Mehr Investitionen in IT-Effizienz und Sicherheit

Fünf Prognosen zum Thema Cybersicherheit in 2021

Persönliche Daten wie Name, Arbeitgeber und behördliche ID-Nummern werden künftig direkt mit jedem Individuum verknüpft sein und so für sämtliche Lebensbereiche ein neues Maß an Sicherheit schaffen



Von Xavier Coemelck, Regional Vice President of Sales & Services bei Entrust

Nach einem disruptiven Jahr 2020 ergeben sich für die IT-Abteilungen vieler Unternehmen und Institutionen beim Thema Cybersicherheit neue Prioritäten. Für mich gehören Remote Working, die Authentifizierung mittels digitaler Identitäten und Remote Healthcare zu den wichtigsten Treibern.

Home Office: Authentifizierungs-Tools entwickeln sich zum Standard

Ursprünglich für Verbraucher entwickelt, um sicher auf Online-Konten zugreifen zu können, gewinnen Tools zur Identitätsprüfung derzeit schnell an Beliebtheit, um das Onboarding neuer und bestehender Remote-Mitarbeiter zu erleichtern. Fortschrittliche Authentifizierungstools werden es Mitarbeitern künftig ermöglichen, mit robusten Identifizierungsmethoden sicher und trotzdem unkompliziert auf Unternehmensnetzwerke und -ressourcen zuzugreifen. Die Planung und Implementierung dieser Lösungen wird im kommenden Jahr im Fokus von IT-Sicherheitsteams stehen und zukünftig integraler Bestandteil eines jeden Geschäftsmodells sein.

Mehr Investitionen in IT-Effizienz und Sicherheit

Infolge der operativen Belastung ihrer bestehenden IT-Infrastruktur während der Pandemie werden Führungskräfte nach einer größeren Effizienz suchen, was zu einem Anstieg bei der Einführung von Cloud-Plattformen und Sicherheitsinfrastrukturen wie PKI führen wird. In der Vergangenheit galt dies hauptsächlich für größere Unternehmen, nun werden jedoch Unternehmen jeder Größenordnung – von KMUs bis hin zu Großkonzernen – Investitionen in die Effizienz und Sicherheit ihrer IT priorisieren. Die Herausforderung bei der Neugestaltung von Netzwerksicherheit, Zugriffsmanagement und Datenschutz wird jedoch darin bestehen, die Produktivität der Mitarbeiter zu stärken, anstatt sie zu behindern. Nachdem das weltweite Gesundheitswesen im Jahr 2020 von Ransomware-Angriffen und Datenschutzverletzungen überschwemmt wurde, ist zu erwarten, dass 2021 die ITSicherheit zu einer absoluten Top-Priorität für entsprechende Organisationen und Technologiepartner erhoben wird. Ähnlich wie die Finanzbranche wird das Gesundheitswesen seine Lieferkette – Mitarbeiter, Tools, Daten und Geräte – stärker absichern und dies unter anderem auch mit digitalen Zertifikaten für die sichere Signierung, Verschlüsselung und Authentifizierung untermauern.

Aufstieg digitaler Identitäten

Persönliche Daten wie Name, Arbeitgeber und behördliche ID-Nummern werden künftig direkt mit jedem Individuum verknüpft sein und so für sämtliche Lebensbereiche ein neues Maß an Sicherheit schaffen. Von der Verifizierung der Teilnehmer an Online-Meetings bis hin zur Authentifizierung individueller Zugriffe auf sichere Netzwerke – digitale Identitäten werden sich im Jahr 2021 zum Standard-Sicherheitsprotokoll entwickeln. Der Umstieg auf digitale Berechtigungsnachweise wird in zunehmendem Maße zu einer weitreichenden Verbesserung der digitalen Sicherheit von kollaborativen Arbeitswerkzeugen und - plattformen führen.

Remote Healthcare als Ergänzung traditioneller Versorgungsmethoden

Wie der Wechsel zur Telearbeit wird auch der Wechsel zur digitalen Gesundheitsversorgung ein dauerhafter Trend werden, der durch Komfort, Kosten, Skalierbarkeit, Sicherheit und – in vielen Regionen – durch die demografische Entwicklung getrieben wird. Langfristig gesehen werden Gesundheits-Apps, virtuelle Hausarztbesuche und vernetzte Wearable- Technologien die traditionellen, persönlichen Behandlungsoptionen höchstwahrscheinlich ersetzen. Wir sehen nun ein neues Zeitalter in der medizinischen Versorgung einläuten, nachdem lange kritisiert wurde, dass die Gesundheitsanbieter der Zeit hinterherhinken.

Digitalisierung von Gesundheitsdienstleistern

Da Behandlungsmethoden immer dezentraler werden, ist eine weitere Digitalisierung der Verwaltung im Gesundheitswesen zu erwarten. Das schließt unter anderem Prozesse ein wie die Überprüfung von Identitäten für das Onboarding von Fernpatienten, die sichere Verschreibung und Ausgabe von Medikamenten (über Dienste wie TrustedX) und die digitale Authentifizierung des medizinischen Personals. Mit der beschleunigten Digitalisierung in allen Lebensbereichen werden auch Patienten diesen Grad an Bequemlichkeit und Effizienz erwarten – Gesundheitsdienstleister, die diesem Bedarf nicht entsprechen, werden langfristig wenig Überlebenschancen haben.

Fazit: Unsere digitale und unsere physische Welt werden immer weiter zusammenwachsen – bis es unmöglich ist, zu erkennen, wo die eine beginnt und die andere endet. Entscheidend für die Navigation in dieser neuen Realität wird unsere eigene vertrauenswürdige digitale Identität sein. Wir werden nicht mehr nur einen Identitätsnachweis für die Arbeit, einen für mobiles Banking, einen anderen für das Reisen, etc. nutzen. Die Zukunft wird eine einzige vertrauenswürdige digitale Bürgeridentität bringen, die dann in allen Bereichen verwendet werden kann. Und diese Zukunft beginnt 2021.

Über den Autor:

Seit 2015 leitet Xavier Coemelck bei Entrust als Regional Vice President Sales & Services sowohl den direkten und indirekten Vertrieb als auch den Servicebereich für das gesamte Portfolio des Unternehmens in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). Entrust ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich vertrauenswürdige Identitäten, Zahlungen und Datenschutz. Bevor er zu Entrust kam, war Xavier vier Jahre lang bei Oracle tätig, zuletzt als Regional Vice President Europe. Darüber hinaus hatte er Führungspositionen bei Informatica, Applimation und Andiamo inne. Mit einem Master-Abschluss in Wirtschaft und Informatik startete Xavier seine Karriere in der Bankenbranche, wo er verschiedene Positionen im Vertriebsmanagement sowohl in kleinen US-amerikanischen Start-up-Unternehmen wie Application Security Inc. als auch in großen multinationalen Konzernen bekleidete. (Entrust: ra)

eingetragen: 22.02.21
Newsletterlauf: 20.04.21

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Verletzung von Persönlichkeitsrechten

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Die zwei wichtigsten Trends der IT-Security

Künstliche Intelligenz (KI) ist fraglos der derzeit wichtigste Trend in der IT, der auch in der IT-Security in vielen Bereichen längst zum Einsatz kommt. Leider auch auf der Seite der Cyberkriminellen. Denn diese sind wie so oft Vorreiter neuer Technologien und begannen im vergangenen Jahr sofort damit, die neu verfügbaren LLMs (Large Language Models), wie etwa ChatGPT, für ihre Zwecke zu nutzen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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