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ISMS-Software sichert die Energieversorgung


(Informations-)Sicherheit ist für Energieversorgungsunternehmen (EVU) geschäftsentscheidend, sogar existenziell
IT-Sicherheitskatalog sowie ISO/IEC 27019 sind die Maßgabe für EVU




Die Kommunale Eisenberger Energiepartner GmbH, kurz KEEP, ist ein Zusammenschluss der Elektrizitätsversorgungsunternehmen der Verbandsgemeinde Eisenberg und der vier Ortsgemeinden Hettenleidelheim, Obrigheim, Ramsen und Wattenheim. Mit der Implementierung des Managementsystems zur Informationssicherheit der DHC Business Solutions sollen die Sicherheitsanforderungen des BSI und der Bundesnetzagentur, die für einen sicheren Betrieb von Energieanlagen notwendig sind, umgesetzt werden.

Mit dem Zusammenschluss von fünf Elektrizitätswerken im Jahr 2016 hat die KEEP GmbH ihre Aufgabe als Versorgungsunternehmen übernommen und ist seit diesem Zeitpunkt verlässlicher Partner der Energiewirtschaft der Nordpfalz, im Südosten des Donnersbergkreises.

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung, dem Aufbau moderner Leitstellensysteme, dem Einsatz digitaler Zähler oder zunehmenden Vernetzung von IT Systemen wurde der Informationssicherheit bereits von Beginn an eine hohe Bedeutung zugemessen. Aufgrund des Erlasses des IT-Sicherheitsgesetzes durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und des IT-Sicherheitskataloges durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) erfuhr das Thema einen nochmals höheren Stellenwert. So musste KEEP rechtzeitig Vorbereitungen für eine Zertifizierung nach der ISO 27001 treffen. Entsprechend der Aufforderung war 2017 die Zielsetzung durch die Geschäftsführung, bis zum 31.01.2018 ein zertifiziertes Information Security Management System (ISMS) nachzuweisen.

"Die dauerhafte Sicherstellung der Informationssicherheit sowie der angemessene Schutz für einen sicheren Netzbetrieb ist für uns als Energieversorgungsunternehmen und damit Betreiber einer kritischen Infrastruktur von essentieller Bedeutung. Wir haben die Pflicht und auch den Anspruch den Forderungen unserer Kunden nach einem hohen Sicherheitsmaß nachzukommen, um u.a. die permanente Versorgung mit Strom und Gas zu gewährleisten." erläutert Thomas Gütermann, Leiter IT der KEEP GmbH. "Dies ist nicht wirklich neu, allerdings ist die Einhaltung der mittlerweile sehr komplexen regulatorischen Anforderungen und die gesetzliche Pflicht eine entsprechende ISMS-Zertifizierung nachzuweisen, geschäftsentscheidend zur weiteren Teilnahme am Energiemarkt so auch für KEEP geworden", führt Gütermann fort.

Der IT-Sicherheitskatalog verpflichtet für Strom- und Gasnetze der BNetzA Energieversorger, ob groß oder klein, zur Umsetzung IT-sicherheitstechnischer Mindeststandards. Eine der Kernforderung ist die Etablierung und Zertifizierung eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) gemäß DIN ISO/IEC 27001 dies unter Berücksichtigung der DIN ISO/IEC 27019:2017, welche für den Bereich der EVU-Prozesstechnik Sicherheitsmaßnahmen und Hinweise zu deren Umsetzung definiert und den generischen Informationssicherheitsstandard ISO/IEC 27002 um branchenspezifische Maßnahmen und Empfehlungen für den Bereich der Energieversorgung ergänzt. Neben weiteren bereits genannten Gesetzen und Regularien wird die hohe Komplexität deutlich.

Zum sicheren Betrieb der Energieanlagen wurden bei KEEP in der Vergangenheit unternehmenseigene Strukturen sowie Prozesse etabliert und umfangreiche Anweisungen/Richtlinien erlassen. "Viele der Abläufe oder Maßnahmen wurden und werden auch neben den ISMS Guidelines durch eine Vielzahl Gesetze oder Richtlinien vorgegeben (Beispiel arbeitssicherheitstechnischen Regelungen) und in den täglichen Alltag integriert" erläutert Steffen Kistner, IT Administrator und Projektmanager. Die eher gelebte Praxis folgte keinem wirklichen Standard, sondern war individuell auf KEEP zugeschnitten. Nicht selten, wie bei allen kleineren EVUs, werden bestimmte Aufgaben auch ausschließlich von einer Person wahrgenommen, "so war eine formale Erstellung, Prüfung, Freigabe und Verteilung von Prozessen bisher nicht zwingend erforderlich" so Kistner.

Die Herausforderung Zertifizierung 27001
Die ISO 2700x Zertifizierung erfordert jedoch ein deutliches Mehr. Mehr Systematik, mehr Dokumentation, mehr Kontrolle und Nachweisführung und mehr Standardisierung.

Anfang 2017 wurde ein Projekt zur Etablierung eines ISMS gem. 27001 initialisiert. Schnell wurde auch bei KEEP klar, dass die Einführung eines solchen ISMS ein längerfristiger Prozess sein wird, welcher viele verschiedene Unternehmensbereiche involviert und Kapazitäten bindet. Ressourcen die auch über die Zertifizierung hinaus in die Informationssicherheit eingebunden sein werden. Aufgrund der personellen Ressourcenengpässe, aber auch um Zeit und Nerven zu sparen, entschied man sich für eine standardisierte Vorgehensweise zur Erreichung der ISO-Konformität. Mit externer Unterstützung wurde ein Compliance Check zur ISO Readiness durchgeführt und im Anschluss daran mit der Überarbeitung der Sicherheitsleitlinie und der Abbildung aller weiteren Bausteine des ISMS begonnen. Dazu gehörten beispielsweise die Risikoidentifikation, IT-Strukturanalyse, Schutzbedarfsfeststellung für jegliche Elemente oder die Dokumentation notwendiger Maßnahmen.

Neben den Ressourcenengpässen waren vor allem die Akzeptanz sowie das Wissen in der Organisation die Herausforderung: Die immer wiederkehrende Sensibilisierung aller Mitarbeiter; die Beantwortung der Frage, weshalb Prozesse neu bewertet und modelliert werden, die Schaffung eines neuen Sicherheitsbewusstseins zur Einführung und dem Betrieb des ISMS. "Die Mitarbeiter, Geschäftsführung, aber auch wir als IT hatten bis dahin kaum direkt ersichtliche Berührungspunkte mit dem Thema Informationssicherheit nach ISO 27001" erklärt Gütermann. "Als Mitarbeiter tut man sich natürlich zunächst schwer mit Veränderungen, deren Nutzen und Sinnhaftigkeit man zunächst nicht erkennt", führt Kistner fort.

ISMS Software zur Digitalisierung der Prozesse und Vereinfachung der Pflege und Kommunikation
"Da neben der hohen Komplexität, die Umsetzungsfrist und zur Verfügung stehenden Ressourcen knapp bemessen sind, braucht es smarte Lösungen, um den enormen Aufwand in der Erstellung der notwendigen Dokumentation und der späteren Pflege zum Erhalt des Sicherheitsniveaus sowie der Kommunikation stemmen zu können", erklärt Dr. Wolfgang Kraemer, Geschäftsführer der DHC Business Solutions GmbH & Co. KG. "DHC Vision ISMS" ist eine solche Lösung, die den gesamten Prozess abdeckt, zuverlässig wie revisionssicher arbeitet und dabei auch noch möglichst einfach und intuitiv für alle Mitarbeiter im Handling nutzbar ist.
(DHC Business Solutions: ra)

eingetragen: 06.10.18
Newsletterlauf: 25.10.18

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Meldungen: Hintergrund

Ergebnisse des ersten Bug-Bounty-Programms mit Hackerone

Das britische Verteidigungsministerium (Ministry of Defence, MoD) hat den Abschluss seines ersten Bug-Bounty-Wettbewerbs bekannt gegeben, der zusammen mit Hackerone durchgeführt wurde. Bei dem Programm handelte es sich um einen 30-tägigen, von Hackern durchgeführten Sicherheitstest, der darauf abzielte, Schwachstellen aufzudecken, bevor sie von Gegnern ausgenutzt werden können. Aufgrund der Ergebnisse der sogenannten Integrated Review der britischen Regierung, hat diese sich zu "einer stärkeren Position in Sachen Sicherheit und Widerstandsfähigkeit" sowie "einem Fokus auf Offenheit als Quelle des Wohlstands" bekannt. Das nun durchgeführte Programm des MoD ist Teil einer organisationsweiten Verpflichtung, eine Kultur der Transparenz und Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit zu etablieren, um Cyber-Bedrohungen zu bekämpfen und die nationale Sicherheit Großbritanniens zu verbessern. "Das Verteidigungsministerium hat sich zu einer Strategie des ‚Secure by Design‘ entschlossen, bei der Transparenz eine wesentliche Rolle spielt, um Verbesserungsmöglichkeiten im Entwicklungsprozess zu identifizieren", kommentiert Christine Maxwell, Chief Information Security Officer (CISO) im britischen Verteidigungsministerium. "Es ist für uns wichtig, die Möglichkeiten unserer digitalen und Cyber-Entwicklung zu erweitern, um Mitarbeiter mit speziellen Fähigkeiten, Energie und Leistungsbereitschaft zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit der Community ethischer Hacker ermöglicht es uns, unseren Stab von technischen Experten zu vergrößern und unsere Ressourcen aus verschiedenerlei Richtungen zu schützen und zu verteidigen. Zu verstehen, wo wir Schwächen haben, und mit der großen Ethical-Hacking-Community zusammenzuarbeiten, um diese Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben, ist ein wesentlicher Schritt zur Verringerung von Cyberrisiken und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit."

Innovation für Ermittlungen im Darknet

Kinderpornografie, Waffen, Drogen: Kriminelle verlagern ihre Geschäfte mit verbotenen Waren zunehmend ins Darknet. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Kriminelle agieren länderübergreifend und missbrauchen die neuen digitalen Möglichkeiten. Für eine effektive Strafverfolgung sind daher internationale Kooperationen und technische Innovationen notwendig. Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Deshalb unterstützen bayerische Spezialstaatsanwälte niederländische Spitzenforscher bei der Entwicklung des Dark Web Monitor. Der Dark Web Monitor ist ein Art Suchmaschine für das Darknet. Die Kooperation ist auch das Ergebnis der engen Zusammenarbeit der bayerischen Spezialstaatsanwälte mit Staatsanwaltschaften anderer Länder, Eurojust und Europol. Mit der innovativen Technologie gehen wir neue Wege, um mehr Licht ins Darknet zu bringen und Täter aufzuspüren. Ich sehe in dem neuen Tool gerade zur Aufklärung schwerer Straftaten große Chancen. Der Dark Web Monitor ist ein Baustein im Kampf gegen Cybercrime." Am 27. Juli 2020 wurde der Kooperationsvertrag mit TNO unterzeichnet. Seitdem konnte der Dark Web Monitor auch bereits erfolgreich in Ermittlungsverfahren eingesetzt werden. Der Minister: "Das Tool hat sich schon jetzt als sehr wertvoll erwiesen. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) hat zudem in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Verbesserungen angeregt, die unmittelbar von den Entwicklern umgesetzt wurden." Dadurch konnte der Dark Web Monitor noch besser an die Bedürfnisse der Ermittler angepasst werden.

Zugänge zu Unternehmen schon ab 50 US-Dollar erhältlich

Ransomware-Angriffe, bei denen Daten verschlüsselt und Lösegeld erpresst werden, treffen Unternehmen jeder Größe und Branche. Es kann dabei leicht der Eindruck entstehen, dass die Akteure beliebig agieren. Tatsächlich steckt dahinter jedoch ein komplexes Ökosystem mit vielen unterschiedlichen Akteuren, die jeweils individuelle Rollen übernehmen. Kaspersky informiert in einem neuen Report über das komplexe Ökosystem hinter Ransomware. Entwickler, Bot Master, Verkäufer von Zugangsdaten oder Ransomware-Betreiber: das Ransomware-Ökosystem besteht aus einer Vielzahl an Akteuren. Sie alle bieten im Darknet unterschiedliche Dienstleistungen via Anzeigen an. Selbständig agierende, prominente Profigruppen besuchen solche Websites eigentlich nicht, aber REvil, beispielsweise, die in den vergangenen Quartalen zunehmend Organisationen im Visier hatten, veröffentlichen ihre Angebote und Neuigkeiten nun regelmäßig über Affiliate-Programme. Dabei entsteht eine Partnerschaft zwischen dem Ransomware-Betreiber und dem Kunden, wobei der Ransomware-Betreiber als Verkäufer eine Gewinnbeteiligung zwischen 20 und 40 Prozent erhält, während die verbleibenden 60 bis 80 Prozent beim "Affiliate-Partner" verbleiben. Die Auswahl der Partner folgt einem ausgefeilten Prozess mit Regeln, die von den Ransomware-Betreibern festgelegt wurden - einschließlich geografischer Beschränkungen oder politischer Ausrichtungen, gleichzeitig werden Ransomware-Opfer Nutzen maximierend ausgewählt.

COVID-19-Impfdokumenten auf Darknet-Marktplätzen

Die Sicherheitsforscher des McAfee Advanced Research Teams haben neue Erkenntnisse zu Impfbetrügereien veröffentlicht. Die Untersuchungen zeigen, dass illegale COVID-19-Impfstoffe und Impfaufzeichnungen im Darknet sehr gefragt und das Angebot größer als gedacht ist. Die Forscher von McAfee stießen dabei vermehrt auf gefälschte deutsche Impfbescheinigungen. Jetzt wo die EU und andere Länder ihre Grenzen für geimpfte Personen öffnen, könnten Einzelpersonen in die Versuchung kommen, sich falsche Impfdokumente zu beschaffen, um zu etwas mehr Normalität, insbesondere in Form von Reisefreiheit, zurückzukehren. Doch durch den Kauf falscher COVID-19-Testbescheinigungen oder Impfausweise, um ein Flugzeug zu besteigen oder an einer Veranstaltung teilzunehmen, gefährden Personen sowohl sich selbst als auch das Leben anderer Menschen.

Erfolg der DSGVO: Einschätzung zwangsläufig subjektiv

Im Mai 2021 hat sich die größte Umwälzung der Datenschutzgesetzgebung zum dritten Mal gejährt. Schon im Entwurfsstadium verbreitete die DSGVO einiges an Unruhe und löste, was die Durchsetzung der Maßnahmen anbelangt, etliche Diskussionen aus. Die endgültige Version wartete denn auch mit einigen Änderungen auf, behielt aber ihre Schlagkraft bei. Ist es gelungen die Versprechen in der Realität einzulösen? Zuckerbrot oder Peitsche? Von den Anfängen der DSGVO bis zu ihrer Ratifizierung (und darüber hinaus) machten vor allem die mit der DSGVO verbundenen Strafen Schlagzeilen. Bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes bedeuten für einige Unternehmen Hunderte von Millionen Euro. Sicherlich eine Summe, die ausreichend abschreckend wirken sollte. Man darf wohl davon ausgehen, dass Aufsichtsbehörden und Geschäftswelt gleichermaßen Compliance gegenüber einer willkürlichen Form des Geldverdienens bevorzugen würden. Aber gleichzeitig erlaubte die Höhe der möglichen Strafen, die Muskeln spielen zu lassen, sollte Compliance eben nicht gewährleistet sein. Die DSGVO bietet einen großartigen Rahmen, um robuste Datenschutzverfahren zu implementieren, aber sie leidet an einem fatalen Engpass - der rein physischen Fähigkeit der Aufsichtsbehörden zur Durchsetzung der Vorgaben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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