Phishing und Diebstahl von Zugangsdaten

Tausende gestohlener Passwörter über Google auffindbar

Die Sicherheitsforscher von Check Point haben eine Phishing-Kampagne entdeckt, deren Akteuren ein Maleur geschah – welches die Tat für die Opfer verschlimmerte: Die Zugangsdaten waren über Google sichtbar



Christine Schönig: "Bei gestohlenen Passwörtern denkt man natürlich zuerst an einen Verkauf im Darknet." Bild: Check Point Software Technologies

Die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies haben eine Phishing-Kampagne aufgedeckt, die Tausende von Kennwörtern verschiedener E-Mail-Adressen stahl. Hauptsächlich war Outlook über Office 365 betroffen. Dies Zugangsdaten wurden in Webpages gespeichert, die von Google indexiert werden. Das hatten die Hacker wohl nicht bedacht. So waren die gestohlenen Passwörter über die Google-Suche auffindbar – ein gefundenes Fressen für andere listige Kriminelle. Laut dem Verizon’s Data Breach Investigation Report 2020 machen Phishing, Diebstahl von Zugangsdaten und Business E-Mail Compromise (BEC) als Angriffswege mittlerweile 67 Prozent aller erfolgreichen Datenlecks aus.

Beispiel einer personalisierten Office-365-Phishing-Seite.

Im August 2020 begann die Kampagne: Phishing-Mails tarnten sich als Benachrichtigung von Xerox-Scannern und forderten die Adressaten auf, eine angehängte html-Datei zu öffnen. Diese war so präpariert, dass sie die Microsoft Office 365 Advanced Threat Protection (ATP) umgehen konnte. Danach wurden die Angestellten auf eine gefälschte und personalisierte Phishing-Seite geleitet, wo sie sich anmelden sollten – wie sonst auch bei Outlook 365. Die Zugangsdaten von über 1000 Angestellten wurden auf diese Weise gestohlen. Sie waren eigentlich auf ebenfalls infizierten Servern in einer Text-Datei gespeichert worden, welche jedoch von der Google-Suche erfasst und indexiert wurden. Daher konnten die Kennwörter plötzlich frei über die Google-Suche gefunden und in noch größerem Ausmaß missbraucht werden.

Ziele nach Branche.

Hauptsächlich traf es Unternehmen der Branchen Energie und Bau. Dahinter kamen Informationstechnologie und Gesundheitswesen.

Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO, bei Check Point Software Technologies GmbH, fasst die Nachforschung zusammen: "Bei gestohlenen Passwörtern denkt man natürlich zuerst an einen Verkauf im Darknet. In diesem Fall aber hatte jeder versierte Internet-Nutzer, und somit also die gesamte Öffentlichkeit, ungewollt Zugriff auf die gestohlenen Informationen.

Eigentlich bestand die Strategie der Angreifer darin, die Daten über infizierte Server auf speziellen, von ihnen erstellten Webseiten zu speichern. Nach Ablauf der Phishing-Kampagne selbst sollten diese entsprechenden Webseiten dann nach den infizierten Server durchsucht werden, um in Ruhe die Anmeldedaten zu sammeln. Die Angreifer vergaßen jedoch, das nicht nur sie die Server erfassen können, sondern ebenso die Google-Suche.

Hierbei handelt es sich also um ein weiteres und sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für eine gute IT-Absicherung zu stärken. Die gesammelten Kennwörter standen einem enorm großen Publikum zur Verfügung, obwohl dies höchst ungewollt seitens der Angreifer geschehen ist. Die Methode ließe sich aber zu viel gefährlicheren Zwecken mit sensibleren Daten bewusst anwenden, um jemanden zum Beispiel zu erpressen."

(Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 22.02.21
Newsletterlauf: 22.04.21

Check Point Software Technologies: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

Diebstahl von Kryptowährungen im Aufwind

Es handelt sich um eine weitverbreitete Annahme, dass Kryptowährungen durch geringere staatliche und organisatorische Aufsicht und Kontrolle mehr Anonymität bieten. Zusammen mit ihrer freien Übertragbarkeit macht sie das zunehmend populär. Aufgrund dieser Merkmale erfreuen sich Kryptowährungen auch unter Cyberkriminellen großer Beliebtheit.

Fehlende Zuständigkeit im Bereich IT-Sicherheit bei KRITIS

Anlässlich einer brisanten Diskussionsrunde zum Thema Kritische Infrastrukturen (KRITIS) kamen Anfang Mai 2022 Dr. Reinhard Brandl, Mitglied des deutschen Bundestages und digitalpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Dr. Jörg Ochs, IT-Leiter der Stadtwerke München, Cyberrisk-Berater Martin Braun sowie Ralph Kreter, Area VP Central and Eastern Europe beim Technologieanbieter Deep Instinct, in München zusammen.

Wie IT-Forensik die Demokratie schützt

Eine Demokratie bietet den Menschen, die in ihr leben, viele Rechte und Freiheiten. Diese zu garantieren und zu schützen, ist Aufgabe des Staates. Exterro erläutert, wie digitalforensische Untersuchungen von Datenträgern, IT-Systemen und Kommunikationsverbindungen dabei helfen.

Vier Jahre mit der EU-DSGVO – Ein Resümee

Am 25. Mai 2016 trat die EU-DSGVO in Kraft und seit 2018 ist sie nun verbindlich umzusetzen. Die Corona-Pandemie der letzten beiden Jahre hat etliche Digitalisierungsprozesse massiv beschleunigt, allerdings auch neue Diskussionen um Cybersicherheit, Transparenz und Datenschutz ausgelöst. Unsere digitalen Ökosysteme entwickeln sich sehr schnell, und Gesetze und Regelungen müssen mitwachsen, um auf dem neuesten Stand der Technik Geltung zu bewahren.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.