Rubrik: Markt/Studien

Die Sicherheit von Kindern im Internet ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalen Agenda für Europa

Kommission hat eine Überprüfung der Selbstkontrolle-Vereinbarungen eingeleitet

(21.04.11) - Nach den Ergebnissen einer europaweiten Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission haben 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen und 38 Prozent der 9- bis 12-Jährigen in der EU ein Profil auf der Website eines sozialen Netzes. Ein Viertel der Kinder, die soziale Netze wie Facebook, Hyves, Tuenti, Nasza-Klasa SchuelerVZ, Hi5, Iwiw oder Myvip nutzen, gibt dabei an, dass ihr Profil auf "öffentlich" eingestellt ist, also von jedermann eingesehen werden kann; bei vielen dieser Profile wird auch Adresse und/oder Telefonnummer preisgegeben. Diese Zahlen machen deutlich, dass die von der Europäischen Kommission geplante Überprüfung der Umsetzung der "Safer Social Networking Principles for the EU" eine wichtige Initiative ist. Die Einführung dieser Grundsätze wurde von der Kommission 2009 ausgehandelt - bedeutende Betreiber sozialer Netze erklärten sich bereit, Maßnahmen zum Schutz der Online-Sicherheit ihrer Nutzer unter 18 Jahren zu ergreifen. Die Sicherheit von Kindern im Internet ist ein wichtiger Bestandteil der Digitalen Agenda für Europa.

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Dazu Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission: "Immer mehr Kinder nutzen soziale Netze, aber viele vernachlässigen ihre Sicherheit im Internet. Diese Kinder setzen sich großen Gefahren aus und sind leichte Beute für Stalking und Grooming. Alle Betreiber sozialer Netze sollten daher umgehend dafür sorgen, dass die Profile Minderjähriger grundsätzlich nur für ihre bestätigten Kontakte zugänglich und für Suchmaschinen nicht erreichbar sind. Außerdem sollten Betreiber, die die "Safer Networking Principles" der EU bisher noch nicht unterzeichnet haben, dies unverzüglich nachholen, um die Sicherheit unserer Kinder zu garantieren."

Kinder sind aktive Nutzer sozialer Netze

·         Aus der heute vom Netz EUKidsOnline veröffentlichten Umfrage bei 25 000 Jugendlichen in 25 europäischen Ländern geht hervor, dass 38 Prozent der 9- bis 12-Jährigen über ein Profil auf den Websites sozialer Netze verfügen, die meisten in den Niederlanden (70 Prozent), die wenigsten in Frankreich (25 Prozent). Noch beliebter sind soziale Netze bei Teenagern, von denen 77 Prozent der 13- bis 16-Jährigen angeben, dass sie ein Profil haben.

·         15 Prozent der 9- bis 12-Jährigen geben an, dass sie über 100 Kontakte zu ihrem Profil haben, in Ungarn sind es sogar 47 Prozent. In der Gruppe der 13- bis 16-Jährigen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie über mehr als 100 Kontakte verfügen, bei Kindern aus Belgien, Dänemark, Griechenland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich größer als bei Kindern aus anderen Ländern.

Viele Kinder haben öffentliche Profile, die für jedermann einsehbar sind

·         Ein Viertel der Kinder in sozialen Netzen geben an, dass ihr Profil auf "öffentlich” eingestellt ist. Ein Fünftel dieser Kinder gibt ferner an, dass ihr Profil auch Adresse und/oder Telefonnummer enthält. In 15 von 25 Ländern ist davon auszugehen, dass die 9- bis 12-Jährigen eher öffentliche Profile haben als die 13- bis 16-Jährigen.

·         Nur 56 Prozent der 11- bis 12-Jährigen verfügen nach ihren eigenen Angaben über das Wissen, um die Privatsphäre-Einstellungen ihres Profils bei dem sozialen Netz zu ändern. Ältere Jugendliche kennen sich damit besser aus, denn 78 Prozent der 15- bis 16-Jährigen sehen sich in der Lage, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu verändern.

Was macht die Kommission?

Die Kommission überwacht die Einhaltung der "Safer Social Networking Principles for the EU", einer von den Betreibern sozialer Netze unterzeichneten Selbstkontrolle-Vereinbarung, in der diese sich verpflichten, in ihren Netzen eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz Minderjähriger umzusetzen.

Die Kommission wird in Kürze den ersten Teil der Ergebnisse der Bewertung der Umsetzung der "Safer Social Networking Principles for the EU" durch folgende Unterzeichner veröffentlichen: Arto, Bebo, Facebook, Giovani, Hyves, IRC Galleria, MySpace, Nasza-Klasa, Netlog, One.lt, Rate, SchuelerVZ, Tuenti und Zap.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass einige der sozialen Netze, die bei den Jugendlichen in Europa beliebt sind, die "Safer Social Networking Principles" noch nicht unterzeichnet haben.

Da immer jüngere Kinder das Internet und soziale Netze nutzen und auch immer mehr Kinder mobil ins Internet gehen, hat die Kommission eine Überprüfung der von der Branche bisher geschlossenen Selbstkontrolle-Vereinbarungen in diesem Bereich eingeleitet. Betreiber sozialer Netze, Hersteller von mobilen Geräten und Spielkonsolen, Anbieter von Internetdiensten, Anbieter von mobilen Anwendungen und Inhalten, Verbraucherorganisationen, Forscher- und Kinderschutz-organisationen werden aufgefordert, sich der Kooperationsplattform anzuschließen. Dieser Dialog wird auf den Errungenschaften der "Safer Social Networking Principles for the EU" und des Europäischen Rahmens für die sicherere Benutzung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche aufbauen.

Weitere Informationen:

Programm "Sicheres Internet": http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/index_en.htm

Konkrete Tipps für Eltern, die wollen, dass ihre Kinder im Internet sicher sind:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/projects/centres/practices/index_en.htm

Website zur Digitalen Agenda: http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_en.htm

(Europäische Kommission: ra)

 

 

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