Rubrik: Markt/Nachrichten

Verleihung des Deutschen Preises für IT-Sicherheit der Horst-Görtz-Stiftung

Tippverhaltensbiometrie-Tool "Psylock" erkennt Computerbenutzer anhand der Art und Weise, wie sie die Tastatur bedienen

(30.10.08) - Mit dem Deutschen IT-Sicherheitspreis möchte die Horst-Görtz-Stiftung Stiftung die Position von IT-Sicherheit "Made in Germany" festigen und fördern. Der mit 100.000 Euro dotierte erste Preis des Deutschen Preises für IT-Sicherheit der Horst-Görtz-Stiftung wurde an das Nachwuchswissenschaftler-Team Michael Bär, Jens-Matthias Bohli, Christian Henrich, Dr. Jörn Müller-Quade, Stefan Röhrich und Carmen Stüber vom Europäischen Institut für Systemsicherheit (E.I.S.S.) an der Universität Karlsruhe (TH) für ihr Projekt "Bingo Voting - Verifizierbare Wahlen mit Wahlmaschinen" verliehen. Bei dem elektronischen Wahlverfahren kann der Wähler sicher überprüfen, ob seine eigene Stimme korrekt gezählt wurde. Bingo Voting bietet nicht nur eine schnellere Auszählung und einfache Bedienbarkeit, der größte Vorteil gegenüber anderen Wahlverfahren ist die nachweisbare Korrektheit des Wahlergebnisses.

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Mit dem mit 60.000 Euro dotierten zweiten Preis wurden Prof. Dr. Johannes Buchmann und Erik Dahmen vom Fachgebiet Theoretische Informatik an der TU Darmstadt für das Projekt "Zukunfts-sichere digitale Signaturen - FutureSign" geehrt. Für das Internet der Zukunft sind sichere elektronische Signaturen eine wichtige Voraussetzung. Die wenigen verfügbaren Signaturverfahren sind aber in ihrer Sicherheit bedroht, etwa durch die Entwicklung von Quantencomputern. FutureSign, ein Verfahren, mit dem beliebige Inhalte signiert werden können, löst dieses Problem und garantiert damit langfristig die Existenz sicherer elektronischer Signaturverfahren.

Den dritten Preis teilen sich der Bonner Entwickler Andreas Schuster und Prof. Dr. Dieter Bartmann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik II der Universität Regensburg und erhalten je 20.000 Euro. Schuster hat in seinem Projekt "PTFinder und PoolFinder - Identifikation von Prozessen und anderen Objekten des Microsoft Windows-Betriebssystemkerns in Arbeitsspeicherabbildern" Tools entwickelt, die schwer rekonstruierbare Datenzusammenhänge im Betriebssystem von Windows-PCs aufspüren. So erleichtern sie eine forensische Analyse von PCs, die beispielsweise mit aufzuspürender Schadsoftware verseucht sind. Im Rahmen einer forensischen Untersuchung machen diese Werkzeuge sowohl bereits zerstörte als auch aktive und in maliziöser Absicht verborgene Objekte des Betriebssystems sichtbar.

Das von Prof. Dr. Dieter Bartmann, Informatiker an der Universität Regensburg, entwickelte Tippverhaltensbiometrie-Tool "Psylock" erkennt Computerbenutzer anhand der Art und Weise, wie sie die Tastatur bedienen. Ihr Tippverhalten kann so als Passwortersatz dienen. Anhand einer kurzen Tipp-Probe auf einer gewöhnlichen Tastatur authentifiziert das System Psylock den Schreiber und gewährt oder verweigert ihm den Zugang zum Computersystem. Benötigt wird nur eine herkömmliche Tastatur, Passwörter braucht sich der Nutzerbei Psylock nicht zu merken.

Der Deutsche IT-Sicherheitspreis wird alle zwei Jahre durch die Horst-Görtz-Stiftung vergeben. Die Einreichungen werden durch eine Fachjury bewertet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informa-tionstechnik (BSI) unterstützt den Deutschen IT-Sicherheitspreis durch die Schirmherrschaft und Mitwirkung in der Jury. (BSI: ra)

 

 

 

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