Generative KI – Realitätscheck in Unternehmen

Cybersecurity-Trends 2024: Geschwächte Security-Teams, generative KI und erhöhte API-Risiken

2024 – das Jahr, in dem Unternehmen (endlich) aufwachen und API-Risiken erkennen



Die rasante Entwicklung der generativen KI im Jahr 2023 bot den Fachkräften beispiellose Möglichkeiten. Prozesse können einfacher rationalisiert, die Produktivität gesteigert und Innovationen vorangetrieben werden. Mitten in dieser Transformationswelle ist jedoch das Schreckensgespenst der Cyber-Bedrohungen allgegenwärtiger und raffinierter geworden, was eine strategische Neubewertung der Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Indem Unternehmen gleichzeitig zunehmend APIs nutzen, steigen auch die damit verbundenen Sicherheitsrisiken. Die Cybersecurity-Experten von Imperva, Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit, zeigen vier Cybersecurity-Trends auf, auf die Unternehmen 2024 gefasst sein sollten:

1. Unkoordinierte Cybersecurity-Teams – Einfallstor für Hacker. 2024 werden Unternehmen mit den Folgen isolierter/unkoordinierter Cybersecurity-Teams und schlechter Kommunikation zwischen den Entwicklungs-, Sicherheits- und anderen Teams zu kämpfen haben. Diesen Mangel an Koordination werden sich Bedrohungsakteure zu Nutze machen und kombinierte Angriffe durchführen. Verstärkt wird das Phänomen durch den Einsatz von generativer KI, die Angriffe erstellt, wiederholt und ausführt. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen Cybersecurity-Experten die Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung in den Vordergrund stellen. Zugunsten einer verstärkten Verteidigung gegen hochentwickelte Bedrohungen, sollten sie die "Das ist nicht mein Problem"-Mentalität aufgeben. – Andy Zollo, Regional Vice President of EMEA bei Imperva

2. Generative KI – Realitätscheck in Unternehmen. Der Hype um die generative KI wird im Jahr 2024 auf den Prüfstand gestellt. Es ist unvermeidlich, dass die KI-Entwicklung weiter an Fahrt aufnehmen wird. Doch wie bei den meisten Technologien bringt ihre Einführung neben zahlreichen Vor- auch viele Nachteile mit sich. Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die generative KI u. a. dazu beiträgt, die Produktivität und den Output von Entwicklern zu steigern, indem mehr Routineaufgaben automatisiert und Projekte effizienter abgeschlossen werden können. Dieselben Tools werden allerdings auch dazu beitragen, dass sich "Script-Kiddies" von unreifen, unerfahrenen Angreifern zu erfahrenen Hackern entwickeln, die in der Lage sind, neue und ausgefeiltere Angriffe durchzuführen.

Gleichzeitig müssen sich Unternehmen und Verbraucher dem "AI Washing" bewusst werden – dem fälschlichen Werben damit, dass Unternehmen KI in ihre Produkte oder Dienstleistungen integriert haben. Verbraucher werden so in die Irre geführt. Die Industrie muss sich dieser zweischneidigen Realität stellen und auf diese Risiken reagieren. Sie muss sie entschärfen und sicherstellen, dass die vielversprechende Zukunft der KI für alle risikofrei und vorteilhaft bleibt. – Reinhart Hansen, Director of Technology within the Office of the CTO bei Imperva

3. 2024 – das Jahr, in dem Unternehmen (endlich) aufwachen und API-Risiken erkennen! Im Jahr 2024 werden APIs explosionsartig weiter zunehmen. Durchschnittlich produziert ein Unternehmen Hunderte von APIs, wie Untersuchungen zeigen. Doch einige Unternehmen produzieren derweil mehr als 1.000 APIs. Unternehmen werden sich mit der Tatsache abfinden müssen, dass sie einen proaktiveren Ansatz verfolgen müssen, um ihre APIs zu sichern.

Die Herausforderung besteht darin, dass viele Unternehmen nicht über die richtigen Schutzmaßnahmen oder Kontrollen verfügen. Sie wissen nicht, wo ihre APIs verwendet werden oder auf welche Daten sie zugreifen. Dadurch sind sie Risiken ausgesetzt, die sie nicht einschätzen oder auch nur annähernd quantifizieren können. Wenn 2024 der Druck weiter steigt, API-bezogene Sicherheitsvorfälle zu verhindern, werden Sicherheitsverantwortliche nach Lösungen suchen müssen. Und dabei werden sie in Lösungen investieren, die sich nahtlos in ihren bestehenden Technologie-Stack für Anwendungssicherheit integrieren lassen. – Lebin Cheng, Head of API Security bei Imperva

4. Datensicherheit – 2024 wichtiger denn je. Da die "Macht" der KI von intelligenten Daten abhängt, werden Unternehmen im Jahr 2024 erkennen, dass Datensicherheit wichtiger ist als je zuvor. Jahrelang haben Unternehmen Daten gehortet. Viele dieser gehorteten Daten sind nun unbekannt und schwer zu sichern. Dieser Mangel an Kontrolle erhöht jedoch das Risiko, ohne im Gegenzug einen Mehrwert zu schaffen. Gleichzeitig sind einige Unternehmen fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sie viele ihrer Daten nicht schützen müssen. Sie haben nur den als hochsensibel eingestuften Daten Priorität eingeräumt. Ihre "risikoarmen" Daten – z.B. öffentlich zugängliche Daten – haben sie jedoch vernachlässigt. Was nicht nur falsch, sondern auch gefährlich ist.

KI-Systeme, insbesondere leistungsfähige Sprachmodelle wie GPT, stützen sich auf diese Daten, um Vorhersagen und Entscheidungen zu treffen. Es könnte sich für Unternehmen rächen, wenn sie an ungenutzten – und vor allem veralteten oder ungenauen – Daten festhalten. Verstärkt wird dieses Risiko noch durch die "Schatten-KI". Bei dieser wissen die Unternehmen nicht, wie ihre Mitarbeiter KI-Anwendungen nutzen und welche Daten sie in die zugrundeliegenden Modelle einspeisen.

Die Unternehmen müssen dringend die Kontrolle über ihre Daten zurückgewinnen. Sie müssen wissen, wo sie sich befinden, wie sie verwendet werden und ob sie überhaupt gespeichert werden müssen. – Terry Ray, SVP Data Security bei Imperva. (Imperva: ra)

eingetragen: 13.12.23
Newsletterlauf: 18.03.24

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Meldungen: Hintergrund

Rechte auf Kernel-Ebene erlangen

BYOVD (Bring Your Own Vulnerable Driver) stehen als EDR-Killer bei Bedrohungsakteuren nach wie vor hoch im Kurs. Ein Grund ist, dass hiermit ein Angriff auf Kernel-Ebene in Aussicht steht, was den Cyberkriminellen ein breites Spektrum an Handlungsmöglichkeiten einräumt – vom Verstecken von Malware über das Ausspähen von Anmeldedaten bis hin zum Versuch, die EDR-Lösungen zu deaktivieren.

Geld auf gefälschten Investmentplattformen anlegen

Infoblox hat Einzelheiten über Savvy Seahorse in einem neuen Threat Intel Report veröffentlicht. Savvy Seahorse ist ein DNS-Bedrohungsakteur, der seine Opfer dazu bringt, ihr Geld auf gefälschten Investmentplattformen anzulegen, indem sie sich als bekannte Firmen wie Tesla, Meta oder Imperial Oil tarnten. Um dies zu erreichen, nutzte die Gruppe fortgeschrittene Techniken, wie Fake-Chatbots, Meta Pixel Tracking oder die missbräuchliche Nutzung der Domains verschiedener Zahlungsdienstleister.

Attacken aus dem Ransomware-Ökosystem

Cyberkriminelle werden in 2024 verstärkt mit opportunistischer Ransomware und koordinierten Manövern Unternehmen attackieren: Einen Hinweis für die Gültigkeit dieses Trends liefert die in einer aktuellen forensischen Analyse von den Bitdefender Labs untersuchte Attacke auf zwei Unternehmen einer Unternehmensgruppe durch die Ransomware-Bande CACTUS.

Verlagerung von Makros zu Office-Exploits

Hewlett-Packard (HP) stellt die Ergebnisse ihres neuen, vierteljährlich erscheinenden "HP Wolf Security Threat Insights Report" vor. Dabei zeigte sich, dass Cyber-Kriminelle weiterhin innovative Wege finden, um Endgeräte zu infizieren. Das HP Wolf Security Threat Research-Team deckte eine Reihe interessanter Kampagnen auf, darunter: Die DarkGate-Kampagne nutzt Werbe-Tools, um Angriffe zu verstärken: Bösartige PDF-Anhänge, die sich als OneDrive-Fehlermeldungen ausgeben, leiten Benutzer und gesponserten Inhalten weiter. Diese Seiten werden in einem beliebten Werbenetzwerk gehostet und führen zu DarkGate-Malware. Durch die Nutzung von Anzeigendiensten können Bedrohungsakteure analysieren, welche Köder Klicks generieren, und die meisten Benutzer infizieren. Damit sind sie in der Lage, ihre Kampagnen für eine maximale Wirkung zu verfeinern.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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