Kampf gegen Ransomware-Gruppen

Ransomware-Gruppen unter Druck – Nachholbedarf bei Visibilität bleibt Priorität

Trotz des Risikos ständiger Cyberangriffe steuern viele IT- und OT-Sicherheitsexperten in der DACH-Region ihre Sicherheits-Tools in gewissem Maße manuell



Von Chris Dobrec, VP Product & Industry Solutions bei Armis

Die gemeinsame Aktion des FBI in Abstimmung mit deutschen und niederländischen Behörden ist ein Erfolg gegen die ausgefeilten Techniken von Hive zu einem kritischen Zeitpunkt im Kampf gegen Ransomware-Gruppen. Allein in Deutschland waren bereits mehr als 70 Unternehmen von den Cyberkriminellen gehackt worden. Die Ermittlungen sind auch ein entscheidender Schritt in Richtung einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit, um Bedrohungsakteure zum Nutzen aller an der Ausübung ihrer Tätigkeit zu hindern.

Neben diesem Erfolg der Strafverfolgungsbehörden stehen Ransomware-Gruppen unter Druck, weil sich aufgrund der wirtschaftlichen Situation immer weniger Unternehmen in der Lage befinden werden, das geforderte Lösegeld auch zu bezahlen. Diese Entwicklungen sind jedoch nicht der richtige Zeitpunkt für Unternehmen sich auszuruhen.

Untersuchungen wie der Cyberwarfare-Report zeigen, dass 54 Prozent der Unternehmen weltweit zwischen Mai und Oktober 2022 einen Anstieg der Bedrohungsaktivitäten im Vergleich zu den sechs Monaten davor verzeichneten. Die vorübergehende Pause in den Aktivitäten der Hive-Gruppe bedeutet keineswegs einen Rückgang der Angriffe auf breiter Front. Unternehmen sollten den Zeitpunkt der Strafverfolgungs-Aktion zum Anlass nehmen, ihre Bemühungen, um ein proaktives Verständnis ihrer gesamten Angriffsfläche zu erneuern. Sie müssen Schwachstellen in ihrer Umgebung bewerten, die Priorisierung von Abhilfemaßnahmen zu verwalten und ihre Sicherheitsabwehr von innen nach außen zu stärken. Sie können dies auch nutzen, um ihre Politik zur Zahlung von Lösegeld zu bewerten.

Der gleichen Studie zufolge sind IT-Fachleute weltweit geteilter Meinung darüber, ob Lösegeld gezahlt werden soll: 24 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen immer zahlt. 31 Prozent sagten, dass ihr Unternehmen nur zahlt, wenn Kundendaten gefährdet sind. 26 Prozent wiederum waren der Meinung, dass ihr Unternehmen nie zahlt. Weitere 19 Prozent gaben an, dass es im Zweifelsfall darauf ankommt. In den USA haben die zuständigen Behörden den betroffenen Unternehmen inzwischen unter Strafandrohungen untersagt das Lösegeld zu zahlen. Es bleibt abzuwarten, ob nicht auch andere europäische Länder diesem Beispiel folgen werden.

Trotz des Risikos ständiger Cyberangriffe steuern viele IT- und OT-Sicherheitsexperten in der DACH-Region ihre Sicherheits-Tools in gewissem Maße manuell. Die Ergebnisse zeigen, dass weniger als die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen über automatisierte Sicherheitssoftware zur Erkennung von APTs verfügt – und dass, obwohl diese Bedrohungen als die gefährlichste Gruppe gelten und oft von nationalstaatlichen Angreifern unterstützt werden. Im Gegenteil: 44 Prozent dieser Unternehmen suchen manuell und mithilfe vordefinierter Warnungen nach verdächtigem Verhalten.

Tools zur Bestandsaufnahme konzentrieren sich zumeist auf Transparenz, liefern jedoch keine Informationen über Cyberbedrohungen. Dies erfordert, dass Unternehmen mit modernen hybriden Umgebungen separate Tools zur Bestandsaufnahme und Risikobewertung implementieren. Unternehmen mangelt es an einem vollständigen Bild ihrer Assets, sie kennen den wichtigen Risikokontext nicht und es klaffen Sicherheitslücken, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden können. Deshalb benötigen Sicherheitsteams eine Möglichkeit, über die statische Bestandsaufnahme all ihrer Assets hinauszugehen und auch deren Sicherheitskontext zu verstehen. (Armis: ra)

eingetragen: 11.02.23
Newsletterlauf: 26.04.23

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Meldungen: Hintergrund

Verschlechterung der Sicherheitslage

Verschieden große Budgets für die Abwehr je Firma tragen erheblich zur Verschlechterung der Sicherheitslage bei. Es besteht eine große Kluft zwischen Unternehmen, die über die Finanzkraft verfügen, um fortschrittliche Sicherheitslösungen zu implementieren, und solchen, die sich dies nicht leisten können.

Nachfrage nach HDDs mit höheren Kapazitäten

Festplatten speichern Daten zuverlässig und basieren auf bewährter Technologie. Dank hoher Kapazitäten bei niedrigen Kosten pro Kapazitätseinheit sind sie eine ausgezeichnete Grundlage für die Datenspeicherung in verschiedenen Branchen und Anwendungen, etwa in Rechenzentren, in der Videoüberwachung, im Gaming und im Cloud Computing.

Bedrohliche Möglichkeiten für Cyber-Kriminelle

Cyber-Angriffe gehören fast schon zum Business-Alltag. 58 Prozent der deutschen Unternehmen waren im letzten Jahr betroffen, so eine aktuelle Umfrage. Neue Technologien von Quantencomputern bis zu künstlicher Intelligenz könnten die Ausmaße und Auswirkungen von Cyber-Kriminalität allerdings noch weiter steigern.

KI ein zunehmendes Risiko für die Cyber-Resilienz

2024 wird Cyberresilienz als Basis für die Kontinuität von Geschäftsprozessen zunehmend im Fokus stehen und die IT-Organisation und Führungsebene umgestalten. Denn um diese strategische Aufgabe zu stemmen, werden sich die Chief Information Security Officer (CISO) intensiver an Datensicherheit und Datensicherung beteiligen. Gleichzeitig wird das C-Level die Verantwortlichen für IT-Datensicherheit und IT-Betrieb stärker in seine Hierarchie einbeziehen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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