Bessere Sicherheitskontrolle bei Software von Drittanbietern

Wie Crowdsourced Security dabei hilft, Ransomware-Angriffen vorzubeugen

Mehr Sicherheit dank besserer Zusammenarbeit zwischen Teams



Die meisten zukunftsorientierten Unternehmen haben agile Methoden eingeführt, um Software schneller und zuverlässiger zu entwickeln, zu testen und zu veröffentlichen. Auch wenn laut dem Hype Cycle for Agile and DevOps, 2020 vom Analystenhaus Gartner, DevSecOps in der Anfangsphase allgemein akzeptiert sind, kommt es immer wieder zu Differenzen zwischen Entwicklungs- und Sicherheitsteams. Sicherheitsvorgaben werden als unnötig übertrieben bzw. als Ursache für Verzögerungen bei der Anwendungsentwicklung und -bereitstellung angesehen. Für CISOs ist es daher oft schwer, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Anwendungen so entwickelt werden können, dass sie sicher sind.

Manchmal haben Entwickler auch schlichtweg nicht die Zeit, die Tools, die Fähigkeiten oder die Motivation, um einwandfrei sicheren Code zu schreiben. Bug-Bounty-Programme machen die finanzielle Auswirkung von Sicherheitsmängeln innerhalb eines Prozesses faktenbasiert sichtbar. Auf diese Weise können Entwicklungsteams und Dienstleister für die Erstellung oder Lieferung unsicherer Produkte zur Rechenschaft gezogen werden. Inhärente Sicherheitslücken können auf diese Weise geschlossen und eine kontinuierliche Verbesserung gefördert werden. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden der Sicherheitsüberprüfung, wie Audits oder Pentests, ist über die Bug-Bounty-Plattform eine Interaktion mit den Sicherheitsforschern möglich. Dadurch entsteht ein fortwährender Transfer von Wissen und Kompetenzen zwischen ethischen Hackern und Entwicklern, der nicht nur zu besseren Cybersecurity Skills auf Kundenseite, sondern auch zu einem höheren Sicherheitsbewusstsein im Team führt. So können Sicherheitsteams mit immer neuen Ransomware-Angriffsmethoden besser Schritt halten.

Deezer, ein französischer Online-Musik-Streaming-Dienst, hat Bug-Bounty eingeführt, um Künstler vor Betrug im Zusammenhang mit seiner Streaming-Plattform zu schützen. Romain Lods, Head of Engineering bei Deezer, empfiehlt Tools wie Bug-Bounty, um die Abhängigkeit von Altsystemen zu minimieren, die im Nachhinein komplexer zu sichern sind. "Es ist besser, die Sicherheitslücken zu kennen, wenn man ein Projekt beginnt, als zu warten, bis es zu viele gibt, mit denen man sich auseinandersetzen muss, nachdem man eine schlechte Wahl der Architektur getroffen hat. Die Bug-Bounty-Schwachstellenberichte haben uns geholfen, wichtige Sicherheitsprojekte anzustoßen. Unsere Haltung gegenüber Cybersecurity hat sich dank Bug Bounty weiterentwickelt", so Romain Lods.

Die Tage, an denen Unternehmen Software ohne jegliche Sorgfalt auswählen, installieren und ausführen, sind gezählt. Denn wie die Fälle Kaseya, Solarwinds und Co. jüngst gezeigt haben, sind Software von Drittanbietern und Open-Source-Komponenten längst Hauptziele für Cyberkriminelle. Die meisten IT-Abteilungen und Beschaffungsteams investieren viel Zeit, Budget und Ressourcen, um ein sinnvolles Programm zum Testen von Drittanbieter-Software durchzuführen. Anbieter landen schnell auf der schwarzen Liste, wenn sie zu viele Fehler verursachen und aufgrund von Sicherheitsbedenken teuer oder riskant sind. Auf der anderen Seite können Software-Anbieter ihren Kunden helfen, Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, indem sie die Überprüfung durch eigene Bug-Bounty-Programme beschleunigen. Sie können so die Sicherheit ihrer Produkte hervorheben, Sicherheitsbedenken ausräumen und damit schnellere Verkaufsabschlüsse herbeiführen.

Dank dieser Transparenz sorgen öffentliche Bug-Bounty-Programme für mehr Vertrauen bei Kunden und Partnerunternehmen. Sie belegen ein Engagement über konventionelle Sicherheitslösungen hinaus. Unternehmen können damit werben, dass sie nicht nur jährliche, halbjährliche oder periodische Sicherheitstests durchführen, sondern mit Bug-Bounty kontinuierlich nach möglichen Schwachstellen suchen, um diese zu beheben, um so die Einfallstore für Ransomware-Angriffe zu schließen.

Mehr Transparenz und bessere Kostenkontrolle bei Sicherheitsaudits

Die meisten Unternehmen haben keinen Überblick darüber, wie viel sie für Sicherheitsaudits ausgeben und ob diese Ausgaben tatsächlich zu einer Verkleinerung der Angriffsfläche geführt haben. Da das Bug-Bounty-Modell plattform- und ergebnisorientiert ist, liefert es die notwendigen Daten, um einen transparenten Prozess für die Kostenkontrolle zu schaffen. Unternehmen zahlen also nur für Ergebnisse, die sich nach ihren Prioritäten richten – und nicht schon für die Testleistung, wie etwa beim Pentesting. Darüber hinaus wird nur der Hunter belohnt, der den ersten gültigen Bericht eingereicht hat. Die Vergütung richtet sich dabei nach einem für jedes ausgeschriebene Programm vordefinierten Raster: Der Schweregrad der Schwachstelle bestimmt die Höhe des Lohns. Dies hilft, den Nutzen dieser Art von Sicherheitsüberprüfung und die damit verbundenen Kosten besser zu verstehen und im Unternehmen zu kommunizieren. Ein IT-Sicherheitsexperte eines großen europäischen Finanzinstituts berichtete zum Beispiel, dass zwei Pentests eine 18 Monate alte, kritische Schwachstelle übersehen hatten, die innerhalb von nur einer Stunde nach dem Start eines Bug-Bounty-Programms identifiziert wurde. Solche Zahlen liefern IT-Verantwortlichen wichtige Argumente dafür, dass Bug Bounty eine notwendige Ergänzung für die effektive Abwehr von Ransomware-Angriffen und anderen Cyberbedrohungen ist. (YesWeHack: ra)

eingetragen: 19.10.21
Newsletterlauf: 08.12.21

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Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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