Rubrik: Markt/Studien

Studie über Soziale Medien am Arbeitsplatz: Chance und Sicherheitsrisiko

87 Prozent der befragten Unternehmen verzichten aus Sorge um die Datensicherheit auf Web-2.0-Technologien

(13.09.11) - Sicherheitsbedenken veranlassen Unternehmen zu einem restriktiveren Umgang mit Social Media. Dies ist eines der Hauptergebnisse der aktuellen Clearswift-Studie "Work Life Web 2011". 68 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, die Internetaktivitäten ihrer Mitarbeiter zu überwachen. 56 Prozent sperren den Zugang zu bestimmten Internetseiten. In der Work Life Web-Umfrage aus dem Jahr 2010 hatten im internationalen Durchschnitt nur 9 Prozent der Unternehmen den Zugang zu Social-Media-Webseiten gesperrt, 2011 ist dieser Anteil auf 19 Prozent ange-wachsen.

Anzeige

Im internationalen Vergleich zwischen Großbritannien, den USA, Australien, Deutschland, den Niederlanden und Japan blocken deutsche Unternehmen mit 23 Prozent am häufigsten den Zugang zu Social-Media-Seiten. Sicherheitsbedenken halten 86 Prozent der deutschen Unternehmen davon ab, Social Media zu nutzen. Allerdings erachten 49 Prozent der Manager in deutschen Firmen Web-2.0-Technologien als entscheidend für den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens.

87 Prozent der befragten Unternehmen verzichten aus Sorge um die Datensicherheit auf Web-2.0-Technologien. Die Manager stufen die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten mit Social Media allerdings weiterhin als entscheidend für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen ein. 80 Prozent sehen in der Nutzung von Social-Media-Anwendungen Vorteile für ihr Unternehmen. Ein Viertel der Betriebe plant für das laufende Jahr mehr in den Bereich zu investieren als im Vorjahr. Die Investitionsbereitschaft ist in den USA mit 44 Prozent und in Großbritannien mit 31 Prozent am größten. Deutschland (18 Prozent) und Japan (13 Prozent) verzeichnen die niedrigsten Werte.

Entscheider stehen vor einem Dilemma

Bei der Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Web 2.0 stehen Manager vor dem Dilemma, entweder auf vorteilhafte Technologien zu verzichten, oder Sicherheitsrisiken in Kauf zu nehmen.

48 Prozent der Führungskräfte fürchten den Verlust vertraulicher Daten durch Mitarbeiter. 50 Pro-zent sind der Ansicht, dass den Angestellten die Sicherheitsproblematik nicht bewusst ist. Die Befürchtungen sind nicht unbegründet.

21 Prozent der Mitarbeiter geben zu, dass sie überhaupt nicht an die Sicherheit denken, während sie das Internet oder E-Mails nutzen. 31 Prozent sehen die Verantwortung für die Sicherheit alleine beim Arbeitgeber.

Immer mehr private Geräte wie Smartphones und Tablet PCs werden von Mitarbeitern am Arbeits-platz genutzt. 60 Prozent der Unternehmen behaupten, dass sie die Nutzung erlauben oder fördern. Nur 40  Prozent der Mitarbeiter sind dieser Ansicht. 23 Prozent der Angestellten sind der Meinung, dass Social Media und die Verwendung privater Geräte zu längeren Arbeitstagen führen. 

Andrew Wyatt, Chief Operating Officer bei Clearswift, sagte: "In den vergangenen zwölf Monaten haben wir ganz erhebliche Veränderungen beim Umgang von Unternehmen mit Social Media beobachtet. Die Firmen haben auf eine Reihe von öffentlich bekannt gewordenen Datenlecks reagiert und gehen jetzt zunehmend nervös mit der Thematik um. Anstatt sich der neuen Kommunikationsmöglichkeiten anzunehmen, sind die Unternehmen strikter gegen deren Gebrauch vorgegangen. Sie agieren übertrieben vorsichtig und drohen Wachstumsziele zu ersticken. Die Studie offenbart allerdings auch, dass die Unternehmen die zentrale Bedeutung der neuen Technologien erkennen, weshalb ich glaube, dass es sich bei dem Verhalten weniger um einen langfristigen Trend, sondern eher um eine Art Reflex handelt." (Clearswift: ra)

 

 

 

Diesen Beitrag per E-Mail versenden Diesen Beitrag ausdrucken