Rubrik: Markt/Studien

Spürbare Folgen des unzureichenden Risk Managements in drei von fünf Unternehmen

Defizite im Risikomanagement: Hoher Aufwand und fragmentierte Systemlandschaft tragen Hauptschuld

(22.03.07) - Die deutschen Unternehmen haben bei ihrem Risikomanagement einen erheblichen Nachholbedarf, da die Mehrheit der Unternehmen schon empfindliche Konsequenzen hinnehmen musste. Das ermittelte die egip Software AG in einer Erhebung unter 309 Firmen mit über 100 Mio. Euro Umsatz.

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Danach zeigen sich nur 37 Prozent der befragten Unternehmen mit ihrem Risikomanagement zufrieden, alle anderen sind von guten Verhältnissen mitunter noch deutlich entfernt. So bezeichnen 40 Prozent ihre Situation als nur teilweise den Anforderungen entsprechend. Jeder vierte der mit Compliance-Aufgaben betrauten Unternehmensmanager gesteht sogar ein, dass ein deutlicher Optimierungsbedarf besteht.

Die Defizite haben für 59 Prozent der Firmen bereits spürbare Folgen gehabt. Ihren Angaben zufolge führte das unzureichende Risikomanagement in mehr als jedem dritten Fall zu wirtschaftlichen Schäden und bei 22 Prozent zu rechtlichen Problemen. In ähnlicher Größenordnung ist es zu Störungen in den Geschäftsbeziehungen gekommen. Auch Beeinträchtigungen der Sicherheit werden in zahlreichen Unternehmen den Mängeln im Risikomanagement zugeschrieben.

Deren Ursachen sind laut der egip-Studie recht vielfältig. Insbesondere wird von zwei Drittel der Befragten der hohe Ressourcen- und Koordinationsaufwand angeführt. Ebenso geben 62 Prozent an, dass fragmentierte Systeme und Prozesse die Realisierung eines adäquaten Risikomanage-ments behindern. Ebenso fehlt es mehrheitlich an angemessenen Tools zur Gestaltung entsprechender Abläufe. Ein Manko besteht in 43 Prozent der Unternehmen auch darin, dass die Anforderungen nicht hinreichend definiert sind, obwohl andererseits die Notwendigkeit des Risk Managements durchaus erkannt und strategisch mit der notwendigen Priorität versehen wurde.

"In der Praxis ist häufig nicht mehr das Ob, sondern das Wie die entscheidende Frage", urteilt egip-Vorstand Dr. Karsten Königstein. Außerdem sei festzustellen, dass das Risikomanagement oftmals zu komplex angegangen werde und dadurch sehr schwerfällige Projekte mit unbefriedi-genden Ergebnissen entstünden. "Vorteilhafter ist zweifellos, sich zunächst auf die rechtlich besonders kritischen Prozesse wie etwa die internen Kontrollen bei der Erstellung von Finanz-berichten zu konzentrieren", empfiehlt Dr. Königstein.

Befragungsergebnisse

Wie bewerten Sie das Risikomanagement in Ihrem Unternehmen?

·         sehr gut oder weitgehend gut     37 Prozent

·         nur teilweise angemessen         40 Prozent

·         deutlich optimierungsbedürftig    23 Prozent

(n=309 Unternehmen über 100 Mio. Euro Umsatz; Quelle: egip Software AG)

Welche Konsequenzen sind aus einem unzureichenden Risikomanagement bisher entstanden?

·         wirtschaftliche Schäden                                    36 Prozent

·         rechtliche Probleme                                          22 Prozent

·         Störungen in den Geschäftsbeziehungen            24 Prozent

·         Beeinträchtigung der Sicherheit                         33 Prozent

·         andere Konsequenzen                                      18 Prozent

·         keine/kaum negative Konsequenzen                  41 Prozent

(Mehrfachnennungen möglich)

Was sind die größten Hürden für ein bedarfsgerechtes Risikomanagement?

·         unzureichende strategische Priorität                  28 Prozent

·         keine ausreichend definierten Anforderungen       43 Prozent

·         fragmentierte Systeme und Prozesse                 62 Prozent

·         hoher Koordinations- und Ressourcenaufwand    66 Prozent

·         unzureichende Tools                                         59 Prozent

·         Anderes                                                          27 Prozent

(Mehrfachnennungen möglich)

(egip: ra)

 

 

 

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