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Botschaft: Es lohnt sich nicht zu zahlen


Folgt nun der "Rexit"? Läutet Ranscam das Ende von Ransomware ein?
Statt Dateien zu verschlüsseln, werden sie von "Ranscam" gelöscht



Von Udo Schneider, Trend Micro

Das Thema Ransomware und insbesondere Crypto-Ransomware beherrscht die Schlagzeilen. Alle rechnen damit, dass es noch schlimmer wird. Mittlerweile gehen Firmen sogar dazu über, Geld zurückzustellen, um die Cyberkriminellen, die ihre Dateien verschlüsseln, zu bezahlen und dadurch wieder an ihre Informationen die Grundlage ihres Geschäfts zu kommen. Doch jetzt ist eine Variante der Erpressersoftware aufgetaucht, die sich merkwürdig verhält: "Ranscam" entschlüsselt Dateien auch nach Bezahlung des "Lösegelds" nicht. Damit dürfte die Bereitschaft der Opfer sinken, auf die Forderungen der Online-Gangster einzugehen. Ist das der Anfang vom Ende von Ransomware, folgt nun gewissermaßen der "Rexit"?

Statt Dateien zu verschlüsseln, werden sie von "Ranscam" gelöscht. Auf den ersten Blick sieht das nach typischer Trittbrettfahrerei aus. Anstatt Zeit und Ressourcen zur Entwicklung einer "richtigen" Ransomware zu investieren, hofft man auf Opfer, die einfach zahlen. Gedanken um die Wiederherstellung der Daten braucht sich der Schreiber von "Ranscam" nicht zu machen. Diese neue Masche hat allerdings Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem der Ransomware-Hintermänner.

Steckt ein Nestbeschmutzer dahinter?
Sollte "Ranscam" im größeren Maßstab (negative) Bekanntheit erlangen, sinkt natürlich bei Opfern generell die Bereitschaft zu zahlen auch bei Infektionen mit "normaler" Erpressersoftware. Denn die Botschaft lautet: Es lohnt sich nicht zu zahlen, da die Daten ohnehin weg sind. Und das ist dem Geschäftsmodell natürlich nicht förderlich. Welche persönlichen oder gar gesundheitlichen Konsequenzen das jetzt für die Hintermänner von Ranscam hat, die damit unter Umständen ein florierendes Geschäftsmodell osteuropäischer Cyberkrimineller mit guten Verbindungen zur organisierten Kriminalität zerstören, sei dahingestellt.

Aus unseren Forschungen wissen wir, dass unseriöse Anbieter oder Käufer von Untergrundprodukten oder Dienstleistungen durchaus an den virtuellen Pranger gestellt werden. Beim sogenannten "Doxing" werden alle erreichbaren Daten des Betroffenen, teilweise inkl. aller persönlichen Daten wie Wohnadresse, Familienstand, Hobbies etc. gesammelt und in Foren veröffentlicht. Der Schritt in die reale Welt, bei der dann ein unfreundlicher Zeitgenosse auf einmal vor der Haustüre steht oder beim Kindergarten wartet, ist dann nur noch ein kleiner. Und in diesen Fällen geht es "nur" um unseriöse Transaktionen. Bei Ranscam sprechen wir aber von der Gefährdung eines ganzen Untergrund-Wirtschaftszweigs. Da kommen auf einmal ganz andere Größenordnungen zum Tragen evtl. auch mit ganz anderen Konsequenzen für den Delinquenten.

Noch einmal ordentlich Kasse machen?
Der zeitlich damit zusammenfallende massive Anstieg von Angriffen mit der Locky-Ransomware lässt sich vor diesem Hintergrund auf mehrere Arten deuten: Vielleicht ist die Brisanz von "Ranscam" doch nicht so hoch wie von den Hintermännern "normaler" Ransomware befürchtet (oder potentiellen Opfern erhofft). Oder aber sie stellt einen Versuch dar, jetzt noch einmal ordentlich Kasse zu machen, bevor das Erpressersoftware-Geschäftsmodell in sich zusammenbricht. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass der "Ranscam-Effekt" schlichtweg verpufft.

Nicht zahlen, Vorsorge treffen!
Was für Privatanwender mit viel Zeit und Mühe verbunden ist, kann für Unternehmen existenzbedrohend sein. Firmen, die auf ihre Daten nicht mehr zugreifen können, müssen unter Umständen ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Der bereits erwähnte Ansatz, auf die Bedrohung durch Erpressersoftware durch rein finanzielle Vorsorge zu reagieren, entpuppt sich spätestens mit "Ranscam" als falsch.

Denn auch vor "Ranscam" gab es keine Garantie, dass die Opfer den Schlüssel tatsächlich bekommen, um mit ihren Dateien wieder arbeiten zu können. Außerdem sind Fälle bekannt geworden, dass nach der Zahlung weitere Geldforderungen erhoben wurden, statt den Schlüssel zu liefern. Es zahlt sich also generell nicht aus, den Erpressern nachzugeben.

Nein zu Ransomware
Als erste Hilfe im Fall einer Infektion mit "normaler" Erpressersoftware hilft Trend Micro mit zwei kostenlos abrufbaren Tools: "Trend Micro Crypto-Ransomware File Decryptor" und "Trend Micro Anti-Ransomware". Darüber hinaus empfiehlt Trend Micro Privatanwendern wie Unternehmen zwei grundlegende Strategien, um sich vor Infektionen mit Erpressersoftware zu wappnen:

1. Backups anlegen
Eine grundlegende Möglichkeit, sich vor Erpressersoftware zu schützen, sind regelmäßige Datensicherungen (Backups). Dabei sollten die Anwender der 3-2-1-Regel folgen drei Kopien in zwei Formaten auf einem isolierten Medium. So lassen sich zum Beispiel die Familienfotos erstens auf einem externen Speichermedium (externe Festplatte oder Stick) speichern, zweitens in der Cloud ablegen und drittens auf eine CD brennen. Der Cloud-Speicher und der nicht eingesteckte USB-Stick verhindern dabei, dass der Schädling auch die Sicherungskopien verschlüsseln und löschen kann. Sollte kein Cloud-Speicher vorhanden und der USB-Stick mit dem Rechner verbunden sein, so wären wenigstens die auf CD gebrannten Bilder sicher, selbst wenn diese im CD-Laufwerk eingelegt wäre.

Wichtig dabei ist, nicht nur die Daten und Dateien, sondern auch ein System-Image zu sichern im Falle von Windows am besten einmal in der Woche. Hierfür eignet sich wegen der Datenmenge idealerweise eine externe Festplatte, die nur während der Sicherung mit dem Rechner per USB-Schnittstelle verbunden wird. Kommt es zu einer Infektion, ist es immer empfehlenswert, den befallenen Rechner komplett neu aufzusetzen selbst nach geglückter Entfernung des Schädlings. Schließlich kann es immer möglich sein, dass einzelne Komponenten einer Bedrohung weiter auf dem Gerät verbleiben und bei künftigen Kampagnen wieder ihr Unwesen treiben.

2. Mehrschichtige Sicherheitslösungen helfen
Generell sollten Anwender auf ihren Geräten eine moderne Sicherheitssoftware installieren und stets auf dem aktuellen Stand halten. Außerdem sollten diese Schutzlösungen über Cloud-Sicherheitsmechanismen verfügen, damit etwa Webadressen, die zu Erpresser- und anderer Schadsoftware führen, oder E-Mails mit bösartigen Links geblockt und bösartige Dateien gar nicht heruntergeladen oder ausgeführt werden. Zusätzlich bietet die Verhaltensanalyse solcher Sicherheitssoftware Schutz und kann eine unbekannte oder zunächst nicht erkannte Bedrohung noch vor dem eigentlichen Schaden abwehren.
(Trend Micro: ra)

eingetragen: 17.07.16
Home & Newsletterlauf: 19.08.16


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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Implementierung präventiver Schutzmaßnahmen

Viele Internetseiten rund um den Globus hatten im Juli 2021 mit Beeinträchtigungen ihrer Verfügbarkeit zu kämpfen, darunter die Online-Präsenzen namhafter Nachrichtenmagazine. Auch die Webseiten der Logistikunternehmen DHL, FedEx und UPS sowie die Portale von Banken und Fluglinien waren betroffen - horrende Ausfallkosten und Reputationsschäden sind die Folge. Als Ursache wurden technische Schwierigkeiten beim DNS-Service des Online-Dienstleisters Akamai identifiziert. Ausfälle in der IT-Infrastruktur sind für die betroffenen Unternehmen äußerst kostspielig und können schnell ein existenzbedrohendes Niveau erreichen. Die Allianz listet Cybervorfälle daher auch als das größte Geschäftsrisiko für den europäischen Wirtschaftsraum. Laut Global Data Protection Index 2020 von Dell Technologies belasten IT-Ausfälle (Downtime) Unternehmen im Durchschnitt mit Kosten von über 800.000 US-Dollar pro Jahr. Die Ausfallkosten umfassen nicht nur direkte Umsatzeinbußen. Die kompletten Kosten einer kritischen IT-Panne sind um ein Vielfaches höher. Zu den direkten Schäden kommen die entstandenen Aufwendungen für Werbung, SEO, SEA, Logistik und Personal. Massive Kosten entstehen zudem durch langfristige Imageschäden. Wer das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern einmal verloren hat, erhält keine zweite Chance.

Kein Entgegenkommen für Erpresser

Ransomware, also Schadsoftware, die zuweilen ganze Rechenzentren lahmlegt, um von der betroffenen Organisation Lösegeld zu erpressen, wird immer mehr zum Mittel der Wahl für Cyberkriminelle. Das Bundeskriminalamt hat Ransomware bereits in seinem Bundeslagebild Cybercrime 2020 als "die Bedrohung für öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen" ausgemacht, und in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal vergleicht FBI-Direktor Christopher Wray Ransomware-Attacken mit den Anschlägen vom 11. September 2001. In einem aktuellen Artikel zum Thema berichtet Die Zeit, dass "mindestens 100 deutsche Ämter, Regierungsstellen, landeseigene Kliniken, Stadtverwaltungen und Gerichte […] in den vergangenen sechs Jahren von Ransomware-Banden attackiert worden" sind. Mit seinem Plädoyer für mehr staatliche Maßnahmen gegen Ransomware steht dieser Artikel nicht allein. Selbst jenseits des Atlantiks fordern Politiker staatliches Vorgehen gegen diese Form der Cyberkriminalität. So liegen in vier US-Bundesstaaten Gesetzesvorschläge vor, die Lösegeldzahlungen bei erfolgreichen Ransomware-Attacken verbieten sollen, um den Cyberkriminellen den Anreiz zu nehmen. Entsprechend wird diese Herangehensweise nach der Devise "Kein Entgegenkommen für Erpresser" in den USA bereits kontrovers diskutiert. Und auch bei uns wird dieses Thema sicher über kurz oder lang auf die Tagesordnung gelangen. Auch den "Law- & Order-Hardlinern" hierzulande wird dieses Vorgehen sicher nicht unsympathisch erscheinen.

Cyberagentur in der Gründungsphase

Im August 2020 gab das Bundesministerium des Innern den Startschuss für die Cyberagentur des Bundes als "wichtiger Schritt zu größerer Technologie-Souveränität". Der offizielle Titel der Cyberagentur lässt große Hoffnungen auf eine erhöhte digitale Souveränität in der Bundesrepublik zu: "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH". Derzeit läuft die Gründungsphase der Cyberagentur, wobei die Geschäftsführung bereits bestellt und ein Interimsstandort in Halle, Sachsen-Anhalt, eingerichtet ist. Im Wesentlichen soll die Bundes-Cyberagentur zwei Aufgaben verfolgen: Die digitale Souveränität der Bundesrepublik soll gestärkt und innovative IT-Security-Technologien gefördert werden. Die Cyberagentur tritt für optimierte Cybersicherheit ein und möchte sich um die Belange von Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen und Behörden, aber auch von Bürgern kümmern. Dazu soll identifiziert werden, mit welchen neuen und innovativen Technologien diese Ziele erreicht werden können. Parallel zur Förderung derartiger Technologien soll die Cyberagentur auch in der Lage sein, eigene Aufträge für die Entwickelung neuer Sicherheitslösungen zu vergeben. Die neue Instanz soll darüber hinaus Anlaufstelle für diverse Bundesprogramme werden.

Die dominierende Ransomware-Gang

Sophos hat seit Bekanntwerden der neuesten Attacke mit der Ransomware REvil zahlreiche Untersuchungen vorgenommen und den Angriff in die Rubrik ‚Supply Chain Distribution‘ eingeordnet. Die Kriminellen nutzen Managed Service Provider (MSP) als ‚Vertriebsplattform‘, um so viele Unternehmen wie möglich zu treffen, unabhängig von Größe oder Branche. Wir sehen hier ein wiederkehrendes Muster, da Angreifer ihre Methoden ständig mit der Maxime anpassen, eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sei es in finanzieller Hinsicht oder zum Stehlen von Anmeldedaten und anderen proprietären Informationen, die sie später nutzen könnten. Bei anderen groß angelegten Angriffen, die wir in der Vergangenheit gesehen haben, wie etwa WannaCry, war die Ransomware selbst der Verteiler. Im aktuellen Fall war kurz nach dem Angriff klar, dass ein Partner von REvil Ransomware-as-a-Service (RaaS) einen Zero-Day-Exploit nutzte, um die Ransomware über die Virtual Systems Administrator (VSA) Software von Kaseya zu verteilen. Normalerweise bietet diese Software einen äußerst vertrauenswürdigen Kommunikationskanal, der MSPs unbegrenzten privilegierten Zugriff ermöglicht, um vielen Unternehmen bei ihren IT-Umgebungen zu helfen. Genau diese Plattform wurde nun als Verteiler für die Ransomware umfunktioniert."

Update zu REvil Ransomware und Kaseya

Am späten Abend des 2. Juli 2021 wurde in den USA bekannt, dass die Hackergruppe REvil 200 Unternehmen in der MSP-Lieferkette über Kaseya VSA angegriffen hat – eine MSP-Plattform, die es Providern ermöglicht, Patch-Management und Client-Überwachung für ihre Kunden durchzuführen. Die ursprünglich geforderte Lösegeldsumme von 70 Millionen US-Dollar, die nun auf 50 Millionen US-Dollar gesenkt wurde, war unter allen bekannt gewordenen die bisher größte. Sie ereignet sich nur wenige Monate nach der letzten rekordverdächtigen Summe von 50 Millionen US-Dollar, zu deren Zahlung Acer aufgefordert wurde. Die wiederholten Angriffe sind ein Weckruf, die Sicherheit der Lieferkette zur obersten Priorität zu machen. MSPs sind wie in diesem Fall ein lukratives Ziel, da sie Zugriff auf die geschäftskritischen Daten mehrerer Kunden haben. Diese Daten dienen als Basis für eine enorm hohe Lösegeldforderung. Dieser Trend der immer weiter steigenden Ransomware-Inflation wird sich fortsetzen, ohne dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern. Wenn die Möglichkeit zur Lösegeldzahlung nicht mehr besteht, geht der Anreiz für Ransomware als kriminelles Unterfangen verloren. Ein Teil des Problems bei der Zunahme des Umfangs und der Auswirkungen von Angriffen ist, dass die Bedrohungsakteure das zunehmende Potenzial zur Monetarisierung ihrer Bemühungen erkennen. Nimmt man dies weg, ist die Aktivität nicht mehr rentabel.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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