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Staatstrojaner: Piratenpartei fordert umfangreiche Konsequenzen nach angeblichem Verfassungsbruch Bundestrojaner: "Echte Bewährungsprobe für den Rechtsstaat" ( 1. Sofortiger Stopp des Einsatzes der Staatstrojaner und Verbot von Online-Durchsuchungen 2. Vollständige Aufklärung und Offenlegung aller Verträge 3. Strafrechtliche und personelle Konsequenzen bei den Verantwortlichen 4. Öffentliche Debatte über die Grenzen der Sicherheitspolitik
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Nach Veröffentlichung der staatlichen Spionagesoftware durch den Chaos Computer Club (CCC) ist inzwischen bekannt, dass Staatstrojaner auf Bundesebene und in mindestens zehn Bundesländern in ungefähr einhundert Fällen im Einsatz waren. "Der in Bayern eingesetzte Staatstrojaner lässt nicht nur die vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich geforderten 'technischen Vorkehrungen zur Beschränkung auf einen laufenden Telekommunikationsvorgang' völlig vermissen. Er enthält darüber hinaus nachgewiesene verfassungsfeindliche Funktionen", kritisiert Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei. Der Trojaner habe eine so genannte "Nachladefunktion", mit der sich beliebige Funktionen und Dateien über das Internet aktivieren lassen. "Der Verfassungsbruch ist offenbar bewusst und mit voller Absicht geschehen", erklärt Nerz. "Wenn man sich die Software anschaut, sieht man, dass die Programmierer versucht haben, das Auffinden dieser illegalen Funktion zu erschweren." Auch die Aussagen des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke zur Hintertür für Programmaktualisierungen [1] würden diese Annahme unterstreichen. Völlig unverständlich sei weiterhin, warum die behördliche Steuerung über einen Rechner in den USA, also außerhalb des Gültigkeitsbereiches deutschen Rechts, erfolgen sollte. "Die Aufarbeitung der Vorgänge beim Einsatz des
Staatstrojaners ist eine echte Bewährungsprobe für den deutschen
Rechtsstaat", so Nerz. "Wir werden sehr genau beobachten, ob die
Justiz diesen unerhörten offensichtlichen Verfassungsbruch aufklären kann und
die verfassungsverachtenden Sicherheitspolitiker zur
Rechenschaft gezogen werden." (Piratenpartei: ma) [1] http://presse.piratenpartei.de/sites/all/modules/civicrm/extern/url.php?u=327&qid=24862 |