Rubrik: Markt/Studien

Biometrische Sicherheitsverfahren stehen in Deutschland nicht hoch im Kurs

Deutsche bevorzugen vertraute Technologien zur besseren Absicherung

(26.11.08) - Die Studie Security Index von Unisys zu den Sicherheitsbedenken in den Bereichen nationale, finanzielle, Internet- und persönliche Sicherheit in Deutschland, Europa, Asien und USA zeigt: Die Deutschen sind nach wie vor überdurchschnittlich besorgt um ihre Sicherheit - insbe-sondere wenn es um die Sicherheit von persönlichen Daten, Online-Transaktionen und Kreditkarten geht.

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Obwohl die Deutschen europaweit die höchsten Sicherheitsbedenken haben, ist dagegen ihre Akzeptanz neuer biometrischer Sicherheitsverfahren gering.

Sind rund 60 Prozent der Befragten bereit, ein persönliches Passwort oder Foto, einen PIN oder einen Fingerprint Scan zu nutzen, nimmt diese Bereitschaft ab, wenn es um moderne biometrische Identifikationsverfahren geht: Iris- oder Augenscan akzeptieren 48 Prozent der Befragten, einen Gesichtsscan 43 Prozent, die Identifikation über die Stimme 35 Prozent und nur noch ein Viertel ist mit Scans der Blutgefässe in der Hand einverstanden.

"Die Unwissenheit um den Einsatz und die Funktionsweise neuerer biometrischer Identifikations-verfahren ist groß. Hier ist Aufklärungsarbeit notwendig. Die Menschen sollten wissen, wie die einzelnen Verfahren technisch funktionieren, wie und wo man sie einsetzen kann beziehungsweise, welche Risiken gegebenenfalls existieren. Und man muss erläutern, wie der Missbrauch biometrischer Daten verhindert wird. Nur so können neuere biometrische Verfahren auch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen", erläutert Dietrich Schmitt, Geschäftsführer Unisys Deutschland GmbH und Leader Global Industries im Central Cluster.

"In der Regel entscheiden Behördenvertreter, Politiker oder Unternehmensführer darüber, ob biometrische Verfahren zum Einsatz kommen. Sie müssen sich im Vorfeld mit den gesellschaft-lichen Aspekten auseinandersetzen. Nur so kann das Vertrauen in biometrische Sicherheits-verfahren erhöht werden."

Größte Angst der Deutschen bei Datenschutz, finanzieller Sicherheit und Online-Banking / Online-Shopping

Die Deutschen haben nach wie vor die höchsten Sicherheitsbedenken, wenn es um den unerlaub-ten Zugriff auf und den Missbrauch von persönlichen Daten geht. 80 Prozent der Befragten – und damit zwei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage im März 2008 – gaben an, extreme oder große Angst vor dem Diebstahl und Missbrauch ihrer persönlichen Daten zu haben. Die Anzahl derer, die hier nicht besorgt sind, beträgt nur noch vier Prozent (12 Prozent im August 2007, sechs Prozent im März 2008).

Im Punkt finanzielle Sicherheit sind die Bedenken der Deutschen immer noch am zweitgrößten. 73 Prozent gaben an, extrem bzw. sehr besorgt darüber zu sein, dass ihre Kreditkartendetails von Dritten ausspioniert und verwendet werden könnten. Auch das Vertrauen in Online-Banking und Online-Shopping nimmt weiterhin ab: Während die Anzahl derer, die hier extreme Sicherheits-bedenken haben, von 24 auf 26 Prozent gestiegen ist und weitere 27 Prozent sehr besorgt sind, haben nur noch 11 Prozent in diesem Punkt keine Angst (18 Prozent im August 2007, 13 Prozent im März 2008).

"Die jetzt vorliegenden Ergebnisse entstanden noch vor der Finanzkrise. Hier rechnen wir bei der nächsten Runde unserer Security Index-Ermittlung im Frühjahr 2009 mit größeren Veränderungen", so Dietrich Schmitt.

"Erstaunlich ist, dass die Deutschen zwar die höchsten Sicherheitsbedenken haben, aber dennoch, wenn es um biometrische Verfahren für mehr Sicherheit geht, sehr zurückhaltend sind. Hier sind beispielsweise die Niederländer mit dem niedrigsten Security Index oder die Spanier mit dem zweithöchsten Indexwert in Europa viel aufgeschlossener. Es kommt in Deutschland also darauf an, biometrische Sicherheitsverfahren so zu gestalten, dass die Sicherheit der dabei verwendeten persönlichen Daten absolut gegeben ist. Rein technisch gesehen ist das in jedem Fall möglich", kommentiert Dietrich Schmitt.

Über den Unisys Security Index

Im Rahmen der Studie wurden im August 2008 in Deutschland 947 Personen (weltweit 13.296, europaweit 6.421 Personen) über 18, davon 417 Männer und 530 Frauen, per Zufall ausgewählt und telefonisch zu ihrer Einschätzung der nationalen, finanziellen, Internet- und persönlichen Sicherheit befragt. In jedem der vier Bereiche mussten zwei Fragestellungen beantwortet werden. Zusätzlich sollten die Personen zu ihrer Akzeptanz bestimmter technischer und biometrischer Identifikations-verfahren Auskunft geben. Dabei bedeutet ein Index von 0 – 75 keine Sicherheitsbedenken, ein Wert ab 75 geringe Bedenken, ein Wert ab 150 große Bedenken und ein Index von 225 - 300 zeigt extreme Sicherheitsbedenken auf. Die Befragten gaben ihre Einschätzung der jeweiligen Frage-stellung mit nicht, wenig, sehr oder extrem besorgt bzw. keine Angabe an. Aus diesen Angaben wurde der jeweilige Security Index errechnet. Die Studie in Deutschland führte das Unternehmen Lieberman Research Group für Unisys durch.

In Europa umfasst die Studie neben Deutschland die Länder Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Spanien. Außerdem wird die Befragung in Australien, Brasilien, Hong Kong, Neuseeland, Malaysia, Singapur und den USA durchgeführt. (Unisys: ra)

 

 

 

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