57 Prozent mehr gemeldete IoT-Schwachstellen

"State of XIoT Security Report: 1H 2022" von Team82 zeigt einen Anstieg von IoT-Schwachstellen, von Herstellern selbst identifizierten Sicherheitslücken und vollständig oder teilweise behobenen Firmware-Schwachstellen



Die Offenlegung von Schwachstellen in IoT-Geräten ist in der ersten Jahreshälfte 2022 im Vergleich zu den vorangegangenen sechs Monaten um 57 Prozent gestiegen. Dies zeigt der neue State of XIoT Security Report: 1H 2022 von Claroty, dem Spezialisten für die Sicherheit von cyber-physischen Systemen (CPS). Im gleichen Zeitraum sind zudem die von Herstellern selbst offengelegten Sicherheitslücken um 69 Prozent gestiegen und haben damit erstmalig die Anzahl der Meldungen unabhängiger Sicherheitsforscher übertroffen. Die vollständig oder teilweise behobenen Firmware-Schwachstellen haben um 79 Prozent zugenommen, was angesichts der Herausforderungen beim Patchen von Firmware im Vergleich zu Software-Schwachstellen eine bemerkenswerte Verbesserung darstellt.

Der von Team82, dem Forschungsteam von Claroty, erstellte Bericht bietet eine umfassende Analyse veröffentlichter Schwachstellen im Bereich des erweiterten Internet der Dinge (XIoT), also dem Netzwerk cyber-physischer Systeme, das Betriebstechnik (OT) und industrielle Kontrollsysteme (ICS), das Internet of Medical Things (IoMT), Gebäudemanagementsysteme und Unternehmens-IoT umfasst. Der Report umfasst von Team82 aufgedeckte Schwachstellen sowie solche, die aus vertrauenswürdigen offenen Quellen stammen. Hierzu zählen die National Vulnerability Database (NVD), das Industrial Control Systems Cyber Emergency Response Team (ICS-CERT), CERT@VDE, MITRE und die Anbieter von Industrieautomatisierung Schneider Electric und Siemens.

"Nach Jahrzehnten der Vernetzung von Geräten mit dem Internet haben cyber-physische Systeme einen unmittelbaren Einfluss auf unser Leben, wie die Lebensmittel, die wir essen, das Wasser, das wir trinken, die Aufzüge, mit denen wir fahren, und die medizinische Versorgung, die wir erhalten", erklärt Amir Preminger, Vice President of Research von Claroty. "Wir haben diese Studie durchgeführt, um Entscheidungsträgern in diesen kritischen Sektoren einen vollständigen Überblick über die XIoT-Schwachstellenlandschaft zu geben. Sie sind dadurch in der Lage, Risiken für die unternehmenskritischen Systeme, die der öffentlichen Sicherheit, der Patientengesundheit, intelligenten Stromnetzen und Versorgungsunternehmen und vielen anderen Bereichen zugrunde liegen, richtig zu bewerten, zu priorisieren und anzugehen."

Die wichtigsten Ergebnisse:

>> IoT-Geräte: 15 Prozent der Schwachstellen wurden in IoT-Geräten gefunden. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 9 Prozent im letzten Bericht von Team82 für das zweite Halbjahr 2021. Darüber hinaus übertraf die Kombination von IoT- und IoMT-Schwachstellen (18,2 Prozent) zum ersten Mal die IT-Schwachstellen (16,5 Prozent). Dies verdeutlicht das gestiegene Bewusstsein bei Herstellern und Sicherheitsforschern für die Sicherheit dieser vernetzten Geräte, die als Einfallstor in die Netzwerke dienen können.

>> Von Herstellern selbst offengelegte Schwachstellen: Zum ersten Mal haben die Offenlegungen der Hersteller (29 Prozent) die Anzahl der Meldungen unabhängiger Forscher (19 Prozent) übertroffen und liegen damit auf dem zweiten Platz hinter den Sicherheitsunternehmen (45 Prozent). Mit 214 veröffentlichten CVEs hat sich die Anzahl der gemeldeten Sicherheitslücken im Vergleich zum letzten Halbjahr (127) fast verdoppelt. Dies deutet darauf hin, dass mehr OT-, IoT- und IoMT-Anbieter Programme zur Offenlegung von Schwachstellen einrichten und mehr Ressourcen für die Prüfung der Sicherheit ihrer Produkte aufwenden als je zuvor.

>> Firmware: Die veröffentlichten Firmware-Schwachstellen lagen fast gleichauf mit den Software-Schwachstellen (46 Prozent bzw. 48 Prozent). Dies ist ein enormer Anstieg gegenüber dem Bericht für das zweite Halbjahr 2021, als das Verhältnis zwischen Software (62 Prozent) und Firmware (37 Prozent) fast 2:1 betrug. Der Bericht zeigt auch einen deutlichen Anstieg der vollständig oder teilweise behobenen Firmware-Schwachstellen (40 Prozent im ersten Halbjahr 2022 gegenüber 21 Prozent im zweiten Halbjahr 2021), was angesichts der Herausforderungen beim Patchen von Firmware aufgrund längerer Aktualisierungszyklen und seltener Wartungsfenster bemerkenswert ist. Der Grund hierfür dürfte ein wachsendes Interesse der Forscher an der Absicherung von Geräten auf den unteren Ebenen des Purdue-Modells sein, die direkter mit dem eigentlichen Prozess verbunden sind und somit ein attraktiveres Ziel für Angreifer darstellen.

>> Umfang und Kritikalität: Im Durchschnitt werden pro Monat 125 XIoT-Schwachstellen veröffentlicht und behoben, so dass im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 747 Schwachstellen bekannt wurden. Die überwiegende Mehrheit wird gemäß ihrem CVSS-Score als hoch (46 Prozent) bzw. kritisch (19 Prozent) eingestuft.

>> Auswirkungen: Fast drei Viertel (71 Prozent) der Schwachstellen haben eine starke Auswirkung auf die System- und Geräteverfügbarkeit. Die verbreitetste potenzielle Auswirkung ist die unbefugte Remotecode- oder Befehlsausführung (bei 54 Prozent der Schwachstellen), gefolgt von Denial-of-Service-Bedingungen (Absturz, Beenden oder Neustart) mit 43 Prozent.

>> Abhilfemaßnahmen: Die häufigste Abhilfemaßnahme ist die Netzwerksegmentierung (empfohlen bei 45 Prozent der Schwachstellenmeldungen), gefolgt von sicherem Fernzugriff (38 Prozent) und Schutz vor Ransomware, Phishing und Spam (15 Prozent).

(Team82: ra)

eingetragen: 13.10.22
Newsletterlauf: 05.02.22

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Meldungen: Studien

Auditmanagement auf der Prioritätenliste

Software-Audits kommen Unternehmen teuer zu stehen. Mittlerweile belaufen sich die Kosten für die Vorbereitung, Prüfung und Durchführung auf mehrere Millionen – Tendenz steigend. Wie der aktuelle State of ITAM Report 2024 von Flexera zeigt, rückt das IT- und Software-Asset-Management (ITAM) damit unmittelbar ins strategische Blickfeld von CIOs und CTOs.

Unternehmen sind unzureichend gegen Cyberrisiken geschützt

Absolute Security veröffentlichte die Ergebnisse ihrer jährlich erscheinenden Forschungsstudie "Absolute Security Cyber Resilience Risk Index". Für die aktuelle Ausgabe wertete Absolute Security die Telemetriedaten von fünf Millionen PCs weltweit aus.

Studie zeigt hohe Zahl identitätsbezogener Angriffe

Der neue "CyberArk 2024 Identity Security Threat Landscape Report" zeigt, dass die steigende Zahl menschlicher und nicht-menschlicher Identitäten die Gefahr von Cyberangriffen erhöht. Zudem geht die Studie auf die zunehmende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (KI) ein, die einerseits zwar die Cyberabwehr verbessert, andererseits aber Angreifern neue Möglichkeiten eröffnet.

Verbesserung der E-Mail-Sicherheit

Die E-Mail-Security-Anbieterin EasyDMARC hat Organisationen mit .de-Domäne untersucht, um herauszufinden, wie es mit dem Einsatz von DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) steht. Dabei fanden die E-Mail-Sicherheitsexperten heraus, dass von 6.428.99 Länderdomänen in Deutschland nur 292.796 die DMARC-Richtlinie einsetzen. Dies entspricht 4,55 Prozent. Vollständig gegen Phishing- und Spoofing-Angriffe geschützt sind sogar nur 49.833 der untersuchten .de-Domänen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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