Rubrik: Markt/Studien

Norton-Umfrage zum Onlineverhalten von Internet-Usern: Deutsche wollen gern alles löschen

Sinnvolle Empfehlungen, um die Privatsphäre im Netz zu schützen

(18.05.11) - Was wäre, wenn man die Zeit zurückdrehen und noch mal ganz von vorne anfangen könnte? Mit einem Klick die Vergangenheit hinter sich lassen: Alle persönlichen Daten und Informationen, die im Internet über einen auftauchen könnten, wären gelöscht. Nirgends negative Aussagen, gespeicherte Daten oder "belastende" Kommentare. Eine Googlesuche nach dem eigenen Namen bliebe erfolglos. Ein Neustart per Mausklick - genau das ist es, was 62 Prozent der Deutschen Internetnutzer machen würden, wenn sie könnten: gnadenlos alles löschen, was irgendwie zu ihrer Person im Internet kursiert. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Umfrage von Norton zum Onlineverhalten von Usern.

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Bereitwillig teilen sich Millionen von Nutzern mit, geben Persönliches und Privates preis. 600 Millionen Menschen weltweit sind aktive Nutzer von Facebook, auch in Deutschland die beliebteste Online-Community (BitKom April 2011) und laden Monat für Monat mehrere Millionen Fotos hoch oder tauschen Inhalte mit Freunden aus.

Aber die grenzenlose Kommunikation im World Wide Web hat auch ihren Preis. Wie die freiwillige oder unfreiwillige Weitergabe der Daten an Dritte und die Folgen. Misstrauen und Unsicherheit bestehen darüber, welche persönlichen Daten tatsächlich im Internet für wen frei abrufbar sind. Eine Einschätzung scheint hier schwierig. So gehen fast Dreiviertel der von Norton Befragten davon aus, dass Informationen über sie im Netz verfügbar sind. Das ist besonders interessant, da gut 63 Prozent der User nach eigenen Angaben jedoch selbst keine persönlichen Informationen posten.

Überraschend und erschreckend zugleich: Noch 40 Prozent der befragten Internetuser in Deutschland glauben, dass es nicht nötig sei, noch aktiver den "guten Ruf" und persönliche Informationen im Netz zu schützen. 9 Prozent finden es zu kompliziert und 6 Prozent fehlt nach eigenen Angaben dafür schlicht und einfach die Zeit.

Weitere Ergebnisse der Studie sind:

·         28 Prozent der Befragten verwenden aktiv Soziale Netzwerke, um Kommentare über sich selbst zu posten.

·         Jüngere, Singles und Befragte mit Kindern sind deutlich eher dazu bereit, selber persönliche Informationen zu posten.

·         29 Prozent der befragten User sind nach eigener Aussage "sehr aktiv" dabei, den persönlichen Ruf sowie private Informationen, die online existieren, zu schützen.

·         Geschlecht (68 Prozent) und Geburtsdatum (52 Prozent) sind die Art von Informationen, von denen die meisten der Befragten annehmen, dass sie online zu finden sind.

·         Eine Mehrheit der befragten Erwachsenen in Deutschland bezeichnet sich als "aktiv" hinsichtlich des Schutzes der eigenen Online-Reputation.

Janice Chaffin, Group President Consumer Business Unit Symantec: "Das digitale Zeitalter verändert unsere Kommunikation. Soziale Netzwerke verbinden Menschen weltweit miteinander und das Bedürfnis sich mitzuteilen ist so stark wie nie zuvor. Aber wie wir uns mitteilen und was wir von uns preisgeben, hat Auswirkungen auf unsere Privatsphäre und unseren "guten Ruf" im Netz - die Studienergebnisse bestätigen das. Jeder einzelne ist hier gefordert, seine persönlichen Grenzen zu finden und trägt zusätzlich mit verantwortungsbewusstem Handeln zu einer fairen digitalen Gemeinschaft bei."

Tipps von Candid Wüest, um den "guten Ruf" im Netz zu schützen:

·         Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Führen Sie eine Suche zur eigenen Person durch, indem Sie alle Namen benutzen, die Sie online verwenden. Benutzen Sie hierbei möglichst verschiedene Suchmaschinen - besonders welche, die speziell nach "Personen" suchen, damit so viele Treffer wie möglich erzielt werden können.

Verwenden Sie "Bild-" oder "Blog"-Funktionen, die von manchen Suchmaschinen angeboten werden, um sicher zu gehen, dass eingestellte Fotos oder Kommentare über Sie sichtbar gemacht werden.

Schauen Sie sorgfältig nach Kommentaren, eingestellten Fotos oder Videos, Aussagen oder Einladungen, die Sie nur mit einer eingeschränkten Gruppe an Leuten teilen wollen. Denn nicht jeder muss auf alle Informationen zugreifen, nicht jeder muss alles mitlesen.

Wenn Sie einen gängigen Namen haben und herausfinden, dass Ihr Name für andere Personen Ergebnisse filtert und preisgibt, fügen Sie für Ihre Online-Einträge und Informationen eine Initiale z. B. Ihres zweiten Vornamens hinzu. Damit vermeiden Sie für jemand anderen gehalten zu werden.

·         Privatsphäre schützen

Politische Überzeugungen, Religion oder gemeinnütziges Engagement können sehr subjektiv sein. Beachten Sie, dass alles, was Sie von sich preisgeben beispielsweise auch von Geschäftspartnern oder potentiellen Arbeitgebern gelesen werden kann.

Überlegen Sie genau, welche Fotos Sie für wen und an welcher Stelle im Internet posten.

Verlassen Sie sich nicht auf Datenschutzbestimmungen. Kontrollieren Sie die Einstellungen Ihrer Privatsphäre, die von Social-Networking-Websites angeboten werden und bestimmen Sie, was für Sie akzeptabel ist.

·         Seien Sie wachsam!

Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Online-Identität. Werden Sie aktiv, um negative oder falsche Einträge von Ihnen zu löschen.

Evaluieren Sie regelmäßig die sozialen Netzwerke und Online-Dienste, die Sie häufig verwenden. Löschen Sie diejenigen, die Sie nicht benutzen.

Überprüfen Sie Ihre Kontaktlisten, die Sie online führen, regelmäßig. Aktualisieren Sie Ihre bestehenden Freundeslisten, verlinkte Organisationen und Verbände.

Schutz auf vielen Ebenen

Erweiterte Schutzfunktionen wie Browserschutz, Identitätsschutz sowie neue proaktive Technologien sind unbedingt erforderlich, um sicher im Internet unterwegs zu sein. Verwenden Sie daher eine mehrschichtige Sicherheitslösung, um gegen die immer komplexeren Bedrohungen geschützt zu sein. (Symantec: ma)

 

 

 

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