IT-Branche und Netzwerksicherheit


DNS-Sicherheitstrends für 2020: DDI-Anbindung und Industry Apps auf dem Vormarsch
Die Existenz des Zero Trust-Konzepts unterstreicht, dass Perimetersicherheit nicht ausreicht, um die immer ausgefeilteren Bedrohungen im Inneren eines Netzwerks zu bekämpfen



Moderne Netzwerkkommunikation und zuverlässige Netzwerksicherheit sind zwei Seiten derselben Medaille. Um auch angesichts immer komplexerer Bedrohungsszenarien die Usability für Anwender zu gewährleisten, sind fortschrittliche Lösungskonzepte gefragt. EfficientIP, Experte für Domain Name System (DNS)-Sicherheit, Servicekontinuität, Anwenderschutz und Datensicherheit, fasst die Trends für das Jahr 2020 zusammen.

Malware funktioniert smarter durch komplexe Kommunikationsmethoden und Domain Generation Algorithmen (DGA).
Die Existenz des Zero Trust-Konzepts unterstreicht, dass Perimetersicherheit nicht ausreicht, um die immer ausgefeilteren Bedrohungen im Inneren eines Netzwerks zu bekämpfen. Als wirkungsvolles und beliebtes Tool aufseiten der Angreifer tragen DGA entscheidend dazu bei, die Intelligenz von Malware zu vergrößern. Eine Vielzahl von Malware-Familien nutzt diese Taktik, um den Standort ihrer C&C (Command-and-Control)-Server zu verbergen und spontan eine große Anzahl von nicht existierenden Domänennamen für den Server zu generieren. Diese Namen verhindern, dass bekannte Domainnamen von Proxies, NGFW oder RPZ blockiert werden und setzen die Sicherheit auf Basis der Domain-Reputation außer Kraft.

Da sich gängige Methoden zur Erkennung von DGA via Syntax leicht umgehen lassen und dadurch oft False Positives erzeugt werden, ist ein neuer Ansatz erforderlich, der auf der Analyse von Abfragen vom Client bis zum Ziel basiert. Hier bietet das DNS einen idealen Ansatz. Da jede Auflösung eines Domainnamens über das DNS erfolgt, bietet es vollständigen Überblick über den Datenverkehr. Folglich ermöglicht die kontextuelle Analyse des DNS-Verkehrs die Bündelung von Bedrohungsinformationen, weil damit sowohl die Quelle als auch das Ziel jeder Transaktion betrachtet werden können. In diesem Kontext wird der gezielte Einsatz von Machine Learning wesentlich zur Bekämpfung von DGA beitragen.

Die Infrastruktur rückt näher an den Netzwerkrand.
IT-Kernprozesse werden zunehmend näher am Rand von Unternehmensnetzwerken stattfinden eine Entwicklung, die durch die Zunahme von softwaredefinierten Technologien angetrieben wird. Der Hintergrund: Lästige Latenzzeiten sind für Anwendungen des Kerngeschäfts nicht akzeptabel. Um die Latenz zu minimieren und die Verfügbarkeit von Apps im Sinne der Usability zu gewährleisten, muss das Traffic-Routing optimiert werden. Für die smarte Steuerung des Datenverkehrs zwischen Benutzern und Apps sollten Routing-Entscheidungen möglichst in der Nähe der User getroffen werden, also am Netzwerkrand. Daher empfiehlt es sich, Lastausgleichsfunktionen in rekursive DNS-Server zu integrieren und somit Edge-DNS-GSLB einzurichten.

Cloud-Services werden immer stärker vernetzt.
Digitale Dienste müssen überall und zu jeder Zeit laufen. Bis 2022 werden 70 Prozent der Unternehmen laut IDC-Statistik einheitliche hybride Management-Tools und -Prozesse einsetzen. Hierbei wird DDI eine wichtige Rolle für die Verwaltung von IP-Ressourcen und -Anwendungen spielen. Dazu tragen automatisiertes Lebenszyklusmanagement und fehlerfreie Konfigurationen ebenso bei wie Richtlinienkonformität sowie die beschleunigte Bereitstellung von Anwendungen und Diensten. Das zentrale dynamische Repository von IP-Ressourcen des IPAM bietet plattformübergreifende Transparenz und eine zuverlässige Informationsquelle für das Netzwerkmanagement beispielsweise durch Cisco DNA/ACI und ServiceNow.

Die Zahl von Industry Apps wird enorm wachsen.
Spezielle Apps für den Gebrauch in Unternehmen steigern Produktivität, Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit, indem sie Geschäftsprozesse vereinfachen und digitalisieren. Bis 2023 wird es laut IDC mehr als 500 Millionen digitale Apps geben, die effizient verwaltet und gesichert werden müssen. Von entscheidender Bedeutung sind dabei ein zentralisiertes App-Repository sowie die automatisierte Bereitstellung und Verwaltung der Apps. Vor diesem Hintergrund sollte der Lastausgleich des Datenverkehrs optimiert werden, um die Verfügbarkeit der Anwendungen sicherzustellen und bestmögliche Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. DNS kann zuverlässig helfen, notwendige Entscheidungen über das Traffic-Routing am Netzwerkrand und in der Nähe der Benutzer zu treffen.

"Mit Lösungen rund um Themen wie DNS-Sicherheit, DDI, IPAM und DNS GSLB adressieren wir die komplette Bandbreite drängender Fragen von Netzwerkmanagern und Usern auf dem deutschen Markt", erklärt Ralf Geisler, Territory Manager Germany, Austria, Switzerland and Eastern Europe von EfficientIP. "Gerade mit Blick auf die Entwicklungen des kommenden Jahres ist es unser erklärtes Ziel, Unternehmen aller Branchen weiterhin hohe Standards hinsichtlich Sicherheit und Usability zu bieten und zur Zukunftssicherheit ihrer Netzwerke beizutragen." (EfficientIP: ra)

eingetragen: 16.12.19
Newsletterlauf: 04.02.20

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Meldungen: Hintergrund

KI-Risiken – Nur Hype oder eine reale Gefahr?

2023 kam erstmalig Bewegung in die Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Das ist insofern auch nachvollziehbar, da die öffentliche Wahrnehmung von KI mit der allgemeinen Verfügbarkeit generativer KI-Modelle große Wellen geschlagen hat.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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