Rubrik: Markt/Studien

Akzeptanz biometrischer Technologien in Deutschland und Europa deutlich gestiegen

80 Prozent in Deutschland für biometrische Sicherheitsvorkehrungen

(20.09.06) - Durchschnittlich 84 Prozent aller Europäer wären bereit, sich bei Auslandsreisen Fingerabdrücke abnehmen oder einen Netzhaut-Scan durchführen zu lassen, um eine schnellere und komfortablere Abwicklung bei den Kontrollen zu gewährleisten. In Deutschland befürworten mit 80 Prozent beinahe genauso viele Befragte diese biometrischen Sicherheitsvorkehrungen. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue Identity-Studie von dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Vanson Bourne, die im Auftrag von LogicaCMG durchgeführt wurde. Im April 2006 wurden dafür jeweils 500 Einwohner in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Spanien, Portugal und Tschechien befragt.

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Darüber hinaus sind 88 Prozent aller Studienteilnehmer der Meinung, dass biometrische Techno-logien das Risiko eines Identitätsdiebstahls erheblich mindern. 85 Prozent sind sogar überzeugt, dass damit Betrugsversuche im Finanzbereich reduziert werden können. So auch 85 Prozent der Deutschen, die eine Kreditkarte mit Fingerabdruck für sicherer halten als die gängige Chip-Karte mit PIN. Die Ergebnisse zeigen, dass Komfort und Sicherheit auf Reisen sowie bei der Abwicklung von Finanztransaktionen für viele Europäer wichtiger sind als vermeintliche Datenschutzprobleme.

Verhielten sich die Europäer im Gegensatz zu den Amerikanern in der Vergangenheit eher zögerlich gegenüber biometrischen Technologien, so ist jetzt eine deutlich zunehmende Akzeptanz der Bevölkerung festzustellen. Verbraucher in Europa sind inzwischen von der Genauigkeit und der Zuverlässigkeit der Lösungen überzeugt und sehen für ihren Alltag, beispielsweise bei Auslands-reisen, Finanztransaktionen oder beim Kontakt zu öffentlichen Behörden, deutliche Vorteile durch den Einsatz biometrischer Lösungen. Der Meinungsumschwung lässt sich durch erfolgreiche Pilotprojekte und erste Installationen biometrischer Anwendungen in ganz Europa erklären.

Die Trendwende ist in allen an der Umfrage beteiligten Länder zu beobachten: Fast zwei Drittel der befragten Europäer würden beispielsweise ihren Finanzserviceanbieter wechseln, wenn sie dazu lediglich eine biometrische Karte zur Identifizierung nutzen könnten und keine Formulare oder Papiere ausfüllen müssten. Deutschland liegt mit 64 Prozent dabei voll im europäischen Durch-schnitt. 71 Prozent aller befragten Europäer würden sich zudem durch die Verwendung eines Ausweises mit Fingerabdruck oder anderer biometrischen Daten bei der Zahlung von Waren und Dienstleistungen im Ausland sicherer fühlen. Diese Studienergebnisse lassen anstehende Veränderungen bei den eingesetzten Technologien in der Finanzbranche und im Einzelhandel erahnen.

Regionale Unterschiede erfordern individuelle Lösungen

Generell sind den Europäern die Vorteile biometrischer Technologien in Bezug auf Sicherheit und Komfort bewusst. Die Identity-Studie legt jedoch auch offen, dass sich die verschiedenen Länder in unterschiedlichen Akzeptanzphasen in Sachen Biometrie befinden. Beispielsweise führt Frankreich mit mehr als 92 Prozent bei der Akzeptanz der biometrischen Datenerfassung (Fingerabdruck- und Netzhauterkennung) für Reisen. Im Vergleich dazu sehen nur 67 Prozent der Tschechen diese neue Technologie als vorteilhaft an. Bei der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen im Ausland setzt sich Portugal eindeutig an die Spitze im europäischen Vergleich. Die Mehrheit der Befragten (85 Prozent) ist dort der Meinung, dass der Einsatz biometrischer Anwendungen die Kartenzahlung erheblich sicherer macht. Dieser Meinung waren auch 76 Prozent der befragten Deutschen und befürworteten daher bei Finanztransaktionen die Verwendung eines Fingerabdrucks auf dem Aus-weis. Dagegen sind lediglich 46 Prozent der niederländischen Verbraucher der gleichen Überzeu-gung.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass den verschiedenen Einsatzbereichen biometrischer Anwen-dungen unterschiedliche Gewichtungen in den einzelnen Ländern zugeteilt werden.

Aktuell stoßen die Integration biometrischer Lösungen in Transportinfrastrukturen und Identifika-tionssysteme für Finanzdienstleistungen auf große Akzeptanz bei den Verbrauchern. Die Technologien müssen jedoch mit Bedacht und unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten sowie der sozio-ökonomischen Entwicklungen gewählt werden. Eine einheitliche Lösung für ganz Europa kann es nicht geben. (LogicaCMG: ra)

 

 

 

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