Gefahr des DNS-Hijacking


Studie: 74 Prozent der deutschen Heimnetzwerke sind unsicher
Mit schwachen Router-Passwörtern und -Sicherheitslücken stehen die Türen für Hacker weit offen

(22.12.14) - Etwa drei aus vier Haushalten mit Internetanschluss in Deutschland laufen Gefahr, Opfer eines Hackerangriffs auf ihren Router zu werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Avast Software, Herstellerin einer Sicherheitslösung für Smartphones, Tablets und PCs. Avast hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte aller Router nur nachlässig mit einem voreingestellten Passwort geschützt ist oder mit einfachen Nutzernamen- und Passwort-Kombinationen wie admin/admin, admin/passwort oder sogar admin/kein Passwort. In einer Umfrage unter mehr als 8.000 Haushalten in Deutschland fand Avast heraus, dass zusätzliche 24 Prozent der Nutzer ihre Adresse, Telefonnummer, ihren Namen, Straßennamen oder andere Passwörter nutzen, die sich einfach erraten lassen.

Eines der größten Sicherheitsrisiken eines ungeschützten Routers ist das sogenannte DNS-Hijacking. Dabei nutzen Cyberkriminelle Schadprogramme, um Sicherheitslücken im Router auszunutzen und den Internetverkehr des Nutzers umzuleiten. Statt eine echte Online-Banking-Seite zu besuchen, öffnet der Nutzer dann ohne es zu wissen eine betrügerische Seite, die authentisch wie die echte Seite aussieht. Sobald der Nutzer sich einloggt, stehlen Hacker die Login-Daten, um diese auf der echten Seite zu verwenden.

"Durch unsichere Router können Hacker in Deutschland Millionen von Heimnetzwerken angreifen", sagt Vince Steckler, Chief Executive Officer von Avast. "Unsere Studie hat gezeigt, dass die meisten Heim-Router in Deutschland unsicher sind. Dadurch können Cyberkriminelle kinderleicht auf persönliche Daten wie Finanzinformationen, Nutzernamen und Passwörter, Fotos und Browserverläufe zugreifen."

Umfrage-Teilnehmer schätzten, dass die Konsequenzen eines Angriffs auf ihr Heimnetzwerk sehr negativ sein könnten. Die größte Sorge liegt für die Deutschen darin, dass ihre Bank- oder Finanzinformationen gestohlen werden könnten (33 Prozent). Zudem sind sie um ihre persönlichen Informationen besorgt (31 Prozent), sowie um ihren Browserverlauf (17 Prozent) und ihre Fotos (16 Prozent). Die Umfrage zeigte auch, dass nur die Hälfte der Deutschen stark daran glaubt, dass ihr Heimnetzwerk sicher ist. 17 Prozent gaben an, dass sie schon einmal Opfer eines Hackerangriffs wurden.

"Die heutige Router-Situation ähnelt der PC-Situation der 90er Jahre sehr. Auf der einen Seite übernimmt niemand Verantwortung, sich zu schützen, auf der anderen Seite werden jeden Tag neue Sicherheitslücken in Routern entdeckt, die Hacker einfach missbrauchen können. Allerdings haben die Deutschen heute auf ihren Computern und Smartphones viel mehr persönliche Informationen gespeichert als damals. Verbraucher benötigen daher starke Lösungen, die einfach zu nutzen sind und Angriffen vorbeugen", erklärt Vince Steckler.

Die Avast-Umfrage unter 8.000 Haushalten in Deutschland hat zudem folgende Ergebnisse gezeigt:

Das Internet der Dinge ist in deutschen Haushalten angekommen:
>> 92 Prozent der Haushalte mit drahtlosem Internetanschluss haben sechs oder mehr Geräte mit ihrem WLAN-Netzwerk verbunden.
>> Neben PCs und Laptops haben Nutzer Smartphones und Tablets (29 Prozent), Drucker und Scanner (16 Prozent), Smart-TVs (11 Prozent) sowie DVD- oder Blue-Ray-Player (4 Prozent) mit ihrem WLAN verbunden.

Die meisten Deutschen haben Angst vor dem Nachbarn im eigenen Netzwerk, andere nutzen gerne das Netzwerk des Nachbarn:
>> 70 Prozent der Umfrage-Teilnehmer fänden es extrem unangenehm herauszufinden, dass ein Nachbar oder anderer uneingeladener Gast heimlich ihr persönliches WLAN nutzt.
>> Acht Prozent gaben an, dass sie selbst schon einmal das WLAN des Nachbarn verwendet haben, ohne dessen Wissen oder Erlaubnis.

Trotz der Bedenken schützen sich Nutzer nicht ausreichend:
>> 14 Prozent der Nutzer wissen nicht, ob sie eine Lösung zum Schutz ihres Heimnetzwerks nutzen und neun Prozent sind sich sicher, dass sie keine nutzen.
>> 15 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen die gleichen Nutzernamen- und Passwort-Kombinationen für ihren Router wie für passwortgeschützte Internetseiten.
>> 28 Prozent nutzen auf ihrem Router das voreingestellte Passwort und sechs Prozent sind sich nicht sicher, ob sie das voreingestellte oder ein anderes Passwort verwenden.
(Avast Software: ra)

Avast Software: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Studien

Schutz von Webanwendungen

Schwachstellen bei der Zugangskontrolle und das Risiko der Offenlegung von Daten sind die weit verbreitetsten Sicherheitsmängel in unternehmensintern entwickelten Webanwendungen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Kaspersky im Zeitraum 2021 bis 2023.

Anstieg von Betrug durch Freunde

Mehr als ein Drittel der Internetkäufer in Deutschland hat in den letzten 12 Monaten einen Online-Betrug begangen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die vom Betrugspräventionsanbieter Ravelin beauftragt wurde und die Einstellungen, Motivationen, Werte und Hintergründe einer wachsenden Zahl von Verbrauchern untersucht, die sich der Kriminalität im E-Commerce zuwenden.

Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

Die Zahl der Cyberbedrohungen erreichte 2023 ein Rekordhoch. Das zeigt der Annual Cybersecurity Report von Trend Micro, einem der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen. Mehr als 161 Milliarden Mal erkannten und blockierten Trend Micro-Sicherheitssysteme bösartige Aktivitäten.

Studie "Cybersicherheit in Zahlen"

Mehr als ein Drittel der deutschen Angestellten finden höhere Ausgaben ihres Arbeitgebers in dem Bereich IT-Sicherheit notwendig. Das belegt die repräsentative Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von der G Data CyberDefense AG, Statista und brand eins.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.