Rubrik: Markt/Studien

Anmeldung neuer Domains gewinnt in aufstrebenden Regionen an Fahrt

In Europa halten sich Neuanmeldungen und Ausbau bestehender Internet-Seiten die Waage

(04.08.06) - Gemäß Untersuchungen von Internet Security Systems (ISS) nahm die Zahl an neu registrierten Internet-Domains in den vergangenen zwölf Monaten erneut stark zu. Einen besonders rasanten Anstieg verzeichnete die Kasseler Abteilung C-Force Filterlist des Sicherheitsspezialisten auf dem afrikanischen Kontinent. Mit 37,4 Prozent nimmt die Wiege der Menschheit in punkto neu angemeldeter URLs die Spitzenposition ein, dicht gefolgt von Südamerika mit 35 Prozent. Nicht ganz so prägnant stellt sich das Wachstum im asiatischen Raum dar. Hier erhöhte sich der Domain-Bestand um 22 Prozent. Auch in Europa scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht zu sein. Immerhin gibt es heute 21 Prozent mehr Domains als noch vor zwölf Monaten. Diese Entwicklung führt ISS unter anderem auf die Ende 2005 erfolgte Einführung der neuen Top-Level-Domain .eu zurück. In nur wenigen Monaten sicherten sich 1,5 Millionen Anmeldende ihren Wunschnamen, rund 400.000 Anmeldungen entfielen dabei auf Deutschland. Auf den letzten beiden Plätzen rangierten Ozeanien - geographisch gesehen handelt es sich hierbei um die Inselwelt, die der australischen Platte, dem Asiatischen Kontinentalsockel sowie dem Amerikanischen Festlandsockel zugerechnet wird - mit 16, 6 Prozent und Nordamerika mit 12,2 Prozent.

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Anstieg der Domain-Neuanmeldungen in den vergangenen zwölf Monaten

Kontinent                      Wachstum bzgl. neuer Domains

1. Afrika:                      37,4 %

2. Südamerika:             35,0 %

3. Asien:                      22,0 %

4. Europa:                    21,0 %

5. Ozeanien:                 16,6 %

6. Nordamerika:            12,2 %

Ausbau der eigenen Internet-Seite liegt in Europa im Trend

Nicht nur die Zahl neuangemeldeter Top-Level-Domains nahm in den vergangenen zwölf Monaten zu. Ebenso verzeichnete ISS einen allgemeinen Anstieg an Web-Seiten. Dies liegt daran, dass immer mehr URL-Inhaber ihren Internetauftritt weiter ausbauen, Unterseiten hinzufügen und damit das über das World Wide Web zugängliche Informationsangebot immer tiefer gefächert wird. Von besonderem Interesse sind die Zahlen in Europa. Hier stehen Neuanmeldungen und die Erweiterung der eigenen Seite um weitere Webpages im Einklang. In Zahlen ausgedrückt belief sich in den letzten zwölf Monaten der Zuwachs auf 20,7 Prozent. Aber auch in Afrika und Südamerika erweitern die Domain-Inhaber die Zahl der verfügbaren Unterseiten kontinuierlich. Der beobachtete Anstieg beläuft sich auf 20,1 Prozent respektive 18,5 Prozent. Nordamerika nimmt mit 14 Prozent Platz vier, Ozeanien mit 11,5 Prozent Platz fünf in der Rangreihenfolge ein. Das Schlusslicht bildet Asien, mit einer 9,5-prozentigen Zuwachsrate an neuen Webpages innerhalb der untersuchten Zeitspanne. Tendenziell lässt sich feststellen, dass die Zahl der neuangemeldeten Domains in aufstrebenden Regionen deutlich höher liegt als in den Industrieländern und der Ausbau der eigenen Präsenz um weitere Unterseiten einen geringeren Stellenwert einnimmt. In den Industrieländern hingegen ist das Verhältnis an Registrierungen und Erweiterung der eigenen Internetseite um zusätzliche Webpages eher ausgewogen.

Anstieg der Web-Seiten (Unterseiten) in den vergangenen zwölf Monaten

Kontinent                      Wachstum bzgl. neuer Webpages

1. Europa:                    20,7 %

2. Afrika:                      20,1 %

3. Südamerika:             18,5 %

4. Nordamerika:            14,0 %

5. Ozeanien:                 11,5 %

6. Asien:                      9,5 %

Stößt das Internet in Kürze an seine Grenzen?

In den neunziger Jahren wurde das Thema, ob und wann das Internet an eine Wachstumsgrenze stößt, heiß diskutiert. Denn das nach wie vor im World Wide Web überwiegend für die Adressierung und das Routing von Datenpaketen verwendete Internet-Protokoll in der Version 4 (IPv4) bietet nur einen begrenzten Adressraum. Rund 4 Milliarden IP-Adressen stellt IPv4 zur Verfügung, um Rechner oder andere Geräte anzusprechen. Diese teilten sich die Nordamerikaner und teilweise die Europäer in der Vergangenheit auf Grund ihres technischen Vorsprungs weitest-gehend untereinander auf. Aufstrebende Regionen wie beispielsweise Afrika, Südamerika oder Asien stehen daher heute vor dem Problem der Adressknappheit, das sie derzeit mit technischen Notbehelfen umgehen. Um dieser vorausgesehenen Entwicklung zu begegnen, starteten bereits 1995 die Arbeiten an einem Nachfolgeprotokoll, das unter dem Namen Internet Protocol Version 6 (IPv6) oder IPnG (Internet Protocol Next Generation) bekannt ist. Dessen Einführung setzt sich in der Praxis jedoch hierzulande nur schleppend durch. Dies liegt nicht nur an der aufwändigen Implementierung, sondern auch daran, dass in Nordamerika und Europa noch reichlich Adressraum bereitsteht. Obwohl sich die Zahl der bereits vergebenen zehn wichtigsten Top-Level-Domains derzeit bereits auf über 88 Millionen Internet-Adressen beläuft, sind beispielsweise in Europa noch über 50 Prozent an IP-Adressen verfügbar. Insofern ist eine Migration auf das neue Protokoll bislang noch nicht zwingend notwendig. In den neuen IT-Wachstumsmärkten sieht es jedoch anders aus. Hier geht der Trend eindeutig dahin, das Protokoll zu nutzen, um so einen größeren Adressbereich zu schaffen. (ISS: ra)

 

 

 

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