Rubrik: Markt/Studien

Studie zeigt: Viele Anwender ein falsches Verständnis von IT-Sicherheit

Ergebnisse verdeutlichen, dass die Nutzer blind auf ihre Sicherheits-software oder die Sicherheit bestimmter Webseiten vertrauen

(13.02.09) - F-Secure veröffentlichte die Ergebnisse ihrer jährlich stattfindenden "Online Wellbeing"-Studie. Für die Studie wurden Internetnutzer aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Indien, Hong Kong und Deutschland befragt. Die Nutzer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren testeten ihr Wissen in Bezug auf Gefahren im Internet und ermittelten so ihren "Sicherheits-IQ".

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Die Studie zeigt, dass 92 Prozent der befragten Internetnutzer Sicherheitssoftware auf ihrem Rechner installiert hatten. In Deutschland lag der Wert sogar bei 96 Prozent. Trotzdem wussten nur 21 Prozent der Teilnehmer, dass Anti-Virus-Definitionen mehrmals täglich aktualisiert werden müssen. Dieses Ergebnis zeigt, dass viele Anwender ein falsches Verständnis von Sicherheit haben und ihre Security-Lösung möglicherweise schon abgelaufen oder veraltet ist, falls diese sich nicht automatisch aktualisiert. Immerhin 67 Prozent der Befragten und 71 Prozent der Deutschen wussten, dass sie mehr als eine Anti-Virus-Lösung brauchen, um sich sicher im Internet zu bewegen. 90 Prozent der Nutzer sind sich sogar im Klaren, dass sie ihren Rechner mit Schadcode infizieren können, wenn sie nur eine manipulierte Webseite besuchen, ohne etwas herunterzuladen.

Sean Sullivan, Sicherheitsexperte und Blogger aus dem Virenlabor von F-Secure, kommentiert die Ergebnisse so: "Die Tatsache, dass sich jährlich Millionen PCs mit Schadsoftware infizieren, zeigt, dass die Nutzer oft nicht verstehen, wie ihre Sicherheitssoftware funktioniert. Aus dieser falschen Einschätzung heraus haben eventuell viele Nutzer eine manuelle und eher reaktive Software gewählt, statt sich für eine Lösung zu entscheiden, die automatisch und vorbeugend funktioniert. Genau darin besteht der Unterschied zwischen den kostenlosen Programmen oder Trial-Versionen und dem bezahlten Sicherheitsservice, der sich immer automatisch auf den neuesten Stand bringt."

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Nutzer blind auf ihre Sicherheitssoftware oder die Sicherheit bestimmter Webseiten vertrauen, wenn es um den Umgang mit Online-Banking und den Einkauf im Internet geht. Nur 20 Prozent der befragten User sind sich bewusst, dass auch ihr eigenes Verhalten im Internet eine große Rolle für die Sicherheit ihres PCs und ihrer Daten spielt. Die Anwender in Hong Kong und Deutschland (29 Prozent) messen diesem Aspekt noch die meiste Bedeutung zu. Die Nutzer in Großbritannien glauben am wenigsten daran, dass ihr Umgang mit dem Internet Einfluss auf die Sicherheit ihres Rechners hat.

Am meisten vertrauen die Befragten in Indien (70 Prozent) und Hong Kong (50 Prozent) auf ihre gekaufte Sicherheitssoftware oder den Sicherheitsservice ihres Internet Service Providers. Die Nutzer in den USA schenken dem hingegen das wenigste Vertrauen und setzen eher auf sichere Webseiten. In Frankreich verlassen sich die User mehr auf die Webseiten ihrer Internetshops und Banken als auf ihre Sicherheitssoftware.

Interessante Ergebnisse brachte auch die Frage, welche der genannten Konzepte keine Internetbedrohung darstellt. Die Liste reichte vom klassischen Wurm über Phisher, Trojaner, Spartaner bis hin zu Bots. Ganze 40 Prozent der befragten Anwender gaben an, keine Ahnung zu haben, welcher Begriff keine Gefahr darstellt. Die deutschen Nutzer zeigten sich bei dieser Frage am kompetentesten. Über die Hälfte, nämlich 54 Prozent, identifizierten die Spartaner als harmlos im Bezug auf die Sicherheit ihres PCs. Die Nutzer aus Kanada lagen mit 38 Prozent auf dem zweiten Platz, während in Hong Kong nur 4 Prozent der Befragten die richtige Antwort wussten.

Die Sicherheitslücke beim Internet Explorer im Dezember 2008 und die Verbreitung des Conficker/Downadup Wurmes in unzähligen Unternehmensnetzwerken im Januar diesen Jahres zeigen wie wichtig es ist, dass Nutzer ihre Anwendungen immer auf dem neuesten Stand bringen und die aktuellsten Patches und Updates installieren.

In der Online Wellbeing-Studie waren sich nur 17 Prozent aller Befragten ganz sicher, die aktuellsten Updates installiert zu haben. Die Deutschen lagen hier mit 21 Prozent auf Platz zwei. Nur in Kanada waren sich mit 22 Prozent noch mehr User sicher, über alle aktuellen Patches und Updates zu verfügen. International betrachtet waren sich 40 Prozent nicht ganz sicher in diesem Punkt, glaubten aber, sich ausreichend geschützt zu haben.

Die vorliegende Studie wurde im Dezember 2008 von dem unabhängigen Institut Zoomerang unter Internetnutzern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren durchgeführt. Dazu wurden 2019 Teilnehmer aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien, Indien, Hong Kong und Deutschland befragt. Die teilnehmenden Internetnutzer beantworteten im Rahmen der Untersuchung eine Reihe von grundlegenden Fragen zur Internetsicherheit. Dazu sollten sie ihr Vertrauen in die alltäglichen Online-Aktivitäten auf einer Likert-Skala bewerten. (F-Secure: ra)

 

 

 

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