US-Börsenaufsicht verklagt CISO

Die lange Tradition der schlechten Passworthygiene

Mehr Benutzerfreundlichkeit schaffen: Passwortlose Authentifizierung als Alternative



Die European Union Agency for Cybersecurity (ENISA) führt gemeinsam mit der Kommission und den Mitgliedstaaten den Europäischen Monat der Cybersicherheit durch. Jedes Jahr finden während des gesamten Monats Oktober europaweit zahlreiche Aktivitäten statt, um die digitale Sicherheit bei Bürgern und Organisationen der EU zu fördern. Die diesjährige Kampagne taucht tief in die Welt des Social Engineering ein, in der Cyberkriminelle Manipulationstaktiken anwenden, um Sicherheitsvorkehrungen zu durchbrechen.

Dr. Klaus Gheri, Vice President & General Manager Network Security bei Barracuda Networks, kommentiert nachfolgend, wie die lange Tradition der schlechten Passworthygiene ein Ende finden könnte.

"Anwender sollten Maßnahmen zu ergreifen, um die Cybersicherheit zu stärken, wie zum Beispiel sichere Passwörter festzulegen, Software auf dem neuesten Stand zu halten und andere grundlegende Best Practices zu beherzigen. Jeder weiß, dass diese Ratschläge fundiert sind. Doch auch 20 Jahre später tun sich Millionen von Unternehmen und deren Mitarbeiter schwer, sie zu befolgen. Dass das Ignorieren technischer Ratschläge, selbst wenn wir wissen, dass sie vernünftig sind, sehr menschlich ist, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung von Forschern der Queensland University of Technology. Diese hat ergeben, dass weniger als 25 Prozent jemals das Handbuch oder die Bedienungsanleitung eines neuen Geräts oder einer neuen Anwendung lesen.

Passwörter sind der Schlüssel zu sensiblen Daten und Online-Vermögenswerten – warum also kein starkes, einzigartiges und schwer zu erratendes Passwort verwenden? Weil komplexe Passwörter zwar sicher, aber schwer zu merken sind. Eine aktuelle Studie von LastPass ergab, dass immer noch 62 Prozent dieselben Passwörter oder Varianten davon verwenden.

Zugleich sind laut dem Verizon Data Breach Investigations Report 2023 kompromittierte Passwörter für 81 Prozent der Sicherheitsverstöße verantwortlich. Darüber hinaus wird die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), die zur Stärkung der Zugangskontrollen entwickelt wurde, nun mit einigem Erfolg von Angreifern ins Visier genommen, die Techniken wie MFA-Müdigkeit einsetzen, bei denen Opfer auf ihrem Smartphone solange mit MFA-Anfragen bombardiert werden, bis sie die Anfrage genehmigen.

Trotz jahrzehntelangen Warnungen setzen Menschen immer noch nicht routinemäßig starke, einzigartige Passwörter ein. Außerdem reicht eine passwortbasierte Authentifizierung nicht mehr aus, um Identitäten zuverlässig zu schützen. Daher ist es notwendig, Alternativen in Betracht zu ziehen.

Die passwortlose Authentifizierung ist eine Möglichkeit, die Identität einer Person mit alternativen Methoden wie Biometrie über Fingerabdrücke oder Gesichtserkennung, Hardware-Tokens oder Einmalpasswörtern (OTP), die per E-Mail oder SMS gesendet werden, zu überprüfen. Viele Consumer-Anwendungen und -geräte basieren bereits auf biometrischen Daten, darunter einige Mobiltelefone, Bank- und Zahlungsanwendungen.

Im geschäftlichen Umfeld kann die Entwicklung hin zum passwortlosen Zugang etwas länger dauern – Lösungen sind noch im Entstehen, und nicht jedes Unternehmen ist bereit, diesen Ansatz zu übernehmen. Jedoch kann die Migration zu einem passwortlosen Ansatz mit zentralisiertem Berechtigungsmanagement und Self-Service-Zugriffsberechtigungen zu deutlich mehr Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit beitragen. Risiken, die mit traditionellen Passwörtern einhergehen, können dadurch im Keim erstickt werden." (Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 01.10.23
Newsletterlauf: 11.12.23

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Regulierung der KI keine Frage des "ob"

Europa besinnt sich einmal mehr auf seine moralische Vorreiterrolle in der Welt. Während in den beiden globalen Technologiesupermächten USA und China ein kaum kontrollierter Wildwuchs in Sachen Künstlicher Intelligenz stattfindet, hat die EU sich nicht nur dem technischen Fortschritt, sondern dem großen Ganzen gewidmet: Mit dem nun beschlossenen KI-Gesetz gibt es zum ersten Mal eine umfassende Regulierung in diesem Bereich.

Online-Sicherheitspraktiken auf den Prüfstand stellen

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Interessanterweise leben insbesondere die Boomer dieses Motto, sodass sie wesentliche bessere Datenschutzpraktiken pflegen, wenn sie im online unterwegs sind, als die Millennials und die Gen Z. Dies ergab eine von OnePoll im Auftrag von Yubico durchgeführte Studie, die sich der Frage widmete, inwiefern Menschen in einer Zeit, in der es immer raffiniertere Phishing-Angriffe gibt, ihre Cybersicherheitshygiene-Praktiken angepasst haben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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