Auch MFA-Systeme im Visier

Ein Drittel der weltweiten Anmeldeversuche erfolgt laut Okta mit erbeuteten Login-Daten

Der Einzelhandel ist die am stärksten von Credential-Stuffing-Angriffen betroffene Branche - In den Bereichen Energieversorgung und Finanzwesen war der Anteil der Anmeldeangriffe bei weitem am höchsten



Okta belegt in ihrem aktuellen "State of Secure Identity Report", dass Anmeldeversuche mit gestohlenen Login-Daten – das sogenannte "Credential Stuffing” – die größte Bedrohung für Kundenkonten sind. Für die im Report aufgeführten Trends, Beispiele und Beobachtungen wertete Okta Milliarden von Authentifizierungen auf ihrer "Auth0-Plattform" aus.

Beim Credential Stuffing nutzen Angreifer die Angewohnheit mancher Nutzer aus, ein einziges Kennwort für verschiedene Anmeldungen zu verwenden. Es beginnt mit dem Diebstahl von Benutzername und Passwort, um diese dann mithilfe automatisierter Tools für den Zugriff auf weitere Konten des betreffenden Users bei anderen Websites einzusetzen. Wenn ein Kontoinhaber dasselbe oder ein ähnliches Kennwort für mehrere Websites verwendet, entsteht ein Dominoeffekt: Ein einziges Anmeldedatenpaar reicht dann aus, um Informationen von mehreren Konten oder Zugängen dieses Nutzers zu stehlen.

Nach Erkenntnissen von Okta gab es in den ersten 90 Tagen des Jahres 2022 weltweit fast zehn Milliarden Anmeldeversuche mit erbeuteten Anmeldedaten. Das entspricht 34 Prozent des gesamten Datenverkehrs für Authentifizierungen.

Einzelhandel mit 80 Prozent betrügerischer Anmeldeversuche am stärksten betroffen

Credential Stuffing betrifft weltweit vor allem den privaten Einkauf im Internet. Angreifer haben es beispielsweise auf Treuepunkte, limitierte Editionen oder den Verkauf von Kundenzugängen abgesehen. In den meisten Branchen entfallen weniger als zehn Prozent der Anmeldevorgänge auf Credential Stuffing. Im Einzelhandel bzw. im E-Commerce liegt diese Rate dagegen bei 80 Prozent. In der Finanzdienstleistungs- und Unterhaltungsbranche sind dagegen schon mehr als 50 Prozent der Anmeldevorgänge auf Credential Stuffing zurückzuführen. Dagegen machte im gleichen Zeitraum des Vorjahres das Credential Stuffing in keinem vertikalen Markt mehr als 50 Prozent der Anmeldevorgänge aus.

In Deutschland und Großbritannien bewegt sich das Credential Stuffing kontinuierlich auf niedrigem Niveau, wird allerdings von punktuellen Angriffswellen unterbrochen. In den Niederlanden entfällt der Großteil der Aktivitäten (70 Prozent) auf normale Anmeldevorgänge. Der Anteil an böswilligen Zugriffen ist der niedrigste von allen untersuchten Ländern. Angriffe mit erbeuteten Login-Daten machen hier nur drei Prozent der Anmeldevorgänge aus. Dieser Wert liegt sogar noch unter den Angriffsversuchen zur Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung (5 Prozent).

Bedrohungsakteure nehmen auch MFA-Systeme ins Visier

In der ersten Hälfte des Jahres 2022 gab es auf der Auth0-Plattform mit fast 113 Millionen Ereignissen mehr Versuche zur Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) als je zuvor. Auffällig war in einigen europäischen Ländern ein größerer MFA-Angriff im Vorfeld eines "langen" Wochenendes. Dieser zielte auf exakt 50 Telefonnummern ab, an die zwischen dem 31. Januar 2022 und dem 24. Februar 2022 über 100 SMS-MFA-Codes gesendet wurden.

Cyberkriminelle konzentrieren ihre Angriffe weltweit auf vier vertikale Märkte:

● Personalwesen/Recruiting (4,5 Prozent, gegenüber 1,6 Prozent im Vorjahr)

● Öffentlicher Sektor (4,0 Prozent, gegenüber 2,8 Prozent im Vorjahr)

● Einzelhandel/E-Commerce (3,7 Prozent, gegenüber 2,8 Prozent im Vorjahr)

● Finanzdienstleistungen (3,9 Prozent, gegenüber 2,9 Prozent im Vorjahr)

Zunehmende Zahl betrügerischer Registrierungen und Manipulationen durch Bots

Die Zahl der betrügerischen Registrierungen unterscheidet sich je nach vertikalem Markt. Weltweit lassen sich ca. 23 Prozent aller Versuche, ein neues Konto zu registrieren, auf Bots zurückführen. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 15 Prozent. Der höchste Anteil der Angriffe über betrügerische Registrierungen entfiel auf Energie- und Versorgungsunternehmen sowie Finanzdienstleister. Diese Bedrohungen machten 64,8 bzw. 72,5 Prozent der Registrierungsversuche aus. In den Medien stecken Bots hinter etwa einem Drittel (37,4 Prozent) aller Versuche, ein neues Konto zu registrieren.

"Das Bewusstsein für die zunehmende Bedrohung der Identität von Kunden muss geschärft werden. Dies betrifft Verfahren für Credential Stuffing, betrügerische Registrierungen und Techniken zur Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung. Ebenso wichtig ist die Kenntnis der Vorgehensweise beim Aufbau einer zuverlässigen Verteidigung", so Sven Kniest, Vice President Central & Eastern Europe bei Okta. "Unabhängig von der Branche nehmen die Risiken vermehrt zu, so dass ein identitätsorientierter Ansatz für die Cybersicherheit und den Schutz der Daten entscheidend ist.

Customer Identity Access Management (CIAM) steht an der Spitze von Identitätssicherheit und Kundenerlebnis. Gutes CIAM-Management sollte sicherstellen, dass Verbraucher die sind, für die sie sich ausgeben, Verhaltensmuster auswerten und bei hohem Risiko die Sicherheitshürde erhöhen, um sowohl Unternehmen als auch Nutzer zu schützen und das Kundenerlebnis zu optimieren." (Okta: ra)

eingetragen: 21.10.22
Newsletterlauf: 23.01.23

Okta: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Tipps & Hinweise

Fremde nicht auf den Rechner zugreifen lassen

Immer wieder kommt es zu den verschiedensten Betrugsversuchen per Telefon. Von Schockanrufen (siehe Enkeltrick), über aufgedrängte Vertragsabschlüsse bis zu vermeintlichen "Serviceanrufen". Häufig geht es den Kriminellen darum, an sensible Informationen wie die Bankverbindung zu kommen "Ihr Konto wurde aus Sicherheitsgründen geblockt." Oder: "Es gibt ein Problem mit Ihrem Computer."

Lateral Movement verstehen und erkennen

Bedrohungsakteure verschaffen sich durch Phishing oder die Ausnutzung von ungepatchten Schwachstellen Zugang zu einer Unternehmensanwendung, nehmen nach diesem "Initial Access" die Identität eines legitimen Users an und dringen immer tiefer in verschiedenste Teile des Netzwerkwerks ein. Dort können sie Daten exfiltrieren, Systeme und Datenbanken lahmlegen und manipulieren oder andere Angriffe durchführen.

Krypto-Strategie im Zeitalter von Quanten-Computern

Kryptografie ist seit geraumer Zeit eines der besten Mittel, um digitale Informationen vor unberechtigtem Zugriff zu schützen – beispielsweise, um gesetzliche Bestimmungen wie die DSGVO oder branchenbezogene Regeln einzuhalten. Es geht aber auch um den Schutz vertraulicher Daten vor Diebstahl durch Cyberkriminelle.

Insider-Bedrohungen: Nicht immer ist es Rachsucht

IT-verantwortlich zu sein, ist derzeit nicht der leichteste Beruf. Überall hört man von einer "sich ständig verschärfenden Sicherheitslage" und dass Unternehmen sich in alle Richtungen gegen jede erdenkliche Bedrohung absichern müssen. Wenn neben der stetigen Warnung vor externen Angriffen und dem Gebot von Zero-Trust-Prinzipien auch noch der Mahnruf vor internen Bedrohungen hinzukommt, kann man sich als CISO durchaus fragen, wem man überhaupt noch vertrauen soll.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.