Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr

Lange Ausfallzeiten von POS-Terminals vermeiden mit Remote Key Injection

Warum ist das Updaten dieser Geräte ein Problem und wie lässt sich das in Zukunft verhindern?



Von Mario Galatovic, VP Product Management bei Utimaco

Der wochenlange Ausfall von Kartenzahlungs-Terminals machte vielen deutschen Händlern zu schaffen und sorgte für verärgerte Kunden. Mario Galatovic, VP Product Management bei Utimaco, zeigt, mit welchen Standards und Technologien sich solche Vorfälle in Zukunft verhindern oder zumindest schneller beheben lassen.

Im Zuge der Pandemie hat sich auch im Bargeldland Deutschland die kontaktlose Kartenzahlung mehr und mehr durchgesetzt. Kartenzahlungen wurden im Jahr 2021 mit einem Umsatzanteil von etwa 59 Prozent sogar zur beliebtesten Payment-Option im Einzelhandel. Ende Mai 2022 standen Kunden allerdings vielerorts vor Hinweisen wie "Vorerst nur Barzahlung möglich". Bestimmte ältere Modelle von Kartenlesegeräten konnten keine Verbindung zu einem Netzbetreiber herstellen. Wirklich problematisch wurde die Situation, wenn die Terminals nicht per Fernzugriff aktualisiert werden konnten, sondern manuell geupdatet werden mussten. So konnten Kunden teilweise mehrere Wochen gar nicht mit Karte oder nur über das Lastschriftverfahren bezahlen.

Warum ist das Updaten dieser Geräte ein Problem und wie lässt sich das in Zukunft verhindern? Um das zu verstehen, muss man die komplexen Sicherheitsmechanismen hinter Kartenzahlungen betrachten.

Schlüsselblöcke und Zahlungen

Man könnte annehmen, dass POS-Systeme ein häufiges Ziel für Kriminelle sind – schließlich werden in diesem Jahr weltweit schätzungsweise 8,5 Billionen Dollar an digitalen Zahlungen getätigt, und selbst ein winziger Prozentsatz davon wäre für Kriminelle äußerst lukrativ. Allerdings gibt es in diesem Bereich kaum nennenswerten Betrug, da aufgrund der verschiedenen Standards der Payment Card Industry (PCI) (einschließlich PCI PIN, PCI Card Production und PCI P2PE) in den Zahlungsgeräten starke Kryptografie verwendet wird. Kryptografische Schlüssel bei der Übertragung sind eines der wichtigsten Mittel zur Sicherung von Daten in einer digitalen Welt, aber die Art, wie diese Schlüssel implementiert werden, verändert sich. Früher war dies nicht ohne weiteres aus der Ferne möglich.

Gemäß den jüngsten PCI-Vorgaben müssen verschlüsselte symmetrische Schlüssel in Strukturen verwaltet werden, die als Schlüsselblöcke bezeichnet werden. Die Schlüsselnutzung muss mit Hilfe anerkannter Methoden kryptografisch an den Schlüssel gebunden sein. Der Standard X9.143 (ehemals TR-31) für sichere Schlüsselblöcke spezifiziert eine akzeptable Methode, um Schlüssel in Blöcke zu verpacken, die fälschungssicherer sind, aber dennoch von den richtigen Parteien verwendet werden können und es ermöglichen, Schlüssel aus der Ferne mit ausreichendem Vertrauen und Sicherheit aufzuspielen. Darüber hinaus enthalten der Standard X9.24-3-2017 für die symmetrische Schlüsselverwaltung und die TR-34-Technik (die derzeit in X9.139 standardisiert wird) für die asymmetrische Schlüsselverwaltung diesen Schlüsselblockstandard.

Die Entwicklung von Standards ist jedoch nur der erste Schritt. Das globale Zahlungsverkehrsökosystem ist sehr komplex und verfügt über tief verwurzelte Vertrauensanker, die auf eine lange Lebensdauer ausgelegt sind und nicht ohne weiteres an neue Schlüsselverwaltungsstandards angepasst werden können. Die Herausforderung besteht also nicht nur in der Entwicklung und dem Einsatz neuer Geräte (z. B. POS-Geräte, Hardware-Sicherheitsmodule) nach diesen neuen Standards, sondern auch in der Migration von Altsystemen und ihren Schlüsseln in konforme Schlüsselblöcke. Dies erfordert umfangreiche Investitionen und Planungen und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass PCI die Umsetzungsfristen in letzter Zeit mehrfach verlängert hat. Aber schließlich wird dies weltweit vorgeschrieben, so dass bis zum 1. Juni 2025 alle Schlüssel in Schlüsselblöcken gespeichert und ausgetauscht werden, was den Prozess der Aktualisierung von Schlüsseln auf POS-Geräten wesentlich einfacher und sicherer macht.

Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr

Da die digitale Welt immer mehr POS-Zahlungsgeräte miteinander verbindet, werden IoT-Geräte immer häufiger. Durch die Remote Key Injection können Zahlungsgeräte sicher, einfach und kostengünstig gewartet werden. Die Zahlungsstandards für Remote Key Injection sind vorhanden, und sie sollten genutzt werden, um die dauerhafte, zuverlässige und sichere Funktion von POS-Terminals zu gewährleisten.

Die Möglichkeit, Massen-Updates für Zahlungssysteme in mehreren Ländern oder sogar weltweit herauszugeben, wird Probleme wie die in Deutschland vielleicht nicht verhindern, aber sie wird die Zeit für die Behebung des Problems erheblich verkürzen können. Wenn wir in der Lage sind, Ausfälle von Tagen auf Minuten zu reduzieren, wird dies dazu beitragen, die Akzeptanz von Kartenzahlungen weiter zu steigern. (Utimaco: ra)

eingetragen: 24.08.22
Newsletterlauf: 15.11.22

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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