Rubrik: Markt/Studien

Studie: Offene Stellen in der IT-Sicherheit können trotz Krise nicht besetzt werden

Anforderungsprofile, Kompetenzen und Gehaltsvorstellung passen oft nicht zusammen

(08.06.09) - Personalverantwortliche in der IT-Sicherheit haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, da viele Kandidaten nicht die geforderten Qualifikationen vorweisen. Darüber hinaus passen Gehaltsvorstellungen oft nicht zusammen. Die Befragten erwarten trotz Krise, dass sich der Arbeitsmarkt für IT-Sicherheitsexperten positiv entwickelt. Sie rechnen außerdem damit, dass die Budgets für IT-Sicherheit nicht weiter gekürzt werden. Das zeigt eine von (ISC)2 ("ISC-squared”), der global führenden gemeinnützigen Organisation zur berufsbegleitenden Ausbildung und Zertifizierung von IT-Sicherheitsexperten, durchgeführte Befragung.

Anzeige

(ISC)2 hat die Befragung in den Monaten April und Mai dieses Jahres mit insgesamt 2.800 Teilnehmern weltweit durchgeführt. Ziel war es zu verstehen, wie sich der Arbeitsmarkt für IT-Sicherheitsexperten in letzter Zeit verändert hat.

Unabhängig von wirtschaftlichen Einschränkungen stimmten 80 Prozent der befragten Personal-manager zu, dass sich die Suche nach geeigneten Kandidaten für die offenen Stellen schwierig gestaltet. Als Hindernisse wurden mangelnde oder unpassende Qualifikation, das Fehlen von qualifiziertem Personal in einzelnen Regionen sowie nicht ausreichende kulturelle Anpassungs-fähigkeit genannt.

Gleichzeitig registrieren Unternehmen laut Umfrage, seit Beginn der Krise einen deutlichen Anstieg von Angriffen auf ihre IT-Systeme. "Wir erleben im Moment einen starken Wandel bei den Anforderungsprofilen in Stellenausschreibungen für IT-Sicherheitsexperten. Die Unternehmens-erwartungen sind gestiegen, so dass Bewerber darauf achten müssen, den heutigen Anforderungen entsprechen zu können", sagt John Colley, CISSP, Managing Director EMEA von (ISC)2. "IT-Sicherheitsexperten müssen heute mehr den je ihre Karriere genau planen und dafür sorgen, dass sie ihre Qualifikationen den aktuellen Anforderungen durch Weiterbildungen anpassen."

Von den insgesamt 2.800 Teilnehmern stammen 615 aus EMEA. 775 Befragte gaben an, Personalverantwortung zu tragen, wovon 44 Prozent dieses Jahr planen, zusätzliche Stellen in der IT-Sicherheit zu besetzen. 11 Prozent sind sogar bereit mehr als drei neue Mitarbeiter einzustellen. Für die meisten zu besetzenden Stellen werden Kandidaten gesucht, die Qualifikationen auf folgenden Gebieten nachweisen können: Sicherheit im operativen Betrieb, Informationssicherheit und Risikomanagement, Eintrittskontrollsysteme und -methoden, Sicherheit in der Applikations- und Netzwerkentwicklung sowie Sicherheitsmanagement.

Über zwei Drittel der Befragten haben angegeben, dass in ihrem Unternehmen die Budgets für IT-Sicherheit seit Oktober 2008 gekürzt worden sind. Etwas mehr als die Hälfte bestätigten, dass es in ihrem Unternehmen in den letzten Monaten mindestens eine Entlassung eines IT-Sicherheits-mitarbeiters gab. Dennoch schauen laut Umfrage 62 Prozent der Befragten positiv nach vorne. Sie erwarten dieses Jahr keine weiteren Kürzungen der Budgets oder Entlassungen. 9 Prozent sind sogar überzeugt, dass die Budgets aufgestockt werden.

"In der aktuellen Situation sind Unternehmen gut beraten, Entscheidungen über Einsparungen im IT-Sicherheitsbereich nicht aus Panik heraus zu treffen, sondern genau abzuwägen, welche Einsparungen welche Risiken hervorbringen und mit welchen Kosten mögliche daraus resultierende Schäden verbunden sind", sagt W. Hord Tipton, CISSP-ISSEP, CAP, CISA, CNSS, Executive Director von (ISC)2.

(ISC)2 führt regelmäßig Befragungen durch, um über die neusten Trends und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für IT-Sicherheitsfachkräfte informiert zu sein. So kann (ISC)2 Programme entwickeln und anbieten, die IT-Sicherheitsexperten hinsichtlich ihrer Karriereplanung unterstützen. ((ISC)2: ra)

 

 

 

Diesen Beitrag per E-Mail versenden Diesen Beitrag ausdrucken