Rubrik: Markt/Invests

NEC liefert Speicherlösungen für CERN-Physikprojekt

Bei vier Experimenten mit dem LHC fallen pro Jahr etwa 8 Millionen GigaByte Daten plus jährlich weitere 4 PetaByte an Simulationsdaten an

(12.09.08) - Wenn der weltweit leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf testweise in Betrieb geht, hält die ganze Welt der Physik den Atem an. Von dem global größten physikalischen Projekt versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse zur Teilchenphysik. Doch wie kann das CERN der Auswertung der aus den Experimenten entstehenden enormen Datenflut Herr werden? Ein einzelnes Rechenzentrum wäre nicht in der Lage, für weltweit mehrere tausend Wissenschaftler ausreichend Kapazitäten zur Auswertung der Messergebnisse und Simulationsdaten bereitzustellen. Über Hochgeschwindig-keitsleitungen ist das CERN daher mit insgesamt zwölf Rechenzentren in mehreren Ländern auf der ganzen Welt vernetzt. Die deutsche Schaltstelle für das schnellste Rechnernetz der Welt - ein Knoten der so genannten Schicht TIER 1 – ist das Forschungszentrum Karlsruhe.

Anzeige

Als Speicherlösung für die enorme Datenmenge setzt das GridKa-Projekt am Steinbuch Centre for Computing (SCC) des Karlsruher Instituts für Technologie auf Speicherprodukte und Lösungen von NEC. Die an den Experimenten beteiligten Forscher in Deutschland profitieren davon, da ihnen so ein schneller Zugriff auf die Daten zur Auswertung der Ergebnisse zur Verfügung steht.

Bei den insgesamt vier Experimenten mit dem LHC fallen pro Jahr etwa 8 Millionen GigaByte Daten plus jährlich weitere 4 PetaByte an Simulationsdaten an. Im Hinblick auf dieses nahende Mammut-Physikprojekt rüstete das GridKA seine Systemintegrationslösung vor kurzem mit dem Speicher-produkt "NEC Storage D3-10" auf und hat damit seinen auf NEC-Technologien basierenden Speicher auf nun insgesamt 4.500 Terabyte Kapazität ausgebaut.

Dazu Jos van Wezel, Storage Manager am Forschungszentrum Karlsruhe: "Der extrem hohe Speicherbedarf der Messdaten kann nur mit einer sehr komplexen und flexiblen Gesamtlösung gedeckt werden. Wir haben uns daher bereits 2007 für die Speicherprodukte und –lösungen von NEC entschieden. Neben der hohen Performance und Flexibilität überzeugten uns dabei vor allem auch die einfache Wartung und die niedrigen Kosten. Zudem haben wir mit NEC einen in Forschung und Technologie sehr starken und erfahrenen Partner."

90 Prozent des Speichersystems werden über das Datenmanagement System dCache verwaltet. Es handelt sich hier um ein"Disk Pool Management"-System, das den Zugriff auf Daten ermöglicht, die über viele Festplatten-Server sogenannte Disk-Pool-Knoten verteilt sind. Insgesamt sind über 10.000 SAS- und auch SATA-Festplatten in 65 wassergekühlten Serverschränken verbaut worden. Über 90 Storage-Controller sorgen für einen störungsfreien Betrieb und eine performanten Daten-zugriff.

Crash-Tests mit Miniteilchen

Von dem global größten physikalischen Projekt versprechen sich die Forscher neue Erkenntnisse zu den Kräften, die unsere Welt im Innersten zusammenhalten. Bei den Experimenten in dem 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger bringen Physiker Protonen zuerst auf hohe Energie und lassen sie dann in enormer Geschwindigkeit aufeinander prallen, während vier riesige unterirdische Detektoren die Flugbahnen der Teilchen aufzeichnen. Wissenschaftler erhoffen sich so die Bildung lang postulierter Elementarteilchen, deren Entdeckung einen neuen Meilenstein in der physika-lischen Forschung darstellen würde. (NEC: ra)

 

 

 

Diesen Beitrag per E-Mail versenden Diesen Beitrag ausdrucken