Bedrohungen für industrielle Infrastruktur

Bedeutung von PKI für die Einhaltung von Cybersicherheitsstandards

PKI als Schlüssel für Resilienz in der industriellen Cybersicherheit



Andreas Philipp Business Development Manager, IoT bei Keyfactor

Der Industriesektor entwickelt sich rasant und die Unternehmen verstärken ihre Digitalisierungsbemühungen mit Automatisierung, KI und vernetzten Sensoren und Maschinen. Dies verbessert die Effizienz und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Allerdings ist in Folge dessen auch eine deutliche Zunahme an Bedrohungen für die industrielle Infrastruktur, wie IoT-Angriffe, Kompromittierungen und Ransomware, zu beobachten.

Viele Industrieunternehmen schützen ihre Prozesse bereits mit einer Public Key Infrastructure (PKI). Die Gründe für diese Entwicklung zeigen die Ergebnisse des Keyfactor-Berichts "State of Machine Identity 2023". Die Haupttreiber für den Einsatz von PKI, Schlüsseln und digitalen Zertifikaten in Unternehmen sind demnach: eine Zero-Trust Strategie (50 Prozent), IoT-Geräte (49 Prozent) und Cloud-basierte Dienste (48 Prozent). Der Bericht umfasst dabei Befragte aus mehr als 12 Branchen, wobei ein hoher Prozentsatz aus dem Industrie- und Fertigungssektor stammt.

Doch obwohl die Hersteller die Bedeutung der Cybersicherheit kennen, fällt es einigen schwer, die Komplexität in industriellen Umgebungen zu bewältigen und mit den neuen Anforderungen, Protokollen und Konzepten der Industriestandards Schritt zu halten. Hier erfahren Sie, wie Unternehmen mit der Automatisierung ihres industriellen Identitätslebenszyklus beginnen können, wie sich die EU-Gesetzgebung zur Cybersicherheit auf den Industriesektor auswirkt und warum X.509-Zertifikate ein Muss für den industriellen Cybersicherheitsmarkt sind.

Die Verbreitung intelligenter Fabriken und die Zusammenführung von OT und IT in einer Infrastruktur haben die Digitalisierung zu einer Notwendigkeit in der industriellen Welt gemacht. Der steigende Bedarf an industrieller Cybersicherheit hat zu neuen Standards und Vorschriften geführt, die den Markt konsolidieren, so dass Anbieter und Betreiber einen klaren Fahrplan haben, um die Anforderungen an die Sicherung ihrer Smart-Factory-Umgebung zu erfüllen.

Der Rechtsrahmen wird fortlaufend erweitert und die PKI-Technologie kann einen integralen Baustein für die Einhaltung der aufkommenden Cybersicherheits-Industriestandards darstellen. Die Standards haben sich von Best Practices zu präzisen Richtlinien und Implementierungsanweisungen verändert, die sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden.

Es gibt momentan drei Stufen von Cybersicherheitsstandards und -vorschriften für die Industrie:

1. Allgemeines Rahmenwerk

>> IEC 62443: Dies ist der grundlegende Rahmen für die Definition der Sicherheitsstufen und der Funktionen für Betreiber, Produktentwickler und Dienstanbieter

2. Verordnungen und Richtlinien

>> EU Cyber Resilience Act: Verbindliche Anforderungen für Produkte mit digitalen Elementen

>> EU NIS2 (Netz- und Informationssicherheit): Zur Verbesserung der Cybersicherheit in der Europäischen Union

>> EU-Maschinenrichtlinie: Stärkung des Vertrauens in digitale Technologien

3. Industrienormen (ein Auszug)

>> IEEE 802.1. AR: Sichere Standard-Geräteidentität für Industrieunternehmen

>> OPC 10000-12: UA Teil 12: Erkennung und globale Dienste

>> BRSKI (RFC 8995): Bootstrapping einer sicheren Remote-Key-Infrastruktur

Die Standards und Vorschriften befinden sich in verschiedenen Stadien der Umsetzung, und es liegt an den Anbietern, die Funktionalitäten zu implementieren und die Infrastrukturkomponenten so zu gestalten, dass sie den Anforderungen der industriellen Technologie entsprechen.

Geräteidentität als wichtiger Baustein für vertrauenswürdige Geräte

Industriestandards und Vorschriften können jedoch auseinanderfallen, wenn sie nicht ein gemeinsames Ziel haben – Vertrauen. Dieses Vertrauen muss vom Gerätehersteller über den Integrator bis zum Betreiber aufgebaut werden. Die Industrie wird weiterhin Schwierigkeiten haben Vertrauen in der gesamten Lieferkette aufzubauen, wenn sie nicht mit der Geräteidentität beginnt. Wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, eine digitale Geräteidentität in ihrem physischen Gerät bereitzustellen, dann sind alle nachfolgenden Szenarien nutzlos.

Lösungen für Industrieunternehmen

Viele Maschinenbauer und Komponentenhersteller wissen, dass PKI das Vertrauen in ihr Netzwerk stärkt, aber sie wissen nicht, wie sie die PKI-Technologie richtig nutzen können. Anbieter von PKI bieten Lösungen für Industrieunternehmen, um den IEEE 802.1AR-Standard für die Bereitstellung von IDevID und LDevID zu implementieren. Besonders der Open-Source-Ansatz spielet bei PKI eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung von Vertraulichkeit und sicherem Datenaustausch in der Branche. Durch die Berücksichtigung branchenspezifischer Anforderungen bieten solche PKI-Dienste ein hohes Maß an Sicherheit für den Datenaustausch und sorgen dafür, dass Unternehmen auf die Authentizität der ausgetauschten Daten vertrauen können. (Keyfactor: ra)

eingetragen: 27.09.23
Newsletterlauf: 21.11.23

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Meldungen: Hintergrund

KI ein zunehmendes Risiko für die Cyber-Resilienz

2024 wird Cyberresilienz als Basis für die Kontinuität von Geschäftsprozessen zunehmend im Fokus stehen und die IT-Organisation und Führungsebene umgestalten. Denn um diese strategische Aufgabe zu stemmen, werden sich die Chief Information Security Officer (CISO) intensiver an Datensicherheit und Datensicherung beteiligen. Gleichzeitig wird das C-Level die Verantwortlichen für IT-Datensicherheit und IT-Betrieb stärker in seine Hierarchie einbeziehen.

Kinder, Eltern und Cyberbedrohungen

Kinder verbringen zunehmend Zeit online; die Experten von Kaspersky gehen dabei von neuen Herausforderungen und Cybergefahren aus, mit denen sie in diesem Jahr konfrontiert sein werden. Dazu gehören unter anderem der fehlende Datenschutz sowie nicht jugendfreie Inhalte in KI-Tools und Phishing-Angriffe auf Bankkonten. Aber auch die Beliebtheit von Gaming und Smart-Home-Geräten werden Cyberkriminelle für ihre Zwecke ausnutzen. Kinder und Jugendliche kommen immer früher mit neuen Technologien in Kontakt und surfen im Internet. Zum Schutz sollten Eltern über aktuelle Cyberbedrohungen informiert sein, die Onlineaktivitäten ihres Nachwuchses überwachen, ihnen klare Grenzen setzen und einen offenen Austausch mit ihnen pflegen. Folgende Angriffspunkte sehen die Kaspersky-Experten in diesem Jahr.

Cookie-Banner werden vorerst nicht verschwinden

Googles Entscheidung, Cookies von Drittanbietern zu blockieren, resultiert aus dem regulatorischen Druck, ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und den Möglichkeiten der Datenanalyse herzustellen. Google ist nicht der erste Anbieter, der solche Cookies blockiert und es ist positiv, dass der Konzern endlich den Schritten von Firefox und Safari folgt.

Quantencomputer einfach erklärt

Informationen absolut abhörsicher übertragen, maßgeschneiderte Medikamente in der Apotheke kaufen, die optimale Route für Lieferungen planen. Um Zukunftsvisionen wie diese in greifbarer Nähe zu rücken, steckt der Bund derzeit Milliarden in die Forschung zu Quantentechnologien. Dr. Benjamin Brecht, Geschäftsführer des Paderborner Instituts für Photonische Quantensysteme (PhoQS), erklärt, warum der Einsatz von Lichtteilchen eine Revolution in unterschiedlichsten Branchen verspricht.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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