Konstantes Serviceniveau aufrechterhalten

Ein Jahr COVID-19 aus CISO-Sicht: Veränderte Erwartungen managen und Sicherheitsstrategien weiterentwickeln

An den CISOs ist es jetzt sicherzustellen, dass die derzeitige Infrastruktur für Sicherheitsprogramme weiterhin umfassend, agil und durchdacht genug ist, um die rasante Entwicklung unter der Prämisse der Remote-Working-Norm dauerhaft zu ermöglichen



Von Israel Barak, Chief Information Security Officer bei Cybereason

Inzwischen ist seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie und dem flächendeckenden Umstieg auf remote Working rund ein Jahr vergangen. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit ist betroffen. Gleichzeitig sind zahlreiche Unternehmen immer noch dabei zu prüfen, ob und in welchem Ausmaß sie Opfer des SolarWind-Angriffs geworden sind. Herausforderungen, die dafür sorgen könnten, dass 2021 nicht das Jahr ist, in dem Sicherheitsstrategien weiterentwickelt und Innovationen vorangetrieben werden.

Das Jahr wird vor allem für diejenigen herausfordernd werden, die nicht verstanden haben, wie sehr sich die Reaktion auf unerwartete Ereignisse potenziell auf das gesamte Unternehmen auswirkt. In der Tat brauchen Unternehmen eher ein Playbook statt einer simplen Checklist, um auf Unbekanntes und Unvorhergesehenes zu reagieren. Eine entsprechende Methodik zu entwickeln unterstützt Firmen dabei, auch in schwierigen Zeiten auf Kurs zu bleiben. Gleichzeitig ist gewährleistet, dass Sicherheit in jeder Situation Priorität hat und Innovationen nicht zu einem nachgelagerten Ansatz werden.

In diesem Jahr ist davon auszugehen, dass viele Veränderungen, die auf das Konto der Pandemie gehen, zu neuen Normen innerhalb der Arbeitskultur werden. Sie bringen Veränderungen mit sich. CISOs sind gefordert, ein konstantes Serviceniveau aufrechtzuerhalten, Wachstum und Entwicklung Rechnung zu tragen und ihre Innovationen angesichts der veränderten Situation zu planen.

An den CISOs ist es jetzt sicherzustellen, dass die derzeitige Infrastruktur für Sicherheitsprogramme weiterhin umfassend, agil und durchdacht genug ist, um die rasante Entwicklung unter der Prämisse der Remote-Working-Norm dauerhaft zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auf der Identitäts- und Zugangsverwaltung liegen, der Endpunktsicherheit einschließlich der mobilen Sicherheitsanforderungen sowie der Vorfallsreaktion. Dazu gehört es auch, ein ausreichendes Sicherheitsbewusstsein zu schaffen und aufrechtzuerhalten sowie Belegschaft und Geschäftsführung vorzubereiten.

Wenn man das Innovationstempo kontinuierlich beschleunigen will, ist die Agilität eines Unternehmens einer der Schlüssel dazu. Wahrscheinlich wird die im letzten Jahr nun tatsächlich erfolgte Verlagerung von On-Premises-Ressourcen in die Cloud, Teil dieser "neuen Norm". Das gilt gleichermaßen für den kontinuierlichen Einsatz autonomer Technologien, um den manuellen Aufwand zu senken. Letztere geben Unternehmen zudem Gelegenheit, Innovationen voranzutreiben. Schließlich braucht man weniger Zeit für Systemeinstellung und Wartung.

Dieser Grad von Agilität lässt sich nicht ohne eine integrierte Sicherheitssuite und ein integriertes Programm erreichen, das wiederum mit dem Rest der IT-Infrastruktur skaliert werden kann. CISOs sollten einen sehr genauen Blick darauf werfen, wie das Sicherheitsprogramm ihrer Organisation aufgebaut ist. Kann man die Sicherheitsinfrastruktur tatsächlich skalieren, ohne dass man sich Gedanken über zusätzliche manuelle Ressourcen zu ihrer Unterstützung machen muss? Verfügt das Unternehmen über die richtige Systemarchitektur? Besonders jetzt, wo die Priorität darin besteht, dass die Mitarbeiter auch weiterhin so effizient wie möglich von zu Hause arbeiten können.

Die Herausforderungen, denen CISOs sich an einem modernen Arbeitsplatz gegenübersehen, werden sich lediglich verschieben. Und das auch nur, falls Firmen und ihre Mitarbeiter im Jahr 2021 in die Büros zurückkehren. Dennoch wird es zum Ende der Pandemie hin nicht plötzlich weniger Projekte geben. Unabhängig davon, ob Mitarbeiter vor Ort oder remote arbeiten, sollte Sicherheit nie von den Innovationsbemühungen eines Unternehmens abhängig sein. Sie sollte vielmehr ein Teil der Entwurfs- und Implementierungsphase sein. Wo das noch nicht zur Routine geworden ist, sollten CISOS dafür sorgen, dass genau das ein unverzichtbarer Bestandteil der "neuen Norm" wird. (Cybereason: ra)

eingetragen: 06.04.21
Newsletterlauf: 17.06.21

Cybereason: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

Es braucht kein CE-Kennzeichen für einen simplen Texteditor

Nachdem der Cyber Resilience Act (CRA) im März im Europäischen Parlament verabschiedet wurde, steht nun noch die finale Bestätigung durch den EU-Ministerrat aus. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) kritisiert den Cyber Resilience Act (CRA) in seiner jetzigen Fassung, im März im Europäischen Parlament verabschiedet wurde.

Steuern Sie auf eine Compliance-Katastrophe zu?

Die vorschriftsgerechte Datenverwaltung ist in allen Organisationen generell ein schwer zu navigierendes Gewässer. Sowohl die Datenmenge als auch die Vorschriften, diese zu verwalten, wachsen kontinuierlich. Gleichzeitig entwickeln sich die Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit und die dafür genutzten Technologien ständig weiter.

Hochspezialisierte Angriffe

Das Bundeskriminalamt hat in einer internationalen Operation über 100 Server beschlagnahmt und 1.300 kriminelle Domains deaktiviert. Dabei wurden zehn Haftbefehle ausgestellt und vier Personen festgenommen. Vermögenswerte in Höhe von 69 Millionen Euro und Kryptowährungen im Wert von 70 Millionen Euro wurden eingefroren. Die Aktion, unterstützt von Europol und anderen Behörden, gilt als "großer Schlag" gegen Cyberkriminalität.

Freigabe sensibler Daten

Laut aktueller Bitkom-Umfrage haben 38 Prozent der Befragten in Deutschland ihrem Partner bereits Zugriff auf das eigene Smartphone gewährt, lediglich jeder Dritte würde dies unter keinen Umständen tun. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich in einer aktuellen Kaspersky-Umfrage zum Thema Stalkerware.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.