Rubrik: Markt/Studien

39 Prozent der größten Musikdownload-Portale in Deutschland ohne Kopierschutz

Hindernis Kopierschutz: Nur ein Musikdownload-Portal verzichtet auf Kopierschutz

(16.10.08) - In der Studien-Erhebung "digital music facts 2008" haben die drei Medien, das IT-Onlinemagazin Netzwelt.de, sowie die Medienpartner, die Zeitschriften Werben & Verkaufen sowie die Musikwoche, zehn der größten Musikdownload-Portale in Deutschland untersucht. Nachgefragt wurde auch, in welchem Umfang Songs mit- oder ohne Kopierschutz zur Verfügung stehen und in welchem Umfang User bereits von der Musikindustrie beispielsweise wegen Filesharing abgemahnt wurden.

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Für viele User stellt es immer noch ein großes Hindernis dar, dass fast alle Musikdownloadportale ihre Musik mit Kopierschutz anbieten. Besonders die großen Labels Universal, Sony BMG und Warner stellen ihre Musik den Portalen häufig nur in diesem Format zur Verfügung. Trendsetter für eine kopierschutzfreie Musik im Internet ist EMI - erst kürzlich stellte akuma.de über 300.000 EMI-Songs ohne Kopierschutz im MP3-Format ins Portal ein. akuma.de ist das einzige Portal, das grundsätzlich und zu 100 Prozent alle Songs ohne Kopierschutz im Internet anbietet.

Die aktuelle Erhebung hat nun ergeben: 61 Prozent der von allen zehn ausgewerteten Portalen angebotenen Songs (31 Millionen) unterliegen einem Kopierschutz. 39 Prozent der Songs verzichten auf einen Kopierschutz. Außerdem: 92 Prozent der gesamt angebotenen WMA-Songs unterliegen ebenfalls einem Kopierschutz, nur 8 Prozent der WMAs verzichten darauf. Etwas niedriger ist der Wert der AACs - hier liegt auf 57 Prozent der 9,3 Millionen Songs ein Kopierschutz, auf 43 Prozent liegt keiner. MP3s verzichten grundsätzlich auf einen Kopierschutz.

3 Prozent der Umfragen-Teilnehmer laden sich illegal Musik herunter

Für die Umfragen-Teilnehmer etwas knifflig wurden die Fragen bezüglich des illegalen Musikdownloads. So sagten auf die Frage "Wie viele Songs laden Sie sich im Durchschnitt per Filesharing-Dienst (eMule, Azureus, BitTorrent) innerhalb eines Monats herunter?": 57 Prozent (keinen Song), 10 Prozent (1-10 Songs), jeweils 5 Prozent (11-30 bzw. 31-50). 51-100 Songs laden sich immerhin 3 Prozent der Umfragen-Teilnehmer illegal herunter. Eine Umfragen-Abbrecherquote an dieser Stelle von 20 Prozent zeigt klar, wie sensibel dieses Thema ist.

12 Prozent haben Aggressionen gegen die Musikindustrie

Auf die Frage "Weshalb nutzen Sie Filesharing-Angebote" sagten 12 Prozent "Ich habe Aggressionen gegen die Musikindustrie, die jahrelang ihr Monopol missbraucht hat, und die Preisspirale für Alben immer weiter nach oben getrieben hat". Außerdem gaben 4 Prozent an: "Ich habe Aggressionen gegen die Maßlosigkeit der Vergütung von Künstlern". 9 Prozent sagten schlicht "Ich habe kein Geld" und 3 sagten, sie hätten "Geld, aber keine Lust zu zahlen". Allerdings sagten auch 20 Prozent sie würden Musik kaufen, obgleich sie sonst Filesharing betrieben, "sofern der Preis stimmt". Diese Frage wies allerdings eine Abbrecherquote unter den Umfrage-Teilnehmern von 77 Prozent auf, trotz der Zusage, diese Daten alle anonym zu verwerten.

Immerhin 19 Prozent der Umfragen-Teilnehmer gaben auch an, sie nutzten keine legalen Musikdown-Doaddienste, da sie "der Kopierschutz nervt". Weitere 15 Prozent sagten, die legalen Musikdienste seien ihnen zu teuer. 11 Prozent sagten, sie seien "mit dem Angebot nicht zufrieden und 7 Prozent wollen "anonym bleiben". Auf Grund des geringen Rücklaufs sind die Antworten auf die Frage: "Haben sie schon einmal Post von der Musikindustrie erhalten? Was war der Inhalt der Post?" statistisch kaum mehr relevant, dennoch aber interessant. So hatten hier lediglich 3 Personen angegeben, sie wären wegen "illegalem Herunterladen von Musik" angeschrieben worden. 22 Prozent sagten, sie wären noch niemals angeschrieben worden, und 78 Prozent haben diese Frage nicht beantwortet. Von den Dreien, die angaben, schon einmal angeschrieben worden zu sein, sagte einer, er hätte eine Forderung von 501-1000 Euro erhalten, zwei sagten, sie hätten eine Forderung in Höhe von 100-500 Euro erhalten. (Netzwelt.de: ra)

 

 

 

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