Rubrik: Markt/Studien

Online-Angebote von Behörden werden oft aus Angst vor mangelnder Sicherheit abgelehnt

Zeitsparenden Recherchemöglichkeiten des Internets stehen im Vordergrund

(23.10.08) - E-Mails, Blogs, Chats, soziale Netzwerke - längst haben die Möglichkeiten digitaler Kommunikation auch Einzug in den Arbeitsalltag der öffentlichen Verwaltung und vieler Unter-nehmen gehalten. Die E-Mail ist die am weitesten verbreitete Form der modernen Kommunikation, die sich in allen Lebensbereichen durchgesetzt hat. Doch was für die private Kommunikation richtig und nützlich sein mag, muss für die Kommunikation von Behörden mit Unternehmen und Bürgern nicht zwingend als ebenso hilfreich betrachtet werden.

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Weder die Mehrheit der deutschen Unternehmen noch die Privatanwender nutzen alle virtuellen Möglichkeiten der Online-Welt, besonders in Bezug auf E-Government, auch effektiv aus. So werden laut einer aktuellen Studie von Booz Allen Hamilton die Online-Angebote von Behörden von 33 Prozent der Internetnutzer aus Angst vor mangelnder Sicherheit abgelehnt. Dieses Ergebnis nahmen die Sicherheitsexperten von Avira in einer aktuellen Umfrage zum Anlass, 3.561 Besuchern der Webseite www.free-av.de dazu die "Gewissensfrage des Monats" zu stellen: "Fluch oder Segen der Technik? Die E-Mail ist anstelle des Postbriefs getreten, ebenso ist das gute alte Fax aus der Mode und Daten speichert man heutzutage ‚virtuell’. Hand aufs Herz, glauben Sie, dass eines Tages alle Arbeitsplätze vom Internet abhängen werden?"

Mit einem klaren "Ja" antworten 38 Prozent der Internetnutzer, für die die zeitsparenden Recherchemöglichkeiten des Internets im Vordergrund stehen. Jeder Zehnte hingegen hält die herkömmlichen, zwischenmenschlichen Kommunikationsmethoden für weitaus wichtiger und zieht beispielsweise Face-to-face-Geschäftstreffen den unpersönlichen Telefon- und Videokonferenzen vor. Über einen flexibleren Arbeitsalltag würden sich hingegen 20 Prozent der Befragten freuen. Sie schätzen, dass es in Zukunft durchaus an der Tagesordnung sein wird, mit einem gut vernetzten PC bequem von zu Hause aus zu arbeiten – zumindest solange die moderne Technik nicht versagt. Weitreichende Schäden für Unternehmen prognostizieren 18 Prozent der Befragten im Fall eines technischen Versagens der modernen Kommunikationsmethoden.

Diese Meinung spiegelt auch die Akzeptanz moderner E-Government-Angebote von Seiten der Unternehmen wider: Ergebnisse einer BITKOM-Studie zeigen, dass nur jedes zweite deutsche Unternehmen im Jahr 2007 E-Government-Anwendungen genutzt hat. Als Hinderungsgrund wurde genannt, dass E-Government-Angebote für die Wirtschaft nur wenig attraktiv sind. Weitaus positiver sehen Privatanwender die Möglichkeiten von digitalen Behördengängen: Jeder sechste Befragte findet, dass längst viel mehr Prozesse online vorgenommen werden sollten, stattdessen erfordern viele Amtsgänge noch immer unendlich viel Papierkram.

"E-Government ist in Deutschland noch stark ausbaufähig, was vor allem daran liegt, dass der Anwender bei den Online-Angeboten noch zu wenig in den Fokus gerückt wird”, erklärt Tjark Auerbach, Gründer und Geschäftsführer von Avira. "Außerdem fehlt es noch an einheitlichen gesetzlichen Standards." Damit E-Government in Deutschland sein volles Potenzial entfalten könne, sei es laut Auerbach zum einen besonders wichtig, dass der Nutzenaspekt für den Anwender stärker fokussiert werde und zum anderen sei ein Kommunikationskonzept notwendig, das sich insbesondere auf IT-Sicherheit konzentrieren.

Bei der diesjährigen Berliner Messe "Moderner Staat" ist Avira am 4. und 5. November 2008 in
Halle 2 am Stand 410 anzutreffen. (Avira: ra)

 

 

 

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