Rubrik: Markt/Studien

Internetkriminelle feiern lukratives Jahr 2008: Cybersquatting bleibt Mittel der Wahl

Zunehmende Schädigung führender Marken -80 Prozent der Missbrauchs-Sites bestehen dauerhaft

(11.03.09) - Laut aktuellem Brandjacking Index, der regelmäßigen Studie von MarkMonitor zum Markenmissbrauch im Internet, hat die Schädigung führender Marken im abgelaufenen Jahr weiter zugenommen. Die Studie zeigt zudem, dass 80 Prozent der Internetseiten, auf denen bereits 2007 Markenmissbrauch stattfand, auch heute noch aktiv sind. MarkMonitor erwartet, dass 2009 die Angriffe sowohl hinsichtlich ihrer internationalen Ausdehnung als auch in ihrer Komplexität weiter zunehmen werden.

Die Konsequenz: Markeninhaber sollten entschiedener gegen Internetkriminelle vorgehen

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Cybersquatting war 2008 mit einem Zuwachs von 18 Prozent bereits zum zweiten Mal das Mittel der Wahl im Online-Betrug. Bei dieser Methode des Markenmissbrauchs werden Domain-Namen registriert, die einen Markenamen, einen Slogan oder ein Handelszeichen beinhalten, an dem der Registrant keine Rechte hat. Gesamt ist der Markenmissbrauch in allen Branchen gestiegen, so auch in der Bekleidungs-, High Tech- und Medienindustrie. Zudem weiteten die Phisher ihre Ziele aus: 444 Unternehmen wurden erstmals Opfer indem ihre (Marken-)Namen für die Durchführung von Phishing-Angriffen eingesetzt wurden.

 

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MarkMonitor Brandjacking Index 2008 – "The Year in Review" beantwortet die Frage, wie sich die Online-Bedrohungen für Unternehmensmarken über die vier Quartale 2008 entwickelt haben. Der Brandjacking Index analysiert Trends und zeigt auf, wie die international bekanntesten Marken missbraucht werden und in welchen Branchen die größten Schäden entstehen. Die Studie untersucht die Entwicklungen verschiedener Missbrauchsarten von Cybersquatting, False Association, Pay-per-Click (PPC)-Missbrauch und Phishing bis hin zu anstößigen Inhalten und Graumärkten.

"Der Missbrauch von Unternehmensmarken im Internet hat eine kritische Phase erreicht. Während einerseits neue Angriffe hinzukommen, bleiben gleichzeitig bereits bekannte Missbrauchsfälle bestehen. Zusammengenommen erleiden Unternehmen so einen spürbaren Schaden an ihrem Ruf, geistigen Eigentum, ihren Kundenbeziehungen und schließlich ihren Einkünften", so Irfan Salim, President und CEO von MarkMonitor. "Die gute Nachricht: Markeneigentümer können diesem Treiben Einhalt gebieten. Unternehmen, die dem Missbrauch ihrer Marken erfolgreich begegnen, haben den Markenschutz zu den obersten Prioritäten ihres Managements gemacht."

Die Ergebnisse im Überblick

·         Cybersquatting war mit einem Jahresplus von 18 Prozent und 440.584 Fällen in Q4 im zweiten Jahr in Folge die häufigste Form des Markenmissbrauchs. Dabei werden die so genannten "Brandjacker" immer professioneller und nutzen z.B. Best Practices zur Suchmaschinenoptimierung, um die Nutzer auf illegale oder unauthorisierte Seiten umzuleiten. Mit 86.837 bzw. 33.614 Fällen rangieren False Association und Pay-Per-Click-Missbrauch auf den Plätzen 2 und 3. Die Brandjacker setzen zunehmend auf "Blended Abuse", also die Kombination von Cybersquatting und weitere Missbrauchsarten.

·         Auch E-Commerce-Vorfälle (+ 46 Prozent mit Jahreshoch von 24.589 in Q3) und der Missbrauch durch Verlinkung auf anstößige Inhalte (+ 21 Prozent) stiegen im Gesamtjahr 2008

·         In der Branchenbetrachtung stiegen die Missbräuche in der Bekleidungsindustrie um 28 Prozent, die in der Automobilindustrie um 21 Prozent. Die Hochtechnologie verzeichnete ein Plus von 21 Prozent, die Nahrungsmittelindustrie von 17 Prozent. Am stärksten betroffen ist die Medienindustrie (Jahresplus von 11 Prozent, 43.832 Missbrauchsfälle in Q4).

·         Nach Ländern rangiert Deutschland mit 9 Prozent auf Platz 2 der führenden "Gastgeber" von Brandjacking Websites. Platz 1 geht weiterhin an die USA (68 Prozent), Großbritannien und Kanada (je 4 Prozent) teilen sich den 3. Platz.

·         36 Prozent aller Phishing-Seiten wurden in den USA gehostet, je 6 Prozent in Russland, Südkorea und Frankreich und 4 Prozent in Deutschland.

·         Phisher konzentrieren sich auf neue vertikale Märkte und arbeiten fokussierter. 444 Organisationen wurden im Gesamtjahr 2008 erstmals Opfer von Phishing-Angriffen. Die größte Phishing-Zunahme (+ 135 Prozent) entfiel 2008 auf "andere Branchen", d.h. Branchen, die nicht zu den klassischen Zielen wie Auktionsseiten, Einzelhandel/Dienstleistungen, Bezahl-Services oder sonstige Finanzdienstleister zählen. Vom dritten auf das vierte Quartal 2008 stieg die Gesamtzahl der Phishing-Vorfälle um 8 Prozent, was einem Plus von 7 Prozent entspricht vergleicht man Q4 2007 mit Q4 2008.

·         Die Phishing-Angriffe auf Bezahl-Services nahm im zweiten Halbjahr 2008 um 122 Prozent zu; Angriffe gegen sonstige Finanzdienstleister um 51 Prozent. MarkMonitor führt diese Ergebnisse auf die aktuelle Finanzkrise zurück. Aufgrund der Nutzung verbesserter Methoden und Technologien ist Phishing für Finanzinstitutionen weiterhin die Top-Bedrohung ihrer Marken. Phishing-Angriffe auf Einzelhandels-/Dienstleistungsmarken sowie Auktionsseiten nahmen im zweiten Halbjahr 2008 dagegen ab: Einzelhandels-/Dienstleistungsmarken -83 Prozent, Auktionsseiten -67 Prozent.

Der vierteljährliche Brandjacking Index ist ein unabhängiger Bericht von MarkMonitor. Er untersucht 30 Marken der von Interbrand gelisteten Top 100 und analysiert, in welchen Branchen Markenmiss-brauch besonders häufig ist und welche aktuellen Tricks und Techniken - wie Cybersquatting, Phishing, False Association und Pay-Per-Click - die Cyberkriminellen jeweils einsetzen. Es werden keine persönlichen Daten verwendet. Analysiert werden rund 134 Millionen öffentlich zugängliche Daten. Die Phishing-Daten stammen von Feeds internationaler Internet Service Provider (ISPs), E-Mail Provider sowie anderer Partner. Seit November 2004 überprüfte das Unternehmen Milliarden von Webseiten und verarbeitete rund 16 Millionen verdächtige Phishing-E-Mails täglich. (MarkMonitor: ra)

 

 

 

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