffe effektiv abzuwehren. Entsprechend steigt die Nachfrage nach externer Unterstützung und Security-Partner wie Arctic Wolf bilden die verlängerte Werkbank der IT-Abteilung. Sie überwachen kontinuierlich die gesamte IT-Landschaft des Unternehmens, unterstützen bei der Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und helfen mit ihrem Sicherheitswissen, den Cyberschutz langfristig zu verbessern. Oftmals ist die Inanspruchnahme von externen Sicherheitsdienstleistungen erheblich günstiger als der inhouse Personal-, Know-how- und Technologie-Aufbau.

6) Paradigmenwechsel: von Best-in-Class zu Best-to-Integrate

In der Vergangenheit stand bei der Auswahl von Sicherheitslösungen die Frage im Vordergrund, welche Lösung den besten Schutz und die beste Performance bietet, z. B. welcher Virenschutz oder welche Firewalls am effektivsten sind und welche Lösung marktführend ist (Best-in-Class). Doch diese Aspekte sind längst nicht mehr die einzigen. Der Trend geht hin zu Best-to-Integrate, und die Nachfrage nach integrierten Lösungen nimmt zu: Wie lässt sich die Lösung in die bestehenden Sicherheitskontrollen integrieren? Wie aufwendig sind Implementierung, Konfiguration und Betrieb? Wie viele Fachkräfte und Schulungen werden benötigt? Durch Best-to-Integrate-Lösungen reduziert sich der Zeitaufwand für Konfiguration, Wartung und Sicherheitsuntersuchungen. Gleichzeitig ist eine Konsolidierung der Herstellerlandschaft zu beobachten. Große Player – z.B. Amazon, Google, Microsoft, CISCO – die in der Lage sind, verschiedene Sicherheitslösungen problemlos in ihre Plattformen zu integrieren, kaufen kleinere Unternehmen auf und stärken somit ihre eigene Marktposition als Anbieter von Best-to-Integrate-Lösungen. Weil in Unternehmen insgesamt immer mehr Anwendungen zum Einsatz kommen, ist davon auszugehen, dass sich diese Trends in Zukunft noch verstärken werden.

Fazit

Unternehmen müssen ihre IT-Sicherheit ausbauen, um gegen den Fachkräftemangel, die Professionalisierung von Hackern und die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen anzukommen. Security-Outsourcing ist eine mögliche Lösung, um die IT-Sicherheit langfristig zu verbessern und Cyberrisiken zu minimieren. So können sich Unternehmen 2024 im Kampf gegen die Cyberkriminalität noch besser verteidigen. (Arctic Wolf: ra)

eingetragen: 22.11.23
Newsletterlauf: 14.02.24

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Meldungen: Hintergrund

Einsatz von Deep Fakes

Schon im Oktober 2023 hatten die Bitdefender Labs vor dem neuen Trend der Cyberkriminellen gewarnt, hochwertige Streaming-Kanäle zu kapern – mit dem Ziel massenhaften Krypto-Betrugs. Dieser Trend hat nun größere Ausmaße angenommen. Dabei agieren die Täter zielgruppengerecht und greifen vor allem reichweitenstarke Kanäle an, die teilweise über eine Million, in einem Fall sogar 12,5 Millionen Abonnenten haben.

Cyberattacken auf Hotels

Kriminelle nutzen zunehmend den wohlmeinenden Servicegedanken von Hotelmitarbeitenden aus: Sophos X-Ops hat mehrere Fälle einer ungewöhnlichen "Malspam"-Kampagne aufgedeckt, die sich an Hotels auf der ganzen Welt richtet und mit Hilfe einer Social-Engineering-Komponente konkret die Emotionen des Servicepersonals ausnutzt. Die Attacken mit der Schadsoftware RedLine Stealer, die auf das Abschöpfen von Zugangsdaten spezialisiert ist, konnte aktuell in Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in den USA nachgewiesen werden.

Kriminelle übernehmen SSH-Server mit SSH-Tunneling

Aqua Security hat eine seit langem bestehende aber kaum bekannte Bedrohung für SSH-Server näher beleuchtet. Über SSH-Tunneling können Bedrohungsakteure SSH-Server als Slave-Proxy nutzen und Datenverkehr über ihn weiterleiten. Eine mehrmonatige Forschung von Aquas Research-Team "Nautilus" ergab, dass Cyberkriminelle einen Weg gefunden haben, um SSH-Tunneling zu nutzen, um Proxy-Pools zu erstellen.

Ransomware-Banden im Fegefeuer der Eitelkeiten

Cyberkriminalität ist professionalisiert. Dazu gehören aber nicht nur Arbeitsteilung, Recruiting im Darknet und benutzerfreundliche Malware-Baukästen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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