Rubrik: Markt/Nachrichten

Das BKA veröffentlicht die Zahlen zur Zahlungskartenkriminalität 2009

Payment Card Crime Conference beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Themenbereich "Skimming"

(31.05.10) - Das Bundeskriminalamt (BKA) richtete in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt Wien (Österreich) und der Generaldirektion zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität Bukarest (Rumänien) die Payment Card Crime Conference zum Thema "Zahlungskartenkriminalität" in Berlin aus. Die Veranstaltung beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Themenbereich "Skimming" (Manipulationen von Geldautomaten und POS-Terminals mit dem Ziel der Erlangung von Debit-kartendaten einschließlich der Geheimnummer (PIN)).

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Auf der Tagung wurden die aktuellen Erscheinungsformen vorgestellt und internationale Bekämpfungsstrategien weiterentwickelt. Zu den rund 100 Konferenzteilnehmern zählten - neben Vertretern aus dem Polizeibereich aller EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Beitrittskandidaten - auch Teilnehmer aus der Schweiz, von Europol und Eurojust sowie Vertreter der Wirtschaft.

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte: "Im Deliktsbereich Zahlungskartenkriminalität sind Staaten-grenzen übergreifende Vorgehensweisen der Täter an der Tagesordnung. Der Ort der Daten-erlangung und der Ort der Verwertung fallen regelmäßig auseinander. Debitkartendaten, die heute an einem beliebigen Ort in Deutschland abgegriffen werden, werden morgen für missbräuchliche Abbuchungen im Ausland eingesetzt. Eine internationale Kooperation der Sicherheitsbehörden ist somit unverzichtbar."

Manipulationen von Geldautomaten

Im Jahr 2009 waren in Deutschland 964 Geldautomaten das Ziel von Manipulationen, erneut eine Steigerung von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (809). Der Trend, dass einzelne Geldautomaten mehrfach attackiert werden, setzte sich in abgeschwächtem Maße fort: 2.058 Attacken wurden für 2009 registriert (2008: 2.387 Attacken).

Jörg Ziercke beurteilt den Rückgang allerdings eher skeptisch: "Es besteht kein Grund zur Entwarnung: In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden bereits über 1.000 Attacken auf Geldautomaten registriert. Angesichts dieser Zahlen ist zu erwarten, dass die Entwicklung des Jahres 2009 eher vorläufiger Natur ist."

Pro Skimming-Attacke auf einen Geldautomaten werden ca. 60 Kartendaten und PIN abgegriffen. Demzufolge waren im Jahr 2009 weit über 100.000 Kartenkunden von den kriminellen Aktivitäten betroffen. Nach Schätzungen lag der daraus resultierende Schaden bei ca. 40 Millionen Euro. Die 2008 festgestellte Entwicklung, dass Kartendaten vermehrt über manipulierte Türöffner abgegriffen werden, hat sich abgeschwächt. 2009 erfolgte in rund 13 Prozent der Fälle ein Abgriff der Magnet-streifendaten an Türöffnern, im Jahr 2008 waren es noch rund 30 Prozent. Diese Entwicklung dürfte u. a. auf den Abbau bzw. die sicherheitstechnische Aufrüstung der Türöffnersysteme zurückzu-führen sein. Die Erlangung der Geheimzahl erfolgt hauptsächlich durch den verdeckten Einbau von Mini-Kameras am Geldautomaten direkt oberhalb der PIN-Tastatur, aber auch über Kameras oder Fotohandys, die an oder in der Raumdecke - zum Beispiel versteckt in Rauchmelderattrappen - installiert werden. Alternativ werden Tastaturattrappen eingesetzt, die über die Originaltastatur gelegt werden.

Manipulationen von POS-Terminals (Point of Sale Terminals) erfolgten im Jahr 2009 in Deutschland nicht. Dies dürfte maßgeblich auf den Umstand zurückzuführen sein, dass es dem BKA im Jahr 2008 gelungen ist, mehrere auf diese Methode spezialisierte Tätergruppierungen zu zerschlagen und in diesem Zusammenhang auch den für diese Manipulationsform zuständigen Cheftechniker festzunehmen.

Tätergruppierungen

In Deutschland sind im Bereich Zahlungskartenkriminalität bislang vornehmlich international agierende Tätergruppierungen südosteuropäischer (rumänischer und bulgarischer) Herkunft aktiv. Diese Gruppierungen organisieren den gesamten Tatverlauf vom Datenabgriff bis hin zum betrügerischen Einsatz der Kartendubletten.

Zahlungskartenkriminalität International

Dem leichten Rückgang der Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland im Jahr 2009 stand eine Steigerung der Datenabgriffe an Geldautomaten im Ausland gegenüber. 2009 wurden im Ausland bei Manipulationen von insgesamt 619 Geldautomaten und POS-Terminals deutsche Kartendaten abgegriffen. Dies bedeutet gegenüber 2008 (514) einen Anstieg um 20 Prozent. Bei der kriminellen Verwertung der abgegriffenen Debitkartendaten lag der Schwerpunkt 2009 im europäischen Ausland. Schwerpunktländer waren Italien, Bulgarien, Rumänien, Großbritannien und Frankreich. In diesen Ländern wurden ca. 75 Prozent aller gefälschten Debitkarten eingesetzt. Der Anteil außereuropäischer Staaten hat leicht zugenommen. Insbesondere waren Südafrika, Marokko und die USA von Bedeutung. (Bundeskriminalamt: ma)

 

 

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